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Dienstag, 17. November 2009

Filmkritik: Bernard und Bianca - Die Mäusepolizei


Regie: John Lounsbery, Wolfgang Reitherman, Art Stevens
Drehbuch: Larry Clemmons, Ken Anderson, Frank Thomas
Musik: Artie Butler
Laufzeit: 74 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren

Nachdem gestern schon Winnie Puuh besprochen wurde, gibt es heute zwei weitere Maskottchen Disneys, die zwar nicht umbedingt in den besten Filmen aufgetreten sind, aber doch sehr bekannt sind. Die Rede ist natürlich von Bernard und Bianca, die im Jahre 1977 das Licht der Welt erblickt haben und später auch für die erste echte Disneyfortsetzung gesorgt haben. Drei Caballeros ist zwar auch so etwas wie eine Fortsetzung von Saludos Amigos, aber das Kapitel ist für mich ja bereits abgeschlossen und ich hatte ja bereits erwähnt, dass diese Film nur bedingt als Filme durchgehen. Aber das Thema Fortsetzung soll hier jetzt auch gar nicht betrachtet werden, denn hier geht es ja um den Originalfilm der beiden Mäuse, der mir eh deutlich besser gefällt als die missratene Fortsetzung auf die ich aber auch noch zu sprechen komme.
Das Original würde ich jetzt zwar nicht umbedingt zu meinen Favoriten zählen, doch hat dies durchaus seine eigene Atmosphäre und ist auch so eine recht nette Geschichte. Dies fängt schon beim Anfang an, der überraschend traurig ausgefallen ist und auch danach hat man des öfteren Mitleid mit der kleinen Penny. Bernard und Bianca geht es da nicht anders und so machen sie sich auf die weite Reise um das kleine Mädchen zu retten. Dies ist sehr unterhaltsam und auch musikalisch sehr schön gemacht. Es kommt endlich mal wieder so etwas wie Romantik in einem Disneyfilm auf. Auch die einzelnen Charaktere sind unterhaltsam, sei es der etwas tolpatschige Fliegvogel oder eine kleine Libelle. Auch die einzelnen Sets sind sehr schön, was besonders auf die Todessümpfe zutrifft. Dies ist endlich mal wieder ein etwas anderes Setting für einen Disneyfilm und sorgt für echtes Adventurefeeling. Auch die kleine Penny trägt dazu ihren Beitrag bei. Sie ist sehr liebenswert und man hofft die ganze Zeit, dass sie endlich befreit wird. Da fällt es auch gar nicht auf, dass die beiden Hauptfiguren in diesem Fall nur solide agieren. Ich will nicht sagen, dass die beiden Mäuse mir missfallen, aber Bianca ist mir doch etwas zu sorglos und Bernard ist dann das genaue Gegenteil davon. Das wirkt dann mit der Zeit doch etwas eintönig. Etwas enttäuschend fällt dann auch der Hauptbösewicht Madame Medusa aus, die halt einfach wie eine Kopie von Cruella de Vil wirkt, die anfangs selbst im Film auftauchen sollte, was später aber verworfen wurde. Jedenfalls gibt es doch sehr viele Ähnlichkeit zwischen ihr und ihrem Assistenten mit denen aus 101 Dalmatiner, was kaum Zufall sein kann. Es stört sicherlich nicht so sehr, da sie als Figur ziemlich gut zur Geschichte passt, aber möglicherweise hätte man auch einen anderen Typ von Bösewicht in den Film einbauen können.
Animationsmäßig würde ich den Film allerdings höchstens als solide bezeichnen wollen, denn das kennt man von Disney halt deutlich besser, doch hatten alle Filme in dieser Periode mit dem Problem zu kämpfen. Außerdem passt zumindest das Setting der Todessümpfe ganz gut zu diesem Stil, so dass es nicht ganz so negativ auffällt wie beispielsweise "Die Hexe und der Zauberer". Schön ist es aber trotzdem nicht. Dafür ist der Film musikalisch ganz nett. Sicherlich wird hier nicht ganz so viel gesungen wie in anderen Disneyfilmen, aber die Lieder, die gesungen werden, sind nett und die Hintergrundmusik sorgt auch dafür, dass der Film doch ziemlich gut funktioniert.
Deshalb bin ich auch der Meinung, dass dies ein durchaus starker Film von Wolfgang Reitherman ist, der auch mal was neues bietet. Deshalb ist es auch ein wenig schade, dass man dies durch einen etwas uninspiriert wirkenden Bösewicht wieder etwas zunichte macht. Insgesamt ist der Film aber doch sehr schön anzusehen.

Montag, 16. November 2009

Filmkritik: Die vielen Abenteuer von Winnie Puuh


Regie: Wolfgang Reitherman, John Lounsbery
Drehbuch: Larry Clemmons, Ralph Wright, Vance Gerry, u.v.a.
Musik: Buddy Baker
Laufzeit: 71 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren
Trailer: hier

Heutzutage kennt natürlich jeder Winnie Puuh, immerhin gibt es zahlreiche Filme sowie Fernsehserien mit ihm und seinen Freunden Rabbit, Tigger, I-Ah, Ferkel und Christopher Robin. Für 2011 ist dann sogar ein neuer Kinofilm geplant. Doch wie alles muss auch dieses Franchise einen Anfang haben. Dies liegt wie eigentlich jeder Disneyklassiker der damaligen Zeit in der Literatur, in diesem Fall in den Büchern von Alan Alexander Milne, welche besonders in Europa einige Anhänger hatte. In Amerika hingegen war das Buch damals nicht sonderlich populär und so entschloss man sich anfänglich dazu, lieber einige Kurzfilme zu drehen. Der erste Kurzfilm wurde sogar noch zu Lebzeiten Walt Disneys fertiggestellt und auch am zweiten Film war Disney kreativ noch beteiligt. Nur der dritte Kurzfilm entstand dann ganz ohne sein Zutun. Jedenfalls war immer geplant einen abendfüllenden Film in die Kinos zu bringen sobald der Bär auch in Amerika bekannt genug war.
Dies geschah nun mit "Die vielen Abenteueer von Winnie Puuh", welcher die drei Kurzfilme "Winnie Puuh und der Honigbaum", "Winnie Puuh und das Hundewetter" und "Winnie Puuh und Tigger dazu" zusammenfügte. Dies wurde dadurch erleichtert, dass die Filme hier in Buchform präsentiert werden und dadurch immer mal wieder die Story zwischendurch unterbrochen wird. Deshalb gibt es auch einen Erzähler, der immer wieder Dinge des Films erklärt und auch die Figuren selbst kommunizieren mit eben jenem Erzähler. Dies funktioniert insgesamt ganz gut und ist auch deshalb nicht verkehrt, weil ein ganzer Film mit Puuh wohl nur schwer funktionieren würde und so sind ein paar kleinere Filme mit ihm gar nicht so verkehrt.
Die Geschichten selbst sind auch ganz nett, doch fällt auf, dass ich aus dem Alter wohl doch etwas herausgewachsen bin, denn die Geschichten von Winnie Puuh finde ich dann doch etwas zu freundlich und die Figuren in diesen Filmen agieren entsprechend sorglos. Bei den anderen Disneyfilmen gibt es dort immer mal wieder ein bisschen Action oder die disneytypische Romantik, doch hier haben sich alle gern und gut ist. Es gibt ja auch keinen wirklichen Bösewicht.
Wirklich aufgewertet wird der Film dann eher durch die Musik, dessen Songs mal wieder von den Sherman-Brüdern stammt und dementsprechend unterhaltsam geraten ist. Dabei ist es egal ob es sich um den Titelsong von Winnie Puuh handelt oder um eine Traumsequenz, die an die rosaroten Elefanten aus Dumbo erinnert. Diese Szene stellt gleichzeitig auch das Highlight des Films dar, da sie mal für etwas Abwechslung sorgt und auch animationsmäßig mal etwas anspruchsvoller ist, selbst wenn sie nicht das erreicht, was die Zeichner bereits in Dumbo bewerkstelligt haben. Die Animation ist in diesem Film allgemein nicht so wirklich anspruchsvoll und man fällt hier doch wieder recht deutlich auf "Die Hexe und der Zauberer"-Niveau zurück. Es ist halt doch alles wieder etwas schlechter gezeichnet, was insbesondere bei Rabbit nervt, aber auch so wirkt der Hundertmorgenwald nicht so einladend wie er wirken könnte, wenn man ihn dementsprechend animiert hätte. Allerdings muss hier ja auch erwähnt werden, dass der erste Kurzfilm noch vor dem Dschungelbuch erschienen ist, also im Vergleich zu Robin Hood schon etwas veraltet ist. Toll finde ich die Animation aber trotzdem nicht.
Ansonsten ist der Film halt eine recht nette Zusammenstellung einiger Winnie Puuh - Geschichten, der durch die Musik und die an sich recht liebenswerten Charaktere durchaus unterhalten kann, aber der ganz große Puuh-Fan werde ich wohl nicht mehr werden, selbst wenn mich der kommende Kinofilm dank des Mitwirkens John Lasseters durchaus interessiert. Der Film hier zeigt jedenfalls, wie das mittlerweile riesengroße Franchise seinen Anfang nahm, und das ist ganz unterhaltsam.

Sonntag, 15. November 2009

Filmkritik: Robin Hood


Regie: Wolfgang Reitherman
Drehbuch: Larry Clemmons
Musik: George Bruns
Laufzeit: 80 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren
Trailer: hier

Die Geschichte von Robin Hood, dem Helfer der Armen, dürfte den meisten Leuten ja hinreichend bekannt sein. Auch im Kino konnte man Robin Hood schon oft genug erleben. Nächstes Jahr folgt ja eine weitere Verfilmung mit Russell Crowe als Robin Hood und Ridley Scott auf dem Regiestuhl. Diese muss sich am meisten wohl mit der Kevin Costner - Fassung aus den 90-ern messen, da diese die mit Abstand beliebteste Fassung des Stoffes ist. Aber auch die Disneyfassung hat nicht wenige Anhänger. Wie schon bei den letzten Filmen führte auch hier wieder Wolfgang Reitherman Regie, der nach dem Tod Disneys die Chefrolle in den Disneystudios übernommen hatte.
Jedenfalls merkt man auch Robin Hood ähnlich wie Aristocats an, dass er sich stark an die alten Animationsfilme anlehnte. Statt Robin Hood und alle anderen Begleiter als Mensch darzustellen, gibt es halt lieber Robin Hood als Fuchs und auch seine Mitstreiter entstammen verschiedensten Tiergattungen. Das ist nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich neu. Der beste Freund von Robin Hood ist dann auch gleich ein Bär, was Parallelen zu "Das Dschungelbuch" unvermeidlich macht. Selbst ein Schlange hat sich hier wieder in den Film verirrt und diese erinnert auch von ihrem Charakter noch deutlich mehr an Kaa. Auch die Love Story mit dem berühmten Romantiksong ist halt doch mehr oder weniger klassisch Disney.
Die fehlende Innovation soll nun aber auch keinen allzugroßen Kritikpunkt darstellen, immerhin macht der Film ja trotzdem Spaß. Es gibt eine Menge lustige Szenen und die Charaktere sind ja trotzdem recht sympatisch. Auch actionmäßig wird einiges geboten und insgesamt ist der Film durchweg unterhaltsam. Selbst die Animation ist hier relativ gut gelungen. Den ganz hohen Standard erreicht sie zwar nicht, aber gegen Aristocats ist dies schon eine enorme Steigerung. Auch musikalisch kann man dem Film nicht wirklich was vormachen. Es ist halt die Musik, die man damals von Disney gewohnt war. Alles wird ein bisschen poppiger. Allerdings kann man diese nicht mehr wirklich mit der aus den 50-ern messen, wo alles noch etwas klassischer war. Dies muss aber kein allzu schlechtes Zeichen sein.
Die Charaktere im Film sind übrigens auch recht vielfältig. Wie schon gesagt sind nicht alle Figuren sonderlich kreativ und erinnern an Figuren aus vergangenen Tagen, aber dafür gibt es halt recht viele. Es gibt ja schon drei Bösewichte, was das ganze abwechslungsreich gestalten lässt. Besonders König John ist dabei recht lustig, wenn er ständig nach seiner Mama schreit. Aber auch die Schlange ist lustig ebenso wie der Geldeintreiber. Aber auch auf der guten Seite gibt es viel zu erleben. Zum einen gibt es da Robin selbst, der oftmals recht frech daherkommt und dann noch seinen bärigen, sympatischen Kumpel. Auch Robins Love Interest ist sehr hübsch anzusehen. Aber das sind nicht alle Charaktere, denn es gibt noch andere Figuren wie kleine Hasenkinder, tanzende Hunde oder singende Hähne. Für Abwechslung ist also gesorgt.
Deshalb ist Robin Hood auch ein sehr schöner Film geworden, der zwar nicht mehr ganz so verträumt wie die Filme der 50-er daherkommt und auch nicht mehr wirklich neu ist, aber trotzdem mit nettem Setting, viel Humor und guter Animation überzeugen kann.

Freitag, 13. November 2009

Filmkritik: Aristocats


Regie: Wolfgang Reitherman
Drehbuch: Larry Clemmons, Vance Gerry, Ken Anderson, u.v.a.
Musik: George Bruns
Laufzeit: 75 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren
Trailer: hier

Das Jahr 1966 nahm für alle Disneyfans ein recht trauriges Ende, denn im Dezember dieses Jahr verstarb Walt Dsney im Alter von 65 Jahren. Die große Frage blieb nun, was mit der Zeichentrickabteilung, dem Kernstück Disneys, passieren würde. Dschungelbuch gab darüber ja noch keine klare Aussage, immerhin war Walt Disney an diesem Projekt fast bis zum Schlüss künstlerisch beteiligt. Somit lag das Hauptaugenmerk eher auf den Nachfolgewerken, dessen erstes Aristocats wurde, welches wie schon "Die Hexe und der Zauberer" und "Das Dschungelbuch" von dem Deutschen Wolfgang Reitherman inszeniert wurde. Disney selbst gab diesem Film noch das Ok, doch am künstlerischen Prozess war dieser dann nicht mehr beteiligt.
Allgemein ist Aristocats aber ein doch recht unterhaltsamer Film geworden, der sich nicht zu verstecken braucht. Die Geschichte selbst handelt von einer Katzendame, die mit ihren drei Kindern entführt wird und in der Wildnis ausgesetzt wird und von einem Straßenkater entdeckt wird ehe sie sich gemeinsam auf den Weg zurück nach Hause machen. Die Story klingt natürlich wie eine Mischung aus 101 Dalmatiner und "Susi und Strolch" und wenn man es genau nimmt, ist sie das aus. Die Liebesgeschichte von Duchess, der Katzendame und dem Straßenkater Thomas verläuft ähnlich wie schon die von Susi und ihrem Strolch. Durch das Mitwirken der drei kleinen Katzenbabys ist diese aber nicht ganz so romantisch wie noch bei seinem Vorbild. Dafür steht hier ähnlich wie schon bei "Das Dschungelbuch" ganz klar der Spaß im Vordergrund und das merkt man dem Film auch an. Doch ist dies auch nicht weiter schlimm, denn besonders hier überzeugt der Film.
Dies ist einmal mehr auch der hervorragenden Musik zu verdanken, wofür sich einmal mehr die Sherman-Brothers verantwortlich zeigten, die ja auch schon beim Dschungelbuch einen Großteil der Songs beisteuerten und für die Hintergrundmusik war ebenfalls wieder George Bruns verantwortlich. Aber auch Terry Gilkyson, der für "Das Dschungelbuch" den Song "Probiers mal mit Gemütlichkeit" schrieb (seine anderen Songs wurden von Disney zusammen mit dem ursprünglichen Konzept verworfen), steuerte einen Song zu diesem Film bei. Diese Musik sorgt jedenfalls dafür, dass man hier einfach nur gute Laune haben kann.
Animationsmäßig ist man gegenüber dem Dschungelbuch allerdings wieder einen Schritt zurück gegangen und hat sich wieder mehr an dem Stil von "101 Dalmatiner" orientiert. Wirklich hübsch ist das alles nicht, doch ist dies bei solch großen Szenen wie der Stadt durchaus legitim. Der Stil der 50-er ist aber trotzdem deutlich hübscher.
Das man darüber aber größtenteils hinwegsehen kann liegt einmal mehr auch an den Charakteren. Die Katzen sind durchweg sympatisch und jede Figur hat so seine Eigenheiten. Selbst Maus oder Pferd werten den Film deutlich auf. Das Gleiche gilt natürlich auch für das Herrchen der Katzen, die feine Dame Adelaide Bonfamille. Besonders bei ihr hätte aber ein anderer Animationsstil durchaus Wunder bewirkt, denn sie kann nicht mit den menschlichen Figuren der 50-er mithalten und das, obwohl sie eigentlich so eine gute Figur ist. Beim Butler hingegen ist es egal, da er ja nicht besonders gut im Films ist und eine gewisse Hässlichkeit sein Wesen auch deutlich macht. Allerdings ist etwas schade, dass man ihn so deutlich als Bösewicht deklariert und ihm nur noch als geldgeilen Geier charakterisiert. Es gab ja immerhin auch eine Zeit vor der Entführung. Es wäre doch auch möglich gewesen, dass er sich einfach nur gekränkt fühlt, doch dies wird hier nie wirklich deutlich. Ein bisschen weniger Schwarz/Weiß-Malerei wäre hier durchaus angebracht gewesen.
Aber ich will auch gar nicht so streng sein. Auch wenn es sicherlich nicht den innovativsten Films Disneys darstellt, da es halt eine Mischung aus "101 Dalmatiner" und "Susi und Strolch" darstellt, so macht der Film einfach gute Laune, was auch an der jazzigen Musik liegt, die ähnlich wie schon im "Dschungelbuch" sehr gut funktioniert, aber im Gegensatz dazu nicht die ganz großen Evergreens hervorbrachte. So gesehen ist Aristocats ein sehr guter Unterhaltungsfilm.

Donnerstag, 12. November 2009

Filmkritik: Das Dschungelbuch


Regie: Wolfgang Reitherman
Drehbuch: Larry Clemmons, Ralph Wright, Ken Anderson, Vance Gerry
Musik: George Bruns
Laufzeit: 76 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren
Trailer: hier

Mit über 27 Millionen Zuschauer ist "Das Dschungelbuch" auch heute noch der erfolgreichste Film aller Zeiten in Deutschland und wenn man sich die Kinozahlen mittlerweile anguckt, so wird er es auch weiterhin bleiben. Wieso der Film so beliebt ist, versuche ich nun mit meiner Kritik etwas genauer zu erläutern. Das der Film das letzte Meisterwerk unter der Leitung Walt Disneys wurde, welcher am Ende der Produktion verstarb, dürfte dabei wohl weniger eine Rolle spielen, denn außerhalb Deutschlands besitzt der Film längst nicht diesen Kultstatus und außerdem dürfte diese Tatsache auch nicht jedem bekannt sein.
Möglicherweise liegt dies ja auch daran, dass diese mit der deutschen Synchronisation des Filmes nicht sonderlich viel anfangen können. Für mich war es jedenfalls der erste und einzigste Film, den ich mir für diese Review-Strecke mit der deutschen Synchronisation ansah. Songs wie "Probiers mal mit Gemütlichkeit" oder "Ich wäre so gern wie du" kann zumindest ich mir in keiner anderen Sprache mehr vorstellen. Allgemein sind die Songs in diesem Film ziemliche Evergreens, wobei diese zwei genannten Songs natürlich herausstechen. Allgemein ist das Dschungelbuch sehr musikalisch und verbreitet einfach gute Laune.
Aber auch die Animation in diesem Streifen ist wieder deutlich besser als noch bei "Die Hexe und der Zauberer". Perfekt ist diese sicherlich auch nicht, aber es gibt doch einige Szenen, die wieder mehr an die Arbeit der 50-er erinnern. Dies hat man auch Walt Disney zu verdanken, der mit dem Verfahren der Xerographie, welches seit 101 Dalmatiner verwendet wurde, nie wirklich glücklich war und teilweise wieder zur Methodik der älteren Filme zurückkehrte.
Die Einzigartigkeit erlangt "Das Dschungelbuch" jedoch erst durch seine Charaktere, die später auch für die Fernsehserie "Käpt'n Balu und seine Crew" recyclet wurden. Besonderes Higlight des Films ist natürlich Balu, der durch seine Gemütlichkeit einfach für gute Laune sorgt und den man einfach in sein Herz einschließen muss. Danach kommt aber auch schon King Louie, dem zwar recht wenig Zeit gewidmet ist, der aber trotzdem für eine der tollsten Szenen des ganzen Films sorgt. Aber auch der eher strenge Baghira, die Beatles-angehauchten Geier und die Schlange Kaa schließt man sofort in sein Herz. Die Hauptfigur des Films spielt jedoch Mogli, ein kleiner Menschenjunge, der bei Wölfen aufgewachsen ist. Besonders in den Szenen mit Balu punktet auch dieser. Etwas schade ist es höchstens, dass man die Wölfe, die für Mogli ja so etwas ähnliches wie eine Familie waren, nur am Anfang zu Gesicht bekommt und diese danach komplett aus dem Blickwinkel verloren gehen. Es wirkt eher so, als wenn Moglis Familie der Dschungel und nicht die Wölfe selbst sind und genauso umgekehrt. Dies ist aber nur ein kleiner Kritikpunkt, denn wirklich ins Gewicht fällt dies ja nicht.
Die Story an sich ist gar nicht so spektakulär, denn eigentlich geht es nur darum, dass Mogli nicht mehr länger im Dschungel sicher ist und deshalb zur Menschensiedlung muss, was Mogli so gar nicht schmeckt und es sich dann mit sämtlichen Tieren verscherzt. Dies ist aber nicht weiter schlimm, denn der Film macht eigentlich die ganze Laufzeit über extrem viel Laune. Der eigentlich Bösewicht Shir Khan greift deshalb auch erst recht spät ins Geschehen ein, obwohl er ja eigentlich den ganzen Film über sehr präsent ist. Jedenfalls schließt sich Shir Khan problemlos der Reihe der großen Disneybösewichte an und das, obwohl er gar nicht so böse wirkt. Oftmals ist er sogar recht locker und macht sogar Witze. Eigentlich will er das Kind ja auch nur deshalb töten, weil es ihm später mal gefährlich werden könnte. Ein großes Lob verdient dann aber auch das Finale mit ihm, denn dies ist wirklich dramatisch und auch eine Spur traurig. Es wird dann zwar auch schnell wieder recht freundlich, aber ansonsten schließt es den Film sehr schön ab.
Das Gleiche gilt dann auch für die Schlussszene, die einmal mehr zeigt, dass Disney romantische Szenen perfekt inszenieren kann und das, obwohl es diesesmal ja doch einen gewissen Unterschied zu Cinderella oder Dornröschen gibt. Ein großes Lob verdient dabei auch der Song "Trautes Heim". Er ist zwar nicht so spektakulär wie die anderen Songs aus "Das Dschungelbuch", doch ist er in dieser Szene sehr atmosphärisch und schließt diesen an sich perfekten Film wunderschön ab. Das Baghira dann auch noch eine andere Seite an sich entdeckt ist natürlich das I-Tüpfelchen.
Umso trauriger ist es eigentlich, dass Disney selbst den Film nie in der endgültigen Fassung sehen konnte, denn dieser starb bereits ein Jahr vor dessen Fertigstellung. Der künstlerische Prozess war jedoch bereits beendet und man kann somit durchaus sagen, dass der Film noch zu Disneys Schaffen dazuzählt. Genaugenommen nahm er auf diesen Film sogar mehr Einfluss als noch auf "Die Hexe und der Zauberer" und verwarf das ursprüngliche Konzept, welches sich näher an die Vorlage hielt, komplett, da diese Disney zu düster war. Entstanden ist nun ein deutlich spaßiger Film, der dank seiner Charaktere unglaublich viel Spaß macht und für mich zu den ganz ganz großen Disneyklassikern gehört und den besten Film der Schaffenszeit Disneys darstellt.

Mittwoch, 11. November 2009

Filmkritik: Die Hexe und der Zauberer


Regie: Wolfgang Reitherman
Drehbuch: Bill Peet
Musik: George Bruns
Laufzeit: 76 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren
Trailer: hier

Zuletzt wurden hier ja nur ganz große Klassiker in der Geschichte Disneys wie "Cinderella", "Susi & Strolch" oder "Dornröschen" besprochen. Heute gibt es hier mit "Die Hexe und der Zauberer" einen Film, der diesen Kultstatus nicht ganz erreichen konnte und das hat auch seine Gründe.
Der Film handelt von Arthus, dem künftigen König von England. Einen Film über seine Herrscherjahre sollte man hier aber nicht erwarten, da der Film von Arthus Kinderjahren handelt und wie er Bekannschaft mit dem Zauberer Merlin macht, der ihn daraufhin ausbildet. Dies klingt anfangs unspektakulär, ist aber nicht das große Problem des Films. Es ist vielmehr so, dass man es hier ähnlich wie bei Alice mit einzelnen Episoden zu tun hat. Arthus wird des öfteren in ein Tier verwandelt und muss sich dann als ein solches vor gewissen Gefahren schützen. Mal muss er dabei vor einem Krokodil flüchten und einmal vor einem Eichhörnchen, welches sich in ihn verliebt hat. Dies ist zwar gut und schön, aber leider alles andere als neu und man bekommt so das Gefühl, dass man sich hier bei Disney ein wenig wiederholte. Die Hexe, die im deutschen Titel so deutlich erwähnt wird, kommt eigentlich auch nur in einer Episode am Ende des Films vor, weshalb der deutsche Titel nicht so wirklich glücklich ist. Allerdings kommt das Schwert aus dem englischen Titel "The sword in the stone" noch seltener vor als die Hexe. Bei der Hexe sei nur noch angemerkt, dass man sich da kurz auch etwas an Dornröschen zurückerinnert fühlen kann. Insgesamt kann man wohl sagen, dass die Story halt ok ist, aber einfach nicht das besondere Etwas besitzt. Es ist halt alles deutlich zu nett geraten und deshalb überzeugt das alles nicht so wirklich.
Enttäuschend dürfte hier auch die Animation sein, die ähnlich wie schon die bei "101 Dalmatiner" nicht mit der aus den 50-ern mithalten kann. Bei 101 Dalmatinern hatte dies aber durchaus einen eigenen Touch, der gar nicht so verkehrt war. Hier hingegen ist die Animation einfach nur langweilig und es gibt keine Sequenz, die man langfristig in Erinnerung behält.
Eine besondere Premiere hat der Film dann aber doch parat. Immerhin ist es der erste Disneyzeichentrickfilm für den die Sherman-Brüder die Songs geschrieben haben. Diese haben später dann ja auch an Filmen wie Das Dschungelbuch, Aristocats oder Winnie Puuh mitgearbeitet. Sehr berühmt wurden die beiden Songwriter aber auch für die Arbeit an Marry Poppins, wofür die beiden Brüder zwei Oscars (Musik, Song) gewannen. Die Musik in diesem Film hier ist auch nicