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Dienstag, 10. November 2009

Filmkritik: 101 Dalmatiner


Regisseur: Clyde Geronimi, Hamilton Luske, Wolfgang Reitherman
Drehbuch: Bill Peet
Musik: George Bruns
Laufzeit: 77 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren
Trailer: hier

Mit "101 Dalmatiner" begann in den Disneystudios ein neues Zeitalter. Auch wenn Dornröschen an den Kinokassen durchaus gut lief, so war der Film doch viel zu teuer um tatsächlich Gewinn zu machen. Das bedeutete also, dass man das Budget deutlich kürzen musste und man somit eine neue deutlich billigere Technologie entwickeln musste. Dies gelang mit dem Xerox Prozess durchaus, allerdings hat dies zur Folge, dass der Film längst nicht grandios aussieht wie noch Dornröschen. Da die Geschichte hier aber ziemlich gut funktioniert und mit Cruella De Vil mal wieder ein erstklassiger Bösewicht entwickelt wurde, kann man darüber auch hinwegsehen.
Als animationsmäßigen Höhepunkt werde ich die Dalmatiner aber sicherlich nicht bezeichnen. Sicherlich sind die Dalmatiner durchaus niedlich und auch an deren Herrchen Roger und Anita ist nicht wirklich was auszusetzen, aber ein so traumhaftes Gefühl wie bei den Meisterwerken der 50-er kommt halt einfach nicht auf. Dafür ist das alles einfach nicht farbenfroh genug und irgendwie doch etwas zu trist. Da hilft dann auch das an sich nette Wintersetting nicht so viel.
Dafür entschädigt aber die Story, die hier deutlich interessanter erscheint als bei Dornröschen, denn hier spielen wirklich die Dalmatiner die Hauptrolle und glücklicherweise unterscheidet sich der Film dabei gleichzeitig auch recht deutlich von "Susi und Strolch". Während "Susi und Strolch" eine große Liebesgeschichte war, geht es hier um eine Rettungsjagd der Kinder und auf die Liebe zwischen Pongo und Perdi wird nur am Anfang eingegangen. Das bedeutet aber nicht, dass dort überhaupt keine Harmonie herrscht. Die beiden geben trotzdem ein sehr schönes Pärrchen ab. Einige Charaktere aus "Susi und Strolch" haben sogar kleine Gastauftritte. Dazu zählt sogar Susi selbst, auch wenn man sie nicht ganz so gut erkennt.
Ein echtes Highlight sind aber auch mal wieder die Bösewichter. Cruella de Vil dürfte natürlich jedem ein Begriff sein und sie ist in diesem Film auch ziemlich schräg drauf. Aber auch ihre beiden Handlanger sollte man nicht vernachlässigen. Denn auch wenn sie etwas tolpatschig erscheinen mögen, so lassen sie diesen Film doch erst rund erscheinen und mit den Beiden gibt es sogar die ein oder andere lustige Szene. Ohne die Beiden gäbe es ja auch niemanden, den Cruella anschreien könnte und dann wäre sie selbst ja auch ziemlich langweilig.
Von den typischen Disneysongs sollte man in diesem Film aber nicht zu viel erwarten. Das Lied "Cruella de Vil" hat ja mittlerweile durchaus Kultstatus, aber ist dies praktisch auch das einzige wirkliche Lied, welches sich einem einprägt. Mehr wird dann ja auch nicht gespielt. Es gibt da nur noch einen Werbesong im Fernsehen und hinzu kommt noch ein etwas freundlicheres Lied am Ende des Films. Das war es dann aber auch schon. Dafür ist aber zumindest die normale Hintergrundmusik wieder klassisch Disney und hier sollte man deutlich auf seine Kosten kommen.
So gesehen ist "101 Dalmatiner" ein durchaus unterhaltsamer Film und ein guter Start in eine neue Disneyepoche, die stilistisch aber einen Weg ging, die mir nur bedingt gefiel. Disney selbst war damals auch nicht wirklich davon überzeugt und war eher dem Stil der 50-er Jahre verbunden. Aber was soll man schon groß machen, wenn die Kosten das Einspiel bei weitem überschreiten und storymäßig waren die Filme in der kommenden Zeit ja durchaus ansprechend, was insbesondere auch auf die Dalmatiner zutrifft. Deshalb ist der Film auch definitiv eine Empfehlung wert, denn die Hauptdarsteller und der Bösewicht sind einsame Spitze.

Montag, 9. November 2009

Filmkritik: Dornröschen


Regie: Clyde Geronimi
Drehbuch: Erdman Penner
Musik: Pjotr Iljitsch Tschaikowski, George Bruns
Laufzeit: 71 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren
Trailer: hier

