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Montag, 7. November 2011

Filmkritik: Brendan und das Geheimnis von Kells


Regie: Tom Moore
Drehbuch: Fabrice Ziolkowski
Musik: Bruno Colais
Laufzeit: 78 Minuten
Trailer: hier

Zeichentrickfilme werden oftmals direkt mit Disney oder Studio Ghibli aus Japan in Verbindung gebracht, wo oftmals die Geschichte im Mittelpunkt steht und die Animation zwar immer richtig gut aussieht, sich stilistisch aber klar der Geschichte unterordnet. Der Animationsstil ist dort oftmals ziemlich festgefahren. Das man mit dem Zeichentrick aber auch stilistisch einzigartige Filme abliefern kann, bewies 2009 die irisch-französisch-belgische Produktion "Brendan und das Geheimnis von Kells", welche stilistisch sicherlich zu den einzigartigsten Animationsfilmen überhaupt zählt.
Erzählt wird dabei die Geschichte des Jungen Brendan, der stets im Konflikt mit seinem Onkel steht, der sich lieber vor Angriffen der Wikinger schützen möchte als Brendan's Vorhaben zu unterstützen, das Buch von Kells zu vollenden. Doch Brendan lässt sich von seinem Vorhaben nicht abbringen und bekommt immer wieder unerwartete Hilfe von einer Waldfee.
Auch wenn die Geschichte des Film solide aufgebaut ist, stehen in dem Film ganz klar die visuellen Spielereien im Mittelpunkt. Der Film ist zwar nicht für sonderlich viel Geld entstanden, schafft es aber wunderbar einen einzigartigen Stil zu entwerfen, der sich stark vor anderen Zeichentrickfilmen abhebt. Insbesondere die Waldszenen sorgen hier immer wieder für Gänsehautmomente.
Das bedeutet aber nicht, dass das Konzept komplett aufgeht. Der Angriff der Wikinger ist beispielsweise nur halbwegs gelungen, da deren Design eher schlecht ist und es muss auch erwähnt werden, dass insbesondere die Geschichte von Brendan und seinem Onkel zuweilen etwas altbacken wirkt, da man diese schon zu oft erzählt bekommen hat und diese am Ende des Films auch eher mäßig aufgelöst wurde. So sind es dann auch eher die ruhigen und fast schon melancholischen Szenen im Wald, die wirklich klasse sind.
Wirklich großartig ist auch die Musik von Bruno Colais, der sich wunderbar von keltischen Klängen leiten ließ und dadurch den Film musikalisch perfekt untermalte. Aber auch eine Songsequenz im Mittelteil des Films sorgt für Gänsehautmomente und sorgt somit für die stärkste Szene des gesamten Films.
"Brendan und das Geheimnis von Kells" zeigt jedenfalls eindrucksvoll, dass es nicht immer das größte Budget bedarf um einen großartigen Animationsfilm abzuliefern. Manchmal reicht schon ein einzigartiges Konzept aus um den Zuschauer zu binden. Es gibt in diesem Fall zwar die ein oder andere Kritik auf hohem Niveau, doch allgemein ist es ein Film, der 80 Minuten wunderbar unterhält und den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.

Anmerkung: Da der Film in Deutschland auch 2 Jahre nach dessen Fertigstellung noch nicht veröffentlicht wurde, erfolgte die Kritik anhand der britischen Blu-Ray.

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