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Mittwoch, 1. Dezember 2010

Blu-Ray Kritik: Fantasia


Regie: James Algar, Samuel Armstrong, Ford Beebe, Norman Ferguson, Jim Handley, T. Hee, Wilfred Jackson, Hamilton Luske, Bill Roberts, Paul Satterfield, Ben Sharpsteen
Drehbuch: Joe Grant, Dick Huemer, u.v.m.
Laufzeit: 124 Minuten
freigegeben ab: 06 Jahren
Trailer: hier

Extras:

  • Disney's Familien-Museum
  • Das Schultheis-Notizbuch - Ein Disney-Schatz
  • Kunstgalerie
  • 3 Audiokommentare
  • Disney - View

Filmkritik:

Animationsfilmen wird ja oftmals nachgesagt, dass sie nur als leichte Unterhaltung taugen und für wirklich künstlerische Filme kaum Platz bieten. Das die Leute damit durchaus falsch liegen, zeigen Jahr für Jahr verschiedene Kurzfilme, die sehr viele verschiedene Genres abdecken und auch künstlerisch sehr ausgefallen wirken können. In Animationsfilmen der großen Studios ist das zweifelsohne nur noch bedingt möglich, da dort immer eine zusammenhängende Geschichte existieren muss, der alles andere untergeordnet ist. Anders war dies noch 1940, als Walt Disney einen Film plante, der nur durch klassische Musik und Animation begeistern sollte. Die Rede ist natürlich von Fantasia, einer der ambitioniertesten Filme seiner Zeit.
Es wurden verschiedene klassische Musikstücke herausgesucht und zu diesen sollten die Animatoren zeichnen, was ihnen gerade so einfiel. Teilweise wurde mit der Musik echte Geschichten erzählt, aber teilweise sollte die Animation auch ohne funktionieren. Zusammengehalten wird das ganze dann noch durch einen Erzähler, der jeweils die Geschichte der einzelnen Musikstücke etwas genauer erklärte.
Der Film fängt dann auch recht ruhig an und präsentiert erstmal ein Musikstück von Johann Sebastian Bach, deren Animation noch recht abstrakt ist und keinem größeren Sinn entspricht, abgesehen davon, dass es schön aussieht. Interessanter wird dann schon das zweite Stück "Die Nussknacker-Suite", welches allerdings nicht das gleichnamige Ballett immitiert, sondern uns auf eine Reise durch die vier Jahreszeiten mitnimmt, was sicherlich zu den absoluten Highlights des Films gehört. Danach folgt dann das wohl bekannteste Stück aus Fantasia. Man bekommt nämlich Mickey Maus als Zauberlehrling zu Gesicht und das erste Mal wird eine Geschichte erzählt. Dem Zauberlehrling folgt danach ein Stück von Igor Strawinski, einem Komponisten, deren Arbeit zur damaligen Zeit noch umstritten war. Jedenfalls wird einem in diesem Stück die Evolutionsgeschichte bis hin zu den Dinosauriern gezeigt, was sicherlich lehrreich ist, animationstechnisch aber nicht ganz so spannend ist und wohl auch das Stück ist, was sich am meisten in die Länge zieht. Diesen Stücken folgen dann auch noch Stücke, die sich mit der griechischen Mythologie befassen, einen Tanz der Tiere aufführen oder zur Geisterstunde aufrufen.
Auch wenn diese Stücke alle grundverschieden sind, so bilden sie doch ein großes Ganzes. Sie zollen einerseits der klassischen Musik Tribut, feiern gleichzeitig aber auch ihr eigenes Medium und zeigen, wozu Animation alles in der Lage ist. Die Animationen in dem Film sind nämlich von allerhöchster Qualität. Auch ist es lobenswert, dass Disney den Einzelstücken keine feste Laufzeit gibt, sondern einzelne Stücke gerne auch mal 10 Minuten und länger laufen dürfen. Dies ist insbesondere bei der Nusscracker-Suite oder der 6. Sinfonie von Beethoven lobenswert, da sich die Animatoren hier voll entfalten können. Einzig bei der Evolutionsgeschichte kann sich dabei etwas Langeweile einstellen, da sie animationsmäßig nicht ganz so schön gestaltet ist wie die anderen Kurzfilme und man ihr am meisten ihr Alter ansieht.
Streiten kann man sich über die Funktion des Sprechers im Film, da die Animationssegmente deutlich interessanter sind als nun der Dialog. Allerdings hält dieser die Kurzfilme erst so wirklich zusammen und ohne würde das wohl nicht so gut zusammenpassen. Einzig ein paar humoristische Momente stören hier, da man eigentlich möglichst schnell den nächsten Kurzfilm sehen möchte und man auf Humor hier sehr gut verzichten kann.
Insgesamt zählt Fantasia aber zu den wohl interessantesten Projekten, die im Animationsbereich je hervor gebracht wurden und darüber hinaus ist es auch ein verdammt guter Film, der auch heute nichts von seiner Magie verloren hat. Umso trauriger ist es daher, dass es diese Art von Animationsfilm heute kaum noch gibt.

Blu-Ray Kritik:

Bis vor einem halben Jahr war Fantasia noch Teil der Diamond Edition, welche die wichtigsten Werke der "Walt Disney Animation Studios" repräsentiert. Aus nicht näher bekannten Gründen, wurde der Film jedoch aus dieser gestrichen und erschien nun als sogenannte Special Edition, die im Gegensatz zu der Diamond Edition jedoch über weniger Extras verfügt. So fehlt der Blu-Ray beispielsweise ein Making-Of. Stattdessen gibt es nur zwei kürzere Featurettes über ein Museum, welches wichtige Werke aus der Zeit Disneys ausstellt, wie auch das Schultheis-Notizbuch, in der viele Notizen über die Entstehung von Fantasia enthalten sind. Das ist durchaus interessant, aber leider gibt es keine Statements von bekannten Animatoren, die sich bezüglich Fantasia äußern, obwohl der Film einen besonderen Platz in der Geschichte Disney's genießt.
Entschädigt wird man dann allerdings dadurch, dass der Film gleich drei Audiokommentare enthält, die alle ein anderes Konzept verfolgen. Als erstes ist dabei der Audiokommentar von Brian Sibley zu nennen, der viele Fakten zum Film herunterrattert. Das ist durchaus interessant, aber man muss auch genau aufpassen, dass man nicht was wichtiges verpasst. Den Audiokommentar mehrfach zu hören, wäre sicherlich keine schlechte Idee. Der zweite Audiokommentar besteht dann zum Großteil aus Archivaufnahmen von Walt Disney selbst, der etwas genauer sagt, was Fantasia für ihn bedeutet und wie er sich dessen Umsetzung vorstellte, was sicher einige interessieren dürfte. Der letzte Audiokommentar wurde dann von Roy Disney und einigen Historikern eingesprochen und ist wohl als Fan-Audiokommentar abzuhandeln, da diese hier ihre Werstschätzung für Fantasia offenlegen. Wirklich neue Fakten erfährt man dadurch zwar nicht, aber es ist trotzdem schön, dass es auch noch ein etwas lockerer Audiokommentar auf die Blu-Ray geschafft hat.
Abgeschlossen wird die Blu-Ray dann noch von Konzeptzeichnungen von Fantasia und auch seiner Fortsetzung Fantasia 2000, da der Film in vielen Ländern nur als Combopack mit beiden Filmen erscheint. Als kleines Extra wird hier auch noch Musik im Hintergrund gespielt, so dass es nicht ganz so langweilig ist, wenn man sich durch die Bildergallerien klickt. Man kann die Bilder hier aber auch automatisch und mit unterschiedlicher Geschwindigkeit durchlaufen lassen, was recht praktisch ist.
Insgesamt sind die Fantasia-Extras nicht übermäßig groß, aber dafür durchaus interessant. Man erfährt viele kleine Details über den Film und hat den Film nun in bester Ton- und Bildqualität. Außerdem hat man auch hier wieder die Option, den Film mit Disney-View anzugucken, welcher die schwarzen Ränder an den Seiten schön ausschmückt. So gesehen ist es eine durchaus gelungene Blu-Ray-Umsetzung, wenngleich der übliche Disneypreis hierfür etwas überzogen ist.

Sonntag, 8. November 2009

Filmkritik: Susi und Strolch


Regie: Clyde Geronimi, Wilfred Jackson, Hamilton Luske
Drehbuch: Ward Greene, Erdman Penner, Joe Rinaldi, Ralph Wright, Don DaGradi
Musik: Oliver Wallace
Laufzeit: 73 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren
Trailer: hier

Nachdem sich Disney in der Nachkriegszeit vorerst mit menschlichen Figuren und fantasiereichen Storys beschäftigt hatte, kam mit "Susi & Strolch" erstmals seit Bambi wieder ein Film über Tiere in die Kinos, der sich diesesmal den Hunden annahm. Zum einen gibt es da Susi (in der englischen Fassung übrigens einfach Lady genannt), die wohlgehütet bei einer Familie aufwächst und zum anderen Strolch, der seinem Namen alle Ehre macht. Er hat weder ein festes Zuhause noch eine bestimmte Familie und schnorrt sich bei anderen Personen durchs Leben. Doch eines Tages kreuzen sich dann ihre Wege.
Der Anfang des Films ist dabei schon sehr stimmungsvoll. Eine wunderschöne Winterlandschaft an Weihnachten und schöne ruhige Musik im Hintergrund sorgen gleich für ordentlich Stimmung. Kurz darauf sehen wir auch gleich Susi als Baby, die ein Weihnachtsgeschenk darstellt. Natürlich ist der Knuddelfaktor wie bei so ziemlich jedem Hundebaby sehr hoch und auch wenn sie gleich in ihrer ersten Nacht ordentlich frech ist, so schließt man sie doch komplett in ihr Herz, zumal sie in diesen Szenen ja noch nicht sprechen kann.
Kurze Zeit später ist es dann aber auch schon vorbei mit der Herrlichkeit und Susi muss sich langsam dem Alltag stellen als Frauchen und Herrchen Nachwuchs bekommen und Susi damit anfangs nicht so viel anfangen kann, da sie nicht mehr der alleinige Mittelpunkt ihrer Familie ist. Jedoch arrangiert sie sich dann doch recht schnell mit diesen Gegebenheiten und motzt nicht großartig rum. Dies geschieht erst als Frauchen und Herrchen verreisen und Tante Sarah (in der deutschen Fassung Tante Clara) das Haus hüten soll, welche mit Hunden nicht viel anzufangen weiß und außerdem zwei siamesische Katzen mitbringt, die Susi schlussendlich aus dem Haus vergraulen. Als ihr dann auch noch ein Maulkopf aufgesetzt wird nimmt Susi endgültig reißaus und trifft auf Strolch, der sie vorher schonmal in ihrem Garten besucht hat.
Was nun beginnt ist eine romantische Geschichte, wo beide sich zwar recht schnell ineinander verlieben, aber trotzdem für eine der großen Momente in der Geschichte Disneys sorgen. Denn besonders die Spaghettiszene ist mittlerweile legendär und der Song "This is the night" (Schön ist die Nacht) ist einer der ganz großen Disneyklassiker. Für mich ist die Szene in Bambi zwar noch einen Tick besser, aber nach dem Film hat man definitiv einen Ohrwurm für die nächsten Tage.
Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Szenen danach etwas abflachen. Es gibt zwar durchaus noch ein paar Wendungen in der Beziehung zwischen Susi und Strolch, doch hat man ein wenig das Gefühl, dass die Geschichte doch schon erzählt ist. Das Ende wird dann auch noch etwas überdramatisiert. Das soll aber nicht bedeutet, dass die Story danach schlecht ist, denn sie ist immer noch ziemlich gut. Sie hat ordentlich Witz und einmal mehr kommen Tierjäger hier nicht so wirklich gut weg, nur das absolute Highlight ist halt schon geschehen. Es ist halt oftmals problematisch, wenn das Highlight des Films schon in der Mitte des Films stattfindet. Deshalb ist es schon erstaunlich, wie gut sich "Susi und Strolch" da noch aus der Affäre ziehen. Es ist ja eh der erste abendfüllende Disneyfilm, der auf einer eigenen Geschichte basiert. Die Story wurde zwar schon zwei Jahre vor Kinostart als Buch veröffentlicht, allerdings geschah dies auf den Wunsch Disneys, da er sich erhoffte, dass die Geschichte von Susi und Strolch zum Kinostart dann schon etwas bekannter ist.
Nicht zu vergessen sind aber auch die Nebencharaktere des Films wie beispielsweise Jock und Pluto (bzw. Trusty), die sich ebenfalls Sorgen über Susi machen. Besonders toll sind aber auch die Hunde in der Tierhandlung. Es ist fast etwas schade, dass man diese nur so kurz zu sehen bekommt. Jeder dieser Charaktere hätte durchaus mehr Zeit verdient gehabt. Aber auch die einzelnen menschlichen Figuren sind herzallerliebst, was auch auf die beiden italienischen Kellner zutrifft und insbesondere auch auf das Herrchen und Frauchen von Susi. Man muss natürlich bedenken, dass dies ein Film aus der Sicht von Hunden ist und die Menschen dadurch nur Nebenfiguren sind, aber trotzdem hat man vor allem Susis Familie sehr viel Wärme ausgestattet. Sie sind immer sehr zuvorkommend zu Susi und es ist auch recht viel Wortsitz vorhanden, wenn Herrchen Susi nur für eine Nacht im Bett schlafen lassen möchte oder sich auf charmante Weise aufregt, dass Susi ihn so früh am Sonntag weckt, von kaputten Zeitungen kaum zu reden. Einzig in der Mitte des Films konnte man nicht so recht erahnen, wie sehr die Beiden nun noch zu Susi stehen, aber dies war zu der Fortführung der Geschichte auch notwendig und vielleicht ist deshalb auch das etwas überdramatisierte Ende nötig, da man da endlich erkennt, wie sehr Herrchen und Frauchen Susi lieben.
Außerdem gibt es somit auch eine Versöhnung mit Tante Clara, die ja nicht allzu begeistert von Susi war. Diese Versöhnung bemerkt man dann besonders bei der abschließenden Weihnachtsfeier, wo sie selbst aber nicht auftritt, sondern nur kurz erwähnt wird.
Animationsmäßig kann man dem Film auch kaum Vorwürfe machen. Das ist wieder ziemlich guter Disneystandard und auch wenn es mich nicht so fasziniert wie beispielsweise Pinocchio, so ist mehr hier halt einfach nicht nötig gewesen und eigentlich sieht der Film ja trotzdem spitze aus. Auch die Musik passt sich da sehr gut an. Über den Überhit habe ich ja bereits gesprochen, aber auch der Rest hört sich sehr gut an, egal ob die Musik am Anfang in dem winterlichen Ort oder der Song über Strolch. Da gibt es nichts zu meckern.
Insgesamt ist "Susi und Strolch" eine der schönsten Liebesgeschichten in der Geschichte Hollywoods, welcher wohl den besten Film Disneys in den 50-ern markiert und auf einem Level mit Pinocchio und Bambi konkurrieren kann. Einfach nur ein wunderschöner Film.

Samstag, 7. November 2009

Filmkritik: Peter Pan


Regie: Clyde Geronimi, Wilfred Jackson, Hamilton Luske
Drehbuch: Ted Sears, Erdman Penner, Bill Peet, Winston Hibler, Joe Rinaldi, Milt Banta, Ralph Wright
Musik: Oliver Wallace
Laufzeit: 77 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren
Trailer: hier

Mit Cinderella und "Alice im Wunderland" hat Disney sich endlich wieder den abendfüllenden Zeichentrickfilmen zugewendet, was zumindest bei Cinderella auch finanziell recht erfolgreich war. Alice hingegen blieb etwas hinter ihren Möglichkeiten zurück. Trotzdem handelte auch der nächste Film (welcher sicherlich schon vor Kinostart von Alice in Produktion war) von einem Mädchen, welches sich in eine fremde Welt begibt. Diesmal geht die Reise ins Nimmerland. Jedoch ist das Mädchen Wendy dabei diesesmal nicht alleine, denn sie wird begleitet von dem ewig jung gebliebenen Peter Pan, sowie ihren Brüdern Michael und John (bzw. in der deutschen Übersetzung Klaus).
Im Nimmerland selbst gibt es diesesmal im Gegensatz auch eine deutlich erkennbare Handlung. Sicherlich versucht Disney in diesem Film auch wieder die verschiedenen Orte und die Schönheit Nimmerlands aufzuzeigen, aber hier gibt es mit den Piraten den ganzen Film über einen klar definierten Bösewicht, dessen Oberhaupt der fiese Captain Hook ist, welcher Peter Pan am liebsten töten möchte und Angst vor einem Krokodil hat, wodurch er bereits eine Hand verloren hat.
Sehr lobenswert ist aber auch der Anfang in London, der sehr schön animiert ist und das klassische England sehr schön zeigt. Natürlich profitiert dieser auch von der leichten Verträumtheit Wendys, die in diesem Film ganz klar die Sympathiefigur darstellt. Als Peter Pan sie und ihre Brüder dann abholt führt dies zu einem ersten Highlight des Films. Denn besonders der Flug über London ist wunderschön und die Musik wieder absolut passend. Wenn man mehrere der alten Disneyfilme hintereinander guckt, merkt man zwar durchaus ein Schema in solchen Szenen, doch passt es einfach sehr gut zusammen und deshalb gibt es da auch nichts zu meckern.
Aber auch die Szenen im Nimmerland lassen sich sehen. Dabei ist es egal, ob es die hübsche Meerjungfraulagune ist, die etwas düstere Höhle oder das Indianerdorf. Alles passt sehr schön zusammen und man bekommt richtig Lust, dort auch einmal zu leben. Allgemein ist alles wieder richtig schön animiert und ich würde sogar behaupten wollen, dass es der erste Disneyfilm nach dem Kriegsende ist, der wieder die Klasse von Pinocchio und Bambi erreicht. Vielleicht waren die Animationen dort noch etwas schwerer zu bewerkstelligen, aber Menschen, Landschaft, Tiere und auch alles andere sieht wirklich ziemlich gut aus und es wirkt nicht so, als wenn dort etwas fehlen würde. Es ist ein rundum toll animierter Disneystreifen und auch die Musik tut ihr übriges dazu, denn auch sie enthält die typischen Disneymerkmale. Besonders die langsam vorgetragenen Baladen sind dabei einmal mehr das Highlight des Films.
Mittlerweile gibt es mit Hook und dem Peter Pan aus 2003 ja auch zwei recht berühmte Realverfilmungen, die sich ebenfalls mit dieser Figur beschäftigen und in meinen Augen ebenfalls auf ihre eigene Weise sehr gelungen sind. Wenn ich nun etwas in der Zeichentrickfassung vermisse, dann sind es wohl die etwas ernsteren Themen. Im Peter Pan von 2003 wollte Wendy Peter beispielsweise überreden bei ihr zu bleiben, während sie ihn in der Zeichentrickfassung freiwillig gehen lässt und auch die Eltern machen in den Realverfilmungen deutlich mehr durch als hier, wo die Eltern gar nicht bemerken, dass ihre Kinder weg waren Aber das sind nur Kleinigkeiten, da der Film auch so sehr gut funktioniert. Wendy ist dabei die gute Seele des Films. Sie ist den ganzen Film über sympatisch und nie wirklich eingebildet. Sie ist es auch, die immer wieder an ihre eigenen Eltern denkt und sich dann am Ende dazu entschließt, nach London zurückzukehren. Peter Pan kommt dabei nicht ganz so gut weg. Er will die ganze Zeit über nur Spaß haben und die Gefühle der anderen Kinder sind ihm da schon ein stückweit egal, auch wenn seine Figur am Ende nochmal eine kleine Wandlung durchmacht. Die Piraten hingegen sind wirklich starke Persönlichkeiten. Insbesondere Hook und sein Assistent Smee sind auch heute noch absolute Kultcharaktere. Ebenso lustig ist dabei das ständig tickende Krokodil, welches zu gerne Captain Hook verspeisen möchte. Allgemein fällt von den einzelnen Figuren keiner wirklich durch, denn auch anfangs unsympatische Charaktere wie Tinkerbell (oder in der deutschen Übersetzung Naseweis) werden zum Ende doch wieder sympatisch. Tinkerbell sorgt eh für einige lustige Momente im Film und die Animation von ihr war ja auch nicht so ganz leicht. Sie ist ja auch nicht umsonst eines der Maskottchen Disneys geworden.
Abschließend lässt sich wohl sagen, dass Peter Pan zurecht einer der großen Klassikers Disneys ist. Sowohl Animation als auch Musik harmonieren einmal mehr perfekt miteinander und auch so genießt man den fast 80 minütigen Trip in ein fernes Land namens Nimmerland. Einfach traumhaft.

Freitag, 6. November 2009

Filmkritik: Alice im Wunderland


Regie: Clyde Geronimi, Wilfred Jackson, Hamilton Luske
Drehbuch: Bill Peet, Joe Grant, u.v.a.
Musik: Oliver Wallace
Laufzeit: 75 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren
Trailer: hier

"Alice im Wunderland" ist wohl einer der eigenwilligsten Filme Disneys. Nach einer wirklich schlüssigen Handlung such man hier vergebens und eigentlich ist der Film nur in mehrere Etappen unterteilt, die Alice nach und nach abläuft. Zusammengehalten wird es eigentlich nur dadurch, dass Alice keine Ahnung hat, was sie eigentlich machen soll und nur umherirrt. Dabei wird recht viel gesungen und Alice trifft auch reichleich eigenwillige Tiere wie beispielsweise sprechende Blumen oder Tiere, die die Form einer Brille annehmen. Dies kann zuweilen albern wirken, macht aber irgendwie auch den Reiz von "Alice im Wunderland" aus, denn auch wenn der Film nicht zu den ganz großen Klassikern Disneys gehört, ist er doch durchaus unterhaltsam.
Der Film beginnt damit, dass Alice sich bei einer Lesestunde mit ihrer Schwester furchtbar langweilt und lieber in ihrem eigens erfundenden Wunderland leben würde. Jedenfalls sieht sie kurz darauf ein weißes Kaninchen mit einer Uhr, welches angeblich keine Zeit hat. Grund genug für Alice diesem zu folgen und in eine Höhle zu kriechen. Kurz danach ist es dann auch schon geschehen und Alice befindet sich im Wunderland. Wer nun in den folgenden 60 Minuten nach irgendeinem Sinn des Wunderlandes sucht, der wird wohl auch danach noch ratlos umherraten. Der Sinn besteht wohl eher darin, dass Alice zum Ende hin doch lieber wieder in der richtigen Welt leben würde. Dazwischen wechselt sie halt ein paarmal ihre Körpergröße und trifft auf eine Menge eigenartiger Geschöpfe. Nach einem kurzen Abstecher auf die hohe See trifft sie erstmal auf zwei Zwillinge, die ihr eine recht belanglose Geschichte erzählen, nur um kurze Zeit später das Haus des weißen Kaninchens aufzusuchen um dessen Haus fast komplett zu zerstören. Man merkt also schon, dass hier alles recht episodenhaft verläuft und kein wirklicher Pfaden zu erkennen ist. Wie schon oben geschrieben besteht der Sinn wohl darin, dass Alice immer weniger Lust bekommt sich in diesem ach so tollen Wunderland aufzuhalten. In der Folgezeit trifft sie dann auch noch auf eine Pfeife rauchende Raupe, einen Hutmacher und Hasen, die gerne Nichtgeburtstag feiern und eine durchgeknallte Katze um sich dann im Finale plötzlich mit einer Königin herumzuärgern, die gerne Leute köpft. Dabei sind die einzelnen Szenen mal besser und mal etwas schlechter gelungen. Am Ende fragt man sich, ob wirklich alles hätte gezeigt werden müssen und ob der Twist am Ende wirklich befriedigt muss auch jeder selbst beantworten. Irgendwie wird der Film dadurch durchaus leicht überflüssig.
Wer mit dieser doch recht skurilen Geschichte zurechtkommt, wird animationsmäßig aber doch ziemlich gut entschädigt. Die einzelnen Abschnitte des Films sind doch recht abwechslungsreich und die Animation bewegt sich dabei auf konstant hohem Niveau. Auch die Musik ist dabei gut getroffen und man wird in dieser Hinsicht bestens bedient. Am besten gelungen ist dabei sicherlich das Finale. Allein die ganze Animation der Karten ist extrem schick und auch die Menschen sind wirklich schön animiert. Wirklich realistisch werden sie mit Ausnahme von Alice ja nicht dargestellt, aber sowohl die Herzkönigin als auch der König sorgen schon für einige schöne Momente.
Positiv hervorzuheben ist auch der Hauptcharakter des Films. Alice hat wie auch schon einige Disneyfiguren davor nicht die ganz große Tiefe, aber trotzdem hat man mit ihr Mitgefühl, wenn sie im Wunderland langsam verzweifelt. Wirklich hervorheben tut sie sich dann auch im Finale. Sowohl das Wortgefecht mit der Königin als auch der Kampf mit ihrem Krocketschläger sorgen für einige Lacher.
Somit ist Alice also ein durchaus unterhaltsamer Film geworden. Wirklich viel Sinn steckt nicht hinter der Geschichte, aber der Hauptcharakter ist sympatisch und auch animationsmäßig und musikalisch gibt der Film einiges her.

Donnerstag, 5. November 2009

Filmkritik: Cinderella


Regie: Clyde Geronimi, Wilfred Jackson, Hamilton Luske
Drehbuch: Bill Peet, Erdman Penner, Ted Sears, Winston Hibler, Homer Brightman, Harry Reeves, Ken Anderson, Joe Rinaldi
Musik: Paul J. Smith, Oliver Wallace
Laufzeit: 72 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren
Trailer: hier

Mit Cinderella widmete sich Disney erstmals seit Bambi wieder einem ganzen Spielfilm, in dem nicht wahrlos irgendwelche Kurzgeschichten zusammengefügt wurden. Jedenfalls merkt man diesen Stilwechsel schon recht schnell und es fühlt sich sehr angenehm an. Sicherlich sollte man die Zeit davor nicht komplett verdammen und genauso wenig werde ich nun Cinderella komplett in den Himmel loben, denn das hat er meiner Meinung nach auch nicht verdient.
Ähnlich wie bei Schneewittchen steht man hier wieder vor dem Problem, ein eigentlich recht kurzes Märchen auf Filmspiellänge zu bringen und das merkt man dem Film auch an. Die eigentliche Hauptstory ist natürlich sehr gut umgesetzt worden und vor allem in der Ballszene spürt man erstmals wieder die ganz große Magie, die die ersten Spielfilme Disneys so unvergleichbar machten. Sie ist nicht so grandios geworden wie dann 9 Jahre später in Dornröschen am Ende, aber trotzdem ist die Tanzszene doch ziemlich schick. Die einzige Sache, die man in dieser Szene diskutieren könnte, ist die Art wie Cinderella aussieht. Das Kleid, welches sie anfangs trug, machte sie deutlich natürlicher als nun dieses der guten Fee. Sicherlich durfte sie nicht wie Cinderella aussehen, denn dann hätte die Stiefmutter diese ja sofort erkannt. Dies ändert aber nichts daran, dass sie damit deutlich hübscher war und schade ist es deshalb auch, dass sie dann am Ende schon wieder so wie auf dem Ball aussieht. Aber das ist in diesen Szenen nicht weiter tragisch.
Ansonsten ist die Figur der Cinderella aber sehr schön herausgearbeitet. Sie ist glücklicherweise nicht mehr ganz so zuckersüß wie noch Schneewittchen. Immerhin hat man bei ihr nicht ständig das Gefühl, dass sie nur von ihrem Prinzen träumt, was dann auch bei der Ballszene ziemlich deutlich wird. Sie gibt sich schon mit recht einfachen Dingen zufrieden und wirkt auch so einfach sympatisch und man kann mit ihr schon ziemlich gut mitfühlen. Allerdings verpasst man es auch hier ein wenig, sie etwas aktiver werden zu lassen. Die meisten Aufgaben erledigen hier mal wieder die Tiere und nicht Cinderella selbst. Ihr wird in der zweiten Hälfte doch ziemlich viel zugeworfen und sie selbst macht dafür nicht sehr viel. Dies zeigt zwar deutlich, wie sehr sie die anderen Figuren des Films (ausgenommen natürlich Stiefmutter und ihre Töchter) mögen und sie für ihre ganze Arbeit endlich belohnt wird. Trotzdem hätte doch für sie selbst auch noch etwas übrig bleiben können.
Allgemein hat man teilweise das Gefühl, dass in Wirklichkeit die Mäuse die Hauptrolle inne haben und Cinderella teilweise in den Hintergrund gerät. Das Katz und Maus spielen nimmt ja fast mehr Zeit ein als die ganze Prinzengeschichte, was besonders in der ersten Hälfte deutlich ins Gewicht fällt. Man sieht zwar kurz wie Cinderella die Tiere füttert, den anderen das Frühstück zubereitet und kurz auch mal den Boden wischt, aber deutlich mehr stehen die beiden Mäuse Karlie und Jack im Mittelpunkt, die sich ständig mit der Katze Luzifier streiten. Dies ist anfangs noch ganz lustig, mit der Zeit dann aber auch etwas eintönig. Sicherlich ist das der recht einfachen Story des Märchens geschuldet, aber man hätte ruhig noch etwas mehr von Cinderella zeigen können. Der Anfang wurde ja recht schnell abgehandelt.
Aber auch der Prinz kommt in diesem Film nur ganz kurz vor. Genaugenommen bekommt man ihn nur kurz bei der Ballszene zu sehen und den Rest übernimmt dann der Großherzog, der zwar ganz witzig ist, aber auch deutlich unwichtiger als der Prinz. Wieso will der Prinz selbst denn nicht mit dem König sprechen und ihm sagen, wie er sich fühlt und wieso wartet der Prinz lieber im Schloss als selbst nach ihr zu suchen. Sicherlich erfüllt auch der Herzog seine Rolle, aber so hätte der Prinz doch deutlich mehr Tiefe erlangen könne. Nun bleibt er halt ähnlich blass wie schon der Prinz aus Schneewittchen.
Kommen wir nun noch zur Animation. Wie bereits erwähnt sind insbesondere die Szenen im Schloss sehr gelungen und die Tanzszene zwischen dem Prinz und Cinderella sorgt endlich mal wieder für so etwas wie Magie. So grandios wie die Szenen in Bambi sind sie zwar auch nicht, aber das passte schon gut. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass die Musik in Bambi noch einen Tick unverwechselbarer war. Die Musik in Cinderella ist keinesfalls schlecht und oftmals sogar ziemlich gut, nur halt im Vergleich mit den anderen Soundtracks der Disneyfilme kann sie nicht zu 100 % mithalten.
Die Animation abseits der Ballszene ist dann allerdings etwas unspektakulärer geraten. Sie ist nicht schlecht, aber den ganz großen Standard wie Pinocchio oder Bambi erreicht sie nicht, da die einzelnen Räume für mich nicht so detailreich gezeichnet wurden wie noch in den anderen Filmen und auch die Mäuse und Vögel sind doch recht einfach gezeichnet und stellen keinesfalls eine Revolution dar. Das gewisse Etwas fehlt halt diesen Szenen. Aber man muss ja auch bedenken, dass das Studio damals nicht gerade die besten finanziellen Möglichkeiten hatte. Deshalb sollte man froh sein, dass zumindest die zweite Hälfte so schön aussieht und guter Standard ist ja auch die erste Hälfte.
Allgemein ist Cinderella ein recht schönes Märchen geworden. Es gibt zwar ein paar Dinge, die ich an dem Streifen auszusetzen habe, aber das liegt möglicherweise auch an der nicht ganz so detailreichen Vorlage. Für die Rückkehr Disneys ins Spielfilmgenre ist der Film aber sicherlich sehr gut geglückt.

Montag, 2. November 2009

Filmkritik: Musik, Tanz und Rhythmus


Regie: Clyde Geronimi, Wilfred Jackson, Jack Kinney, Hamilton Luske
Drehbuch: William Cottrell, Bob Moore , u.v.a.
Laufzeit: 72 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren

Auch wenn ich wohl nicht der ganz große Fan der letzten Meisterwerke werde (also jene, die nur eine Ansammlung von Kurzgeschichten darstellen), so wurden diese trotzdem immer besser. Mit "Musik, Tanz und Rhythmus" machte man aber wieder einen deutlichen Schritt zurück. Zum einen gibt es nun wieder mehrere kleinere Filme, die unabhängig voneinander sind. Dies muss nicht umbedingt etwas schlechtes bedeuten, doch sind die Kurzfilme an sich nicht so sonderlich prickelnd.
Der Anfangsfilm mit dem Wintersetting ist dabei noch ganz nett geraten. Es mag zwar etwas kitschig wirken, dass zwischen den beiden Menschen auch noch zwei verliebte Hasen Schlittschuh laufen müssen, aber an sich ist der Film gar nicht so verkehrt, selbst wenn die Rettungsjagd am Ende auch etwas dusselig ist und wohl ins typische Disneyschema passt. Die Animation in diesem Film würde ich zwar nicht als hochwertig bezeichnen (allein die Menschen sind schon recht einfach gehalten), aber insgesamt geht das ok.
Allerdings werden die Kurzfilme danach nicht mehr deutlich spektakulärer. Es gibt sogar recht viele Durchhänger und am Lustigsten dürfte dann noch Little Toot ausgefallen sein, ein Film über ein kleines Schiff, welches anfangs noch verspielt und später dann allmählich erwachsener wird. Dies hat zwar ein großes Kitschpotential, doch hebt es sich angenehm von den anderen Kurzfilmen des Streifens ab und man hat sogar Sympathien mit "Little Toot". Der Film bleibt zwar die ganze Zeit über recht freundlich, denn selbst bei ernsten Szenen hat man nicht das Gefühl, dass das Geschehen jetzt super tragisch ist, aber der Film ist lustig und auch musikalisch macht der Film ein wenig her. Ein großer Klassiker unter den Disneyfilmen sind diese Songs zwar nicht, aber trotzdem sind sie deutlich besser als die der anderen Kurzfilme.
"Little Toot" war dann leider aber auch das letzte Highlight des Films, denn die anderen Kurzfilme fallen leider durch. Dabei hat man sogar die drei Caballeros nochmal aufgewärmt, die ebenfalls zu einem Song tanzen und dabei wurde dies mal wieder mit Realszenen verbunden, wobei die Dame ebenfalls aus dem Cabelleros-Film entsprungen sein könnte (hab das jetzt nicht genau verglichen). Die Musik in diesem Film ist ganz ok, allerdings ist der Film an sich danach auch wieder recht schnell vergessen.
Das gleiche gilt dann auch für den Schlussfilm, der von einer Romanze im wilden Westen handelt. Dies ist leider reichlich langweilig geraten. Die Musik brennt sich nicht ins Gedächtnis ein und allgemein ist dieses Segment aus heutiger Sicht ziemlich unspektakulär. Sicherlich muss man bedenken, dass dieser Film schon 60 Jahre alt ist und es damals noch nicht die ganz großen Western gab, doch haben andere Filme aus dieser Zeit durchaus bewiesen, dass sie zeitlos sein können. Das ist hier und auch bei einigen anderen der Filme leider nicht der Fall.
Deshalb bleibt jetzt am Ende auch gar nicht so viel übrig zu sagen. Es gibt zwei kleine Lichtblicke in dieser Ansammlung von Kurzfilmen, doch der Rest ist leider recht schnell vergessen. Hinzu kommt, dass er animationsmäßig recht unspektakulär daherkommt und allgemein die ganzen Geschichten etwas unsortiert wirken. Somit ist "Musik, Tanz und Rhythmus" neben "Saludos Amigos" der schwächste Film dieser Epoche. Schade.

Freitag, 30. Oktober 2009

Filmkritik: Saludos Amigos


Regie: Norman Ferguson, Wilfred Jackson, Jack Kinney, Hamilton Luske, Bill Roberts
Drehbuch: Homer Brightman, Ralph Wright, Roy Williams, Harry Reeves, Dick Huemer,Joe Grant
Musik: Edward H. Plumb, Paul J. Smith
Laufzeit: 40 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren
Trailer: hier

Da während des zweiten Weltkriegs der europäische Filmmarkt größtenteils abgeschnitten war und auch Amerika sich mittlerweile im Krieg befand, fanden Filme wie Bambi in der damaligen Zeit kaum noch Anklang und Amerika selbst setzte eher auf Propagandafilme, die auch vor Disney nicht halt machten. So sollte er für Propaganda einen Ausflug nach Südamerika machen um dort vor dem sich ausbreitenden Nationalsozialismus zu warnen. So nutzte Disney damals die Chance und ließ sich von den einzelnen Ländern dazu verleiten, Kurzfilme zu drehen und diese mit billiger zu produzierenden Realfilmsequenzen zu verbinden, da die finanzielle Lage damals nicht mehr allzu gut war. Deshalb ist der Film letztendlich auch nur 40 Minuten lang geworden und enthält gerade mal 4 Kurzfilme. Ursprünglich war mal geplant, noch ein paar mehr Realfilmsequenzen mit einzubinden, doch wurden diese dann geschnitten. Dies ist ja auch nicht der Sinn eines Disneyfilms, der ja vor allem durch seine Zeichentrickfiguren lebt. In diesem Film hier werden einige Figuren neu erfunden, aber es wurden mit Donald und Goofy auch zwei bekannte Gesichter in die Geschichten mit eingebunden, wobei Donald sogar in zwei Kurzfilmen auftaucht.
Kurzfilme können natürlich etwas wunderschönes sein, doch funktioniert das hier nicht so wirklich. Dafür sorgt schon die nervige Benutzung eines Off-Sprechers, der die Figuren in diesen Filmen vorantreibt und diese sogar auf ihn reagieren. Statt wirklich originelle Kurzfilme abzuliefern, beschränkt man sich hier meist auf Situationskomik mit den bekannten Gesichtern Donald und Goofy. Die einzige Geschichte mit komplett neuen Gesichtern ist die von Pedro, einem kleinen Flugzeug, welches Post ausliefern muss. Aber auch hier nervt der Sprecher ungemein und während man in Bambi gesehen hat, dass Animation ohne Dialog deutlich besser funktionieren kann, kommt hier bis auf den Titelsong "Saludos Amigos" kein Gefühl für Musik auf. Bei Pedro kommt noch hinzu, dass man hier ähnliche Probleme haben könnte wie beispielsweise mit Pixar' s Cars. Lebendige Flugzeuge wirken nicht so wirklich gut. Die abschließende Pointe des Kurzfilms ist dann auch eher erzwungen als wirklich lustig.
Der wohl gelungenste Kurzfilm ist dann wohl der letzte der vier Kurzfilme, da dieser zumindest animationsmäßig etwas herzaubert und es ist sehr schön mit anzusehen, wie der Pinsel dort des öfteren etwas zeichnet. Negativ ist dann höchstens, dass man Disneys Nervensäge Nummer 1 Donald mit einbinden musste und dann noch einen nicht weniger nervigen Papagei, selbst wenn er zu Brasilien ganz gut passt. Damit verliert der Kurzfilm dann auch seinen großen Glanz und es wird alles recht schnell abgehandelt. Kurz wird noch Samba gespielt und dann ist plötzlich der Film zu Ende ohne das man damit gerechnet hätte.
Wenn man bedenkt in welcher Zeit der Film entstand, dann ist er wohl noch ganz ok. Immerhin gab es in dieser Zeit wichtigere Dinge als den Zeichentrick. Trotzdem ist es schade, dass mit den ganz großen Meisterwerken nun erstmal Schluss war. Für die Kurzgeschichten hätte man sich aber ein paar interessantere Dinge gewünscht.