Nach "Schneewittchen und die sieben Zwerge" und "Cinderella" nahm sich Disney mit "Dornröschen" zum dritten Mal einem klassischen Märchen an. Dabei stand man nun vor dem Problem, den Film nicht ganz so wirken zu lassen, wie schon die zwei vorherigen Filme. Es ist sicherlich kein Geheimnis, dass das letzte Drittel von Dornröschen einige Gemeinsamkeiten mit Schneewittchen aufweist und vom Aussehen her dem von Cinderella etwas gleicht. Ebenso wie Cinderella verliebt sich auch Aurora bereits in der Mitte des Films in einen Prinz ohne zu wissen um wen es sich eigentlich handelt. Es gab also durchaus einige Gemeinsamkeiten mit den beiden anderen klassischen Märchen. Dies wirkt sich während des Films am meisten auf Aurora aus, die im Vergleich zu den anderen beiden Prinzessinen deshalb auch etwas blass bleibt und somit den größten Kritikpunkt in einem sonst sehr schönem Animationsfilm aus dem Hause Disneys bildet.
Dies liegt wohl am meisten an dem recht eigenwilligen Stil Dornröschens, der sich doch recht deutlich von anderen Disneyfilmen abhebt und in dieser Form auch in der Folgezeit einzigartig blieb. Der ganze Film fühlt sich wie ein wunderschönes, sich bewegendes, Gemälde an. Hinzu kommt noch die unvergleichbare Musik Tschaikowskis, der noch zu Lebzeiten ein eigenes Ballett zu Dornröschen schrieb. Das Disney dies nun für seinen eigenen nutzt, ist ein wahrer Glücksfall. Insbesondere das Stück "Once upon a dream" (oder in Deutsch "Eines Nachts im Traum") ist mittlerweile einer der ganz großen Klassiker Disneys und insbesondere die Waldszene mit Aurora und Prinz Phillip ist die vielleicht schönste Tanzszene in der Geschichte Disney mit der sich wohl nur "Die Schöne und das Biest" messen kann.
Diese Szene jedenfalls gibt auch sehr schön den Stil Dornröschens wieder. Hier ist alles etwas gehobener als noch bei den anderen Filmen Disneys. Dies führt aber manchmal auch dazu, dass sich der Film etwas sperrig anfühlt. Deshalb ist der Film auch nicht ganz und gar perfekt, denn die Figuren selbst wachsen einem nicht ganz so ans Herz wie es noch in den vergangenen Filmen der Fall war. Dies trifft vor allem auf Aurora zu, die man durchaus als eine Mischung aus Cinderella und Schneewittchen bezeichnen kann. Im Aussehen ähnelt sie Cinderella und im Verhalten eher dem Schneewittchens, was insbesondere an ihrer Verträumtheit den ganzen Film über hinweg deutlich wird. Der Prinz hingegen bekommt in diesem Film endlich mal etwas mehr zu tun als noch in den anderen Filmen. Bei Schneewittchen tauchte er ja nur kurz am Anfang und dann ganz am Schluss auf und in Cinderella war er ja völlig profillos. Hier hingegen bekommt er schon frühzeitig ein Gesicht und er gerät auch mal richtig in Gefahr. Hinzu kommt, dass er nicht ganz so sehr dem Adel verbunden ist wie noch die beiden Vorgänger. So reitet er allein durch die Gegend, will ein normales Mädchen heiraten und macht sich am Ende dafür noch die Hände schmutzig. Umso ärgerlicher ist es da eigentlich, dass er zum Ende ständig von drei Feen begleitet wird. Diese Feen dominieren eh den ganzen Film. Sie sind praktisch die Mäuse aus Cinderella, ständig präsent und man widmet ihnen deutlich mehr Zeit als der eigentlichen Hauptfigur. Während sich Aurora durch den Wald tanzt, sieht man halt wie die Feen den Haushalt ohne Zauberstäbe bewältigen müssen und wie sie diese dann doch wieder einsetzen. Aber auch davor und danach sind diese drei Feen ständig anwesend. Sicherlich gehört es zur Story dazu, dass sie sich um Aurora kümmern und somit auch Hauptfiguren sein müssen, aber trotzdem ist es irgendwie schade, dass der Film dann auch oftmals nur daraus besteht, wie sich zwei der Feen ständig streiten, wobei der ständige Farbwechsel des Kleides ganz lustig ist.
Ein wirkliches Highlight ist aber sicherlich der Bösewicht des Films, die böse Malefiz. Ihres ganzes Aufteten und auch ihr Aussehen ist ziemlich angsteinflößend. Auch ihre Heimat bildet da keine Ausnahme. Auch die ganzen Koboldtänze und wie Malefiz teilweise auf diese einschlägt, ist für einen Disneyfilm schon recht hart. Das Finale toppt dann aber natürlich nochmal alles. Auch wenn es recht lustig ist, wie kurz eigentlich der Weg zwischen Malefiz Domizil und dem Königreich ist, so ist es doch sehr gut durchgeplant und eines der besten Enden die Disney je hervorgebracht hat. Vor allem der Drache ist dann nochmal ein Highlight und auch die Musik ist hier wieder sehr schön dramatisch. Einziger Schönheitsfehler ist hier mal wieder das direkte Eingreifen der Feen. Wieso konnte der Prinz dies denn nicht alleine erledigen?
Wirklich schön ist dann aber einmal mehr auch das Finale, in dem das Liebespaar dann ähnlich wie in Bambi in den Wolken tanzt. Eine ähnliche Sequenz war auch schon für Cinderella geplant gewesen, wurde dann aber doch noch verworfen. Noch besser als der Tanz in den Wolken ist aber wohl der ständige Farbenwechsel von Auroras Kleid, welcher dieser Szene erst seine wahre Magie herbeiführt. Das Tanzhighlight bleibt aber trotzdem die Szene in der Mitte des Films, in der Aurora mit dem Prinz noch durch den Wald tanzt, da diese noch etwas zeitloser wirkt und noch nicht das ganz große Happy End heraufbeschwört.
Insgesamt ist Dornröschen aber ein wirkliches Highlight in der Geschichte Disneys. Zwar nicht umbedingt von der Story, denn diese ist nur ok, aber animationsmäßig und musikalisch hat man es hier mit einem wahren Meisterwerk zu tun, welches auch in der Folgezeit seinesgleichen suchte. Sowohl in romantischen, ruhigen als auch temporeicheren Szenen bewegt sich die Animation auf konstant hohem Niveau, welche auch 50 Jahre später nichts von ihrem Glanz verloren hat.

Sonntag, 8. November 2009

Filmkritik: Susi und Strolch


Regie: Clyde Geronimi, Wilfred Jackson, Hamilton Luske
Drehbuch: Ward Greene, Erdman Penner, Joe Rinaldi, Ralph Wright, Don DaGradi
Musik: Oliver Wallace
Laufzeit: 73 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren
Trailer: hier

Nachdem sich Disney in der Nachkriegszeit vorerst mit menschlichen Figuren und fantasiereichen Storys beschäftigt hatte, kam mit "Susi & Strolch" erstmals seit Bambi wieder ein Film über Tiere in die Kinos, der sich diesesmal den Hunden annahm. Zum einen gibt es da Susi (in der englischen Fassung übrigens einfach Lady genannt), die wohlgehütet bei einer Familie aufwächst und zum anderen Strolch, der seinem Namen alle Ehre macht. Er hat weder ein festes Zuhause noch eine bestimmte Familie und schnorrt sich bei anderen Personen durchs Leben. Doch eines Tages kreuzen sich dann ihre Wege.
Der Anfang des Films ist dabei schon sehr stimmungsvoll. Eine wunderschöne Winterlandschaft an Weihnachten und schöne ruhige Musik im Hintergrund sorgen gleich für ordentlich Stimmung. Kurz darauf sehen wir auch gleich Susi als Baby, die ein Weihnachtsgeschenk darstellt. Natürlich ist der Knuddelfaktor wie bei so ziemlich jedem Hundebaby sehr hoch und auch wenn sie gleich in ihrer ersten Nacht ordentlich frech ist, so schließt man sie doch komplett in ihr Herz, zumal sie in diesen Szenen ja noch nicht sprechen kann.
Kurze Zeit später ist es dann aber auch schon vorbei mit der Herrlichkeit und Susi muss sich langsam dem Alltag stellen als Frauchen und Herrchen Nachwuchs bekommen und Susi damit anfangs nicht so viel anfangen kann, da sie nicht mehr der alleinige Mittelpunkt ihrer Familie ist. Jedoch arrangiert sie sich dann doch recht schnell mit diesen Gegebenheiten und motzt nicht großartig rum. Dies geschieht erst als Frauchen und Herrchen verreisen und Tante Sarah (in der deutschen Fassung Tante Clara) das Haus hüten soll, welche mit Hunden nicht viel anzufangen weiß und außerdem zwei siamesische Katzen mitbringt, die Susi schlussendlich aus dem Haus vergraulen. Als ihr dann auch noch ein Maulkopf aufgesetzt wird nimmt Susi endgültig reißaus und trifft auf Strolch, der sie vorher schonmal in ihrem Garten besucht hat.
Was nun beginnt ist eine romantische Geschichte, wo beide sich zwar recht schnell ineinander verlieben, aber trotzdem für eine der großen Momente in der Geschichte Disneys sorgen. Denn besonders die Spaghettiszene ist mittlerweile legendär und der Song "This is the night" (Schön ist die Nacht) ist einer der ganz großen Disneyklassiker. Für mich ist die Szene in Bambi zwar noch einen Tick besser, aber nach dem Film hat man definitiv einen Ohrwurm für die nächsten Tage.
Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Szenen danach etwas abflachen. Es gibt zwar durchaus noch ein paar Wendungen in der Beziehung zwischen Susi und Strolch, doch hat man ein wenig das Gefühl, dass die Geschichte doch schon erzählt ist. Das Ende wird dann auch noch etwas überdramatisiert. Das soll aber nicht bedeutet, dass die Story danach schlecht ist, denn sie ist immer noch ziemlich gut. Sie hat ordentlich Witz und einmal mehr kommen Tierjäger hier nicht so wirklich gut weg, nur das absolute Highlight ist halt schon geschehen. Es ist halt oftmals problematisch, wenn das Highlight des Films schon in der Mitte des Films stattfindet. Deshalb ist es schon erstaunlich, wie gut sich "Susi und Strolch" da noch aus der Affäre ziehen. Es ist ja eh der erste abendfüllende Disneyfilm, der auf einer eigenen Geschichte basiert. Die Story wurde zwar schon zwei Jahre vor Kinostart als Buch veröffentlicht, allerdings geschah dies auf den Wunsch Disneys, da er sich erhoffte, dass die Geschichte von Susi und Strolch zum Kinostart dann schon etwas bekannter ist.
Nicht zu vergessen sind aber auch die Nebencharaktere des Films wie beispielsweise Jock und Pluto (bzw. Trusty), die sich ebenfalls Sorgen über Susi machen. Besonders toll sind aber auch die Hunde in der Tierhandlung. Es ist fast etwas schade, dass man diese nur so kurz zu sehen bekommt. Jeder dieser Charaktere hätte durchaus mehr Zeit verdient gehabt. Aber auch die einzelnen menschlichen Figuren sind herzallerliebst, was auch auf die beiden italienischen Kellner zutrifft und insbesondere auch auf das Herrchen und Frauchen von Susi. Man muss natürlich bedenken, dass dies ein Film aus der Sicht von Hunden ist und die Menschen dadurch nur Nebenfiguren sind, aber trotzdem hat man vor allem Susis Familie sehr viel Wärme ausgestattet. Sie sind immer sehr zuvorkommend zu Susi und es ist auch recht viel Wortsitz vorhanden, wenn Herrchen Susi nur für eine Nacht im Bett schlafen lassen möchte oder sich auf charmante Weise aufregt, dass Susi ihn so früh am Sonntag weckt, von kaputten Zeitungen kaum zu reden. Einzig in der Mitte des Films konnte man nicht so recht erahnen, wie sehr die Beiden nun noch zu Susi stehen, aber dies war zu der Fortführung der Geschichte auch notwendig und vielleicht ist deshalb auch das etwas überdramatisierte Ende nötig, da man da endlich erkennt, wie sehr Herrchen und Frauchen Susi lieben.
Außerdem gibt es somit auch eine Versöhnung mit Tante Clara, die ja nicht allzu begeistert von Susi war. Diese Versöhnung bemerkt man dann besonders bei der abschließenden Weihnachtsfeier, wo sie selbst aber nicht auftritt, sondern nur kurz erwähnt wird.
Animationsmäßig kann man dem Film auch kaum Vorwürfe machen. Das ist wieder ziemlich guter Disneystandard und auch wenn es mich nicht so fasziniert wie beispielsweise Pinocchio, so ist mehr hier halt einfach nicht nötig gewesen und eigentlich sieht der Film ja trotzdem spitze aus. Auch die Musik passt sich da sehr gut an. Über den Überhit habe ich ja bereits gesprochen, aber auch der Rest hört sich sehr gut an, egal ob die Musik am Anfang in dem winterlichen Ort oder der Song über Strolch. Da gibt es nichts zu meckern.
Insgesamt ist "Susi und Strolch" eine der schönsten Liebesgeschichten in der Geschichte Hollywoods, welcher wohl den besten Film Disneys in den 50-ern markiert und auf einem Level mit Pinocchio und Bambi konkurrieren kann. Einfach nur ein wunderschöner Film.

Samstag, 7. November 2009

Filmkritik: Peter Pan


Regie: Clyde Geronimi, Wilfred Jackson, Hamilton Luske
Drehbuch: Ted Sears, Erdman Penner, Bill Peet, Winston Hibler, Joe Rinaldi, Milt Banta, Ralph Wright
Musik: Oliver Wallace
Laufzeit: 77 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren
Trailer: hier

Mit Cinderella und "Alice im Wunderland" hat Disney sich endlich wieder den abendfüllenden Zeichentrickfilmen zugewendet, was zumindest bei Cinderella auch finanziell recht erfolgreich war. Alice hingegen blieb etwas hinter ihren Möglichkeiten zurück. Trotzdem handelte auch der nächste Film (welcher sicherlich schon vor Kinostart von Alice in Produktion war) von einem Mädchen, welches sich in eine fremde Welt begibt. Diesmal geht die Reise ins Nimmerland. Jedoch ist das Mädchen Wendy dabei diesesmal nicht alleine, denn sie wird begleitet von dem ewig jung gebliebenen Peter Pan, sowie ihren Brüdern Michael und John (bzw. in der deutschen Übersetzung Klaus).
Im Nimmerland selbst gibt es diesesmal im Gegensatz auch eine deutlich erkennbare Handlung. Sicherlich versucht Disney in diesem Film auch wieder die verschiedenen Orte und die Schönheit Nimmerlands aufzuzeigen, aber hier gibt es mit den Piraten den ganzen Film über einen klar definierten Bösewicht, dessen Oberhaupt der fiese Captain Hook ist, welcher Peter Pan am liebsten töten möchte und Angst vor einem Krokodil hat, wodurch er bereits eine Hand verloren hat.
Sehr lobenswert ist aber auch der Anfang in London, der sehr schön animiert ist und das klassische England sehr schön zeigt. Natürlich profitiert dieser auch von der leichten Verträumtheit Wendys, die in diesem Film ganz klar die Sympathiefigur darstellt. Als Peter Pan sie und ihre Brüder dann abholt führt dies zu einem ersten Highlight des Films. Denn besonders der Flug über London ist wunderschön und die Musik wieder absolut passend. Wenn man mehrere der alten Disneyfilme hintereinander guckt, merkt man zwar durchaus ein Schema in solchen Szenen, doch passt es einfach sehr gut zusammen und deshalb gibt es da auch nichts zu meckern.
Aber auch die Szenen im Nimmerland lassen sich sehen. Dabei ist es egal, ob es die hübsche Meerjungfraulagune ist, die etwas düstere Höhle oder das Indianerdorf. Alles passt sehr schön zusammen und man bekommt richtig Lust, dort auch einmal zu leben. Allgemein ist alles wieder richtig schön animiert und ich würde sogar behaupten wollen, dass es der erste Disneyfilm nach dem Kriegsende ist, der wieder die Klasse von Pinocchio und Bambi erreicht. Vielleicht waren die Animationen dort noch etwas schwerer zu bewerkstelligen, aber Menschen, Landschaft, Tiere und auch alles andere sieht wirklich ziemlich gut aus und es wirkt nicht so, als wenn dort etwas fehlen würde. Es ist ein rundum toll animierter Disneystreifen und auch die Musik tut ihr übriges dazu, denn auch sie enthält die typischen Disneymerkmale. Besonders die langsam vorgetragenen Baladen sind dabei einmal mehr das Highlight des Films.
Mittlerweile gibt es mit Hook und dem Peter Pan aus 2003 ja auch zwei recht berühmte Realverfilmungen, die sich ebenfalls mit dieser Figur beschäftigen und in meinen Augen ebenfalls auf ihre eigene Weise sehr gelungen sind. Wenn ich nun etwas in der Zeichentrickfassung vermisse, dann sind es wohl die etwas ernsteren Themen. Im Peter Pan von 2003 wollte Wendy Peter beispielsweise überreden bei ihr zu bleiben, während sie ihn in der Zeichentrickfassung freiwillig gehen lässt und auch die Eltern machen in den Realverfilmungen deutlich mehr durch als hier, wo die Eltern gar nicht bemerken, dass ihre Kinder weg waren Aber das sind nur Kleinigkeiten, da der Film auch so sehr gut funktioniert. Wendy ist dabei die gute Seele des Films. Sie ist den ganzen Film über sympatisch und nie wirklich eingebildet. Sie ist es auch, die immer wieder an ihre eigenen Eltern denkt und sich dann am Ende dazu entschließt, nach London zurückzukehren. Peter Pan kommt dabei nicht ganz so gut weg. Er will die ganze Zeit über nur Spaß haben und die Gefühle der anderen Kinder sind ihm da schon ein stückweit egal, auch wenn seine Figur am Ende nochmal eine kleine Wandlung durchmacht. Die Piraten hingegen sind wirklich starke Persönlichkeiten. Insbesondere Hook und sein Assistent Smee sind auch heute noch absolute Kultcharaktere. Ebenso lustig ist dabei das ständig tickende Krokodil, welches zu gerne Captain Hook verspeisen möchte. Allgemein fällt von den einzelnen Figuren keiner wirklich durch, denn auch anfangs unsympatische Charaktere wie Tinkerbell (oder in der deutschen Übersetzung Naseweis) werden zum Ende doch wieder sympatisch. Tinkerbell sorgt eh für einige lustige Momente im Film und die Animation von ihr war ja auch nicht so ganz leicht. Sie ist ja auch nicht umsonst eines der Maskottchen Disneys geworden.
Abschließend lässt sich wohl sagen, dass Peter Pan zurecht einer der großen Klassikers Disneys ist. Sowohl Animation als auch Musik harmonieren einmal mehr perfekt miteinander und auch so genießt man den fast 80 minütigen Trip in ein fernes Land namens Nimmerland. Einfach traumhaft.

Freitag, 6. November 2009

Filmkritik: Alice im Wunderland


Regie: Clyde Geronimi, Wilfred Jackson, Hamilton Luske
Drehbuch: Bill Peet, Joe Grant, u.v.a.
Musik: Oliver Wallace
Laufzeit: 75 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren
Trailer: hier

"Alice im Wunderland" ist wohl einer der eigenwilligsten Filme Disneys. Nach einer wirklich schlüssigen Handlung such man hier vergebens und eigentlich ist der Film nur in mehrere Etappen unterteilt, die Alice nach und nach abläuft. Zusammengehalten wird es eigentlich nur dadurch, dass Alice keine Ahnung hat, was sie eigentlich machen soll und nur umherirrt. Dabei wird recht viel gesungen und Alice trifft auch reichleich eigenwillige Tiere wie beispielsweise sprechende Blumen oder Tiere, die die Form einer Brille annehmen. Dies kann zuweilen albern wirken, macht aber irgendwie auch den Reiz von "Alice im Wunderland" aus, denn auch wenn der Film nicht zu den ganz großen Klassikern Disneys gehört, ist er doch durchaus unterhaltsam.
Der Film beginnt damit, dass Alice sich bei einer Lesestunde mit ihrer Schwester furchtbar langweilt und lieber in ihrem eigens erfundenden Wunderland leben würde. Jedenfalls sieht sie kurz darauf ein weißes Kaninchen mit einer Uhr, welches angeblich keine Zeit hat. Grund genug für Alice diesem zu folgen und in eine Höhle zu kriechen. Kurz danach ist es dann auch schon geschehen und Alice befindet sich im Wunderland. Wer nun in den folgenden 60 Minuten nach irgendeinem Sinn des Wunderlandes sucht, der wird wohl auch danach noch ratlos umherraten. Der Sinn besteht wohl eher darin, dass Alice zum Ende hin doch lieber wieder in der richtigen Welt leben würde. Dazwischen wechselt sie halt ein paarmal ihre Körpergröße und trifft auf eine Menge eigenartiger Geschöpfe. Nach einem kurzen Abstecher auf die hohe See trifft sie erstmal auf zwei Zwillinge, die ihr eine recht belanglose Geschichte erzählen, nur um kurze Zeit später das Haus des weißen Kaninchens aufzusuchen um dessen Haus fast komplett zu zerstören. Man merkt also schon, dass hier alles recht episodenhaft verläuft und kein wirklicher Pfaden zu erkennen ist. Wie schon oben geschrieben besteht der Sinn wohl darin, dass Alice immer weniger Lust bekommt sich in diesem ach so tollen Wunderland aufzuhalten. In der Folgezeit trifft sie dann auch noch auf eine Pfeife rauchende Raupe, einen Hutmacher und Hasen, die gerne Nichtgeburtstag feiern und eine durchgeknallte Katze um sich dann im Finale plötzlich mit einer Königin herumzuärgern, die gerne Leute köpft. Dabei sind die einzelnen Szenen mal besser und mal etwas schlechter gelungen. Am Ende fragt man sich, ob wirklich alles hätte gezeigt werden müssen und ob der Twist am Ende wirklich befriedigt muss auch jeder selbst beantworten. Irgendwie wird der Film dadurch durchaus leicht überflüssig.
Wer mit dieser doch recht skurilen Geschichte zurechtkommt, wird animationsmäßig aber doch ziemlich gut entschädigt. Die einzelnen Abschnitte des Films sind doch recht abwechslungsreich und die Animation bewegt sich dabei auf konstant hohem Niveau. Auch die Musik ist dabei gut getroffen und man wird in dieser Hinsicht bestens bedient. Am besten gelungen ist dabei sicherlich das Finale. Allein die ganze Animation der Karten ist extrem schick und auch die Menschen sind wirklich schön animiert. Wirklich realistisch werden sie mit Ausnahme von Alice ja nicht dargestellt, aber sowohl die Herzkönigin als auch der König sorgen schon für einige schöne Momente.
Positiv hervorzuheben ist auch der Hauptcharakter des Films. Alice hat wie auch schon einige Disneyfiguren davor nicht die ganz große Tiefe, aber trotzdem hat man mit ihr Mitgefühl, wenn sie im Wunderland langsam verzweifelt. Wirklich hervorheben tut sie sich dann auch im Finale. Sowohl das Wortgefecht mit der Königin als auch der Kampf mit ihrem Krocketschläger sorgen für einige Lacher.
Somit ist Alice also ein durchaus unterhaltsamer Film geworden. Wirklich viel Sinn steckt nicht hinter der Geschichte, aber der Hauptcharakter ist sympatisch und auch animationsmäßig und musikalisch gibt der Film einiges her.

Donnerstag, 5. November 2009

Filmkritik: Cinderella


Regie: Clyde Geronimi, Wilfred Jackson, Hamilton Luske
Drehbuch: Bill Peet, Erdman Penner, Ted Sears, Winston Hibler, Homer Brightman, Harry Reeves, Ken Anderson, Joe Rinaldi
Musik: Paul J. Smith, Oliver Wallace
Laufzeit: 72 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren
Trailer: hier

Mit Cinderella widmete sich Disney erstmals seit Bambi wieder einem ganzen Spielfilm, in dem nicht wahrlos irgendwelche Kurzgeschichten zusammengefügt wurden. Jedenfalls merkt man diesen Stilwechsel schon recht schnell und es fühlt sich sehr angenehm an. Sicherlich sollte man die Zeit davor nicht komplett verdammen und genauso wenig werde ich nun Cinderella komplett in den Himmel loben, denn das hat er meiner Meinung nach auch nicht verdient.
Ähnlich wie bei Schneewittchen steht man hier wieder vor dem Problem, ein eigentlich recht kurzes Märchen auf Filmspiellänge zu bringen und das merkt man dem Film auch an. Die eigentliche Hauptstory ist natürlich sehr gut umgesetzt worden und vor allem in der Ballszene spürt man erstmals wieder die ganz große Magie, die die ersten Spielfilme Disneys so unvergleichbar machten. Sie ist nicht so grandios geworden wie dann 9 Jahre später in Dornröschen am Ende, aber trotzdem ist die Tanzszene doch ziemlich schick. Die einzige Sache, die man in dieser Szene diskutieren könnte, ist die Art wie Cinderella aussieht. Das Kleid, welches sie anfangs trug, machte sie deutlich natürlicher als nun dieses der guten Fee. Sicherlich durfte sie nicht wie Cinderella aussehen, denn dann hätte die Stiefmutter diese ja sofort erkannt. Dies ändert aber nichts daran, dass sie damit deutlich hübscher war und schade ist es deshalb auch, dass sie dann am Ende schon wieder so wie auf dem Ball aussieht. Aber das ist in diesen Szenen nicht weiter tragisch.
Ansonsten ist die Figur der Cinderella aber sehr schön herausgearbeitet. Sie ist glücklicherweise nicht mehr ganz so zuckersüß wie noch Schneewittchen. Immerhin hat man bei ihr nicht ständig das Gefühl, dass sie nur von ihrem Prinzen träumt, was dann auch bei der Ballszene ziemlich deutlich wird. Sie gibt sich schon mit recht einfachen Dingen zufrieden und wirkt auch so einfach sympatisch und man kann mit ihr schon ziemlich gut mitfühlen. Allerdings verpasst man es auch hier ein wenig, sie etwas aktiver werden zu lassen. Die meisten Aufgaben erledigen hier mal wieder die Tiere und nicht Cinderella selbst. Ihr wird in der zweiten Hälfte doch ziemlich viel zugeworfen und sie selbst macht dafür nicht sehr viel. Dies zeigt zwar deutlich, wie sehr sie die anderen Figuren des Films (ausgenommen natürlich Stiefmutter und ihre Töchter) mögen und sie für ihre ganze Arbeit endlich belohnt wird. Trotzdem hätte doch für sie selbst auch noch etwas übrig bleiben können.
Allgemein hat man teilweise das Gefühl, dass in Wirklichkeit die Mäuse die Hauptrolle inne haben und Cinderella teilweise in den Hintergrund gerät. Das Katz und Maus spielen nimmt ja fast mehr Zeit ein als die ganze Prinzengeschichte, was besonders in der ersten Hälfte deutlich ins Gewicht fällt. Man sieht zwar kurz wie Cinderella die Tiere füttert, den anderen das Frühstück zubereitet und kurz auch mal den Boden wischt, aber deutlich mehr stehen die beiden Mäuse Karlie und Jack im Mittelpunkt, die sich ständig mit der Katze Luzifier streiten. Dies ist anfangs noch ganz lustig, mit der Zeit dann aber auch etwas eintönig. Sicherlich ist das der recht einfachen Story des Märchens geschuldet, aber man hätte ruhig noch etwas mehr von Cinderella zeigen können. Der Anfang wurde ja recht schnell abgehandelt.
Aber auch der Prinz kommt in diesem Film nur ganz kurz vor. Genaugenommen bekommt man ihn nur kurz bei der Ballszene zu sehen und den Rest übernimmt dann der Großherzog, der zwar ganz witzig ist, aber auch deutlich unwichtiger als der Prinz. Wieso will der Prinz selbst denn nicht mit dem König sprechen und ihm sagen, wie er sich fühlt und wieso wartet der Prinz lieber im Schloss als selbst nach ihr zu suchen. Sicherlich erfüllt auch der Herzog seine Rolle, aber so hätte der Prinz doch deutlich mehr Tiefe erlangen könne. Nun bleibt er halt ähnlich blass wie schon der Prinz aus Schneewittchen.
Kommen wir nun noch zur Animation. Wie bereits erwähnt sind insbesondere die Szenen im Schloss sehr gelungen und die Tanzszene zwischen dem Prinz und Cinderella sorgt endlich mal wieder für so etwas wie Magie. So grandios wie die Szenen in Bambi sind sie zwar auch nicht, aber das passte schon gut. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass die Musik in Bambi noch einen Tick unverwechselbarer war. Die Musik in Cinderella ist keinesfalls schlecht und oftmals sogar ziemlich gut, nur halt im Vergleich mit den anderen Soundtracks der Disneyfilme kann sie nicht zu 100 % mithalten.
Die Animation abseits der Ballszene ist dann allerdings etwas unspektakulärer geraten. Sie ist nicht schlecht, aber den ganz großen Standard wie Pinocchio oder Bambi erreicht sie nicht, da die einzelnen Räume für mich nicht so detailreich gezeichnet wurden wie noch in den anderen Filmen und auch die Mäuse und Vögel sind doch recht einfach gezeichnet und stellen keinesfalls eine Revolution dar. Das gewisse Etwas fehlt halt diesen Szenen. Aber man muss ja auch bedenken, dass das Studio damals nicht gerade die besten finanziellen Möglichkeiten hatte. Deshalb sollte man froh sein, dass zumindest die zweite Hälfte so schön aussieht und guter Standard ist ja auch die erste Hälfte.
Allgemein ist Cinderella ein recht schönes Märchen geworden. Es gibt zwar ein paar Dinge, die ich an dem Streifen auszusetzen habe, aber das liegt möglicherweise auch an der nicht ganz so detailreichen Vorlage. Für die Rückkehr Disneys ins Spielfilmgenre ist der Film aber sicherlich sehr gut geglückt.

Mittwoch, 4. November 2009

Filmkritik: Die Abenteuer von Ichabod und Taddäus Kröte


Regie: James Algar, Clyde Geronimi, Jack Kinney
Drehbuch: Erdman Penner, Winston Hibler, Joe Rinaldi, Red Sears, Homer Brightman, Harry Reeves
Laufzeit: 65 Minuten
freigegeben ab: 6 Jahren

Wie auch schon die letzten Filme von Disney ist auch dieser Film kein Einzelfilm über die gesamte Lauflänge. Wie aber auch schon "Fröhlich, frei, Spaß dabei" beschränkt sich der Film auf nur zwei Geschichten und es wird erstmals wieder auf Realszenen verzichtet. Insgesamt hat man hier einfach das Gefühl, als wenn man zwei Filme sieht, die einfach etwas kurz geraten sind. Animationsmäßig gibt es an diesen jedenfalls nicht viel auszusetzen und auch die Geschichten machen durchaus Spaß. Ganz großes Niveau erreichen beide Geschichten zwar nicht, aber man war bei Disney jedenfalls wieder auf dem richtigen Weg.
Die beiden Geschichten basieren dabei auf zwei recht berühmten Romanen. Zum einen haben wir da "Der Wind in den Weiden" und zum anderen "Die Legende von Sleepy Hollow".
Da Sleepy Hollow den meisten dank Tim Burton ein Begriff sein dürfte, fange ich mit diesem auch an, obwohl er ja eigentlich die zweite Geschichte dieses Films ist. Jetzt bleibt natürlich die Frage, wie die Disneyversion dieser Geschichte aussieht. Wenn man den Burtonfilm als Grundlage nimmt, kann man ja so seine Zweifel haben und tatsächlich ist es so, dass die Disneyvariante deutlich fröhlicher daherkommt und nur am Ende die Dramatik ansteigt. Jedenfalls erlebt man die meiste Zeit einen recht fröhlichen Ichabod, der sich in die Dame Katrina verliebt, welche aber auch von dem Frauenheld Brom Bones angebackert wird. Dies ist mit recht viel Witz angereichert und es gibt viel zu lachen. Auch die Animation ist dabei durchaus ok. Es hat zwar nicht den ganz großen Standard wie noch die ersten Spielfilme Disneys, allerdings waren diese ja auch vom Budget deutlich höher angesiedelt. Nichts zu bemängeln gibt es auch beim Finale. Dieses sieht sogar ziemlich gut aus und ist auch ausreichend düster geraten. Es ist zwar auch mit ein wenig zu viel Witz angereichert, aber trotzdem stellt es den Höhepunkt dieser Geschichte dar und auch gleichzeitig des ganzen Films. Immerhin ist dies ja die Schlussszene des Films. Nun bleibt natürlich die Frage, ob man der Geschichte damit gerecht wird, immerhin ist die Burton-Version ja deutlich anders und auch um einiges blutiger. Allerdings ist die Ursprungsgeschichte tatsächlich das, was Disney auf der Leinwand zeigte und erst Burton hat dies auf Spielfilmlänge ausgebaut. Deshalb kann es zwar befremdlich wirken, wenn man die Burtonversion in Erinnerung hat und könnte dann auch etwas enttäuschen, aber eigentlich hält sich Disney hier genau an das, was in dem Roman steht und hat dies für die Leinwand umgesetzt. Ob ein paar künstlerische Freiheiten gut gewesen wären, muss dann jeder selbst entscheiden. Favorisieren würde ich da die Burtonversion, aber der Vergleich ist eh unfair und eigentlich auch gar nicht möglich. Disney hat die Grundidee auf die Leinwand ordentlich rübergebracht und das zählt in diesem Fall.
Das Gleiche gilt auch für die andere Geschichte, selbst wenn ich dort aufgrund des geheimnisvoll klingenden Namen "Der Wind in den Weiden" ebenfalls etwas anderes erwartet hätte. Aber auch hier gilt, dass man die Geschichte ordentlich auf die Leinwand projeziert. Sicherlich wird auch dieser Film wieder mit dem typischen Disneyhumor angereichert und auch musikalisch gibt es wieder einiges zu hören, wobei die großen Klassiker ausbleiben. Die Geschichte an sich ist ok. Für einen Einzelfilm wäre diese aber nicht ausreichend und auch hier bemerkt man ja schon, dass diese Geschichte ordentlich gestreckt wurde. Ansonsten sind aber auch die Figuren wieder recht nett und auch Witz ist durchaus vorhanden.
Insgesamt muss ich sagen, dass die Umsetzung beider Geschichten durchaus gelungen war, mir das Mitgefühl für die beiden Hauptfiguren aber etwas fehlte. Das macht die großen Klassiker Disneys ja eigentlich aus. Hier fehlt dies aber ein wenig und auch die Nebencharaktere wirken nicht so sympatisch wie noch in den ersten Filmen Disneys. Trotzdem zeigt der Film recht deutlich, dass Disney sich auf dem richtigen Weg befand und danach wurden ja auch endlich wieder richtige Spielfilme produziert. Von daher ist "Die Abenteuer von Ichabod und Taddäus Kröte" ein netter Film, der nicht wehtut, aber auch nicht die ganz große Klasse besitzt. Allerdings wäre es schon wünschenswert gewesen, wenn Disney auch während den Kriegsjahren solche Filme produziert hätte, denn sowas ist als Film deutlich unterhaltsamer als eine wirre Sammlung von Kurzfilmen mit tausend unterschiedlichen Animationsstilen, wo einige auch noch Realfilmsequenzen enthalten mussten. Daher ist der Film schon eine ordentliche Steigerung, selbst wenn ein bisschen mehr Gefühl für die Charaktere nicht schlecht gewesen wäre.

Montag, 2. November 2009

Filmkritik: Musik, Tanz und Rhythmus


Regie: Clyde Geronimi, Wilfred Jackson, Jack Kinney, Hamilton Luske
Drehbuch: William Cottrell, Bob Moore , u.v.a.
Laufzeit: 72 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren

Auch wenn ich wohl nicht der ganz große Fan der letzten Meisterwerke werde (also jene, die nur eine Ansammlung von Kurzgeschichten darstellen), so wurden diese trotzdem immer besser. Mit "Musik, Tanz und Rhythmus" machte man aber wieder einen deutlichen Schritt zurück. Zum einen gibt es nun wieder mehrere kleinere Filme, die unabhängig voneinander sind. Dies muss nicht umbedingt etwas schlechtes bedeuten, doch sind die Kurzfilme an sich nicht so sonderlich prickelnd.
Der Anfangsfilm mit dem Wintersetting ist dabei noch ganz nett geraten. Es mag zwar etwas kitschig wirken, dass zwischen den beiden Menschen auch noch zwei verliebte Hasen Schlittschuh laufen müssen, aber an sich ist der Film gar nicht so verkehrt, selbst wenn die Rettungsjagd am Ende auch etwas dusselig ist und wohl ins typische Disneyschema passt. Die Animation in diesem Film würde ich zwar nicht als hochwertig bezeichnen (allein die Menschen sind schon recht einfach gehalten), aber insgesamt geht das ok.
Allerdings werden die Kurzfilme danach nicht mehr deutlich spektakulärer. Es gibt sogar recht viele Durchhänger und am Lustigsten dürfte dann noch Little Toot ausgefallen sein, ein Film über ein kleines Schiff, welches anfangs noch verspielt und später dann allmählich erwachsener wird. Dies hat zwar ein großes Kitschpotential, doch hebt es sich angenehm von den anderen Kurzfilmen des Streifens ab und man hat sogar Sympathien mit "Little Toot". Der Film bleibt zwar die ganze Zeit über recht freundlich, denn selbst bei ernsten Szenen hat man nicht das Gefühl, dass das Geschehen jetzt super tragisch ist, aber der Film ist lustig und auch musikalisch macht der Film ein wenig her. Ein großer Klassiker unter den Disneyfilmen sind diese Songs zwar nicht, aber trotzdem sind sie deutlich besser als die der anderen Kurzfilme.
"Little Toot" war dann leider aber auch das letzte Highlight des Films, denn die anderen Kurzfilme fallen leider durch. Dabei hat man sogar die drei Caballeros nochmal aufgewärmt, die ebenfalls zu einem Song tanzen und dabei wurde dies mal wieder mit Realszenen verbunden, wobei die Dame ebenfalls aus dem Cabelleros-Film entsprungen sein könnte (hab das jetzt nicht genau verglichen). Die Musik in diesem Film ist ganz ok, allerdings ist der Film an sich danach auch wieder recht schnell vergessen.
Das gleiche gilt dann auch für den Schlussfilm, der von einer Romanze im wilden Westen handelt. Dies ist leider reichlich langweilig geraten. Die Musik brennt sich nicht ins Gedächtnis ein und allgemein ist dieses Segment aus heutiger Sicht ziemlich unspektakulär. Sicherlich muss man bedenken, dass dieser Film schon 60 Jahre alt ist und es damals noch nicht die ganz großen Western gab, doch haben andere Filme aus dieser Zeit durchaus bewiesen, dass sie zeitlos sein können. Das ist hier und auch bei einigen anderen der Filme leider nicht der Fall.
Deshalb bleibt jetzt am Ende auch gar nicht so viel übrig zu sagen. Es gibt zwei kleine Lichtblicke in dieser Ansammlung von Kurzfilmen, doch der Rest ist leider recht schnell vergessen. Hinzu kommt, dass er animationsmäßig recht unspektakulär daherkommt und allgemein die ganzen Geschichten etwas unsortiert wirken. Somit ist "Musik, Tanz und Rhythmus" neben "Saludos Amigos" der schwächste Film dieser Epoche. Schade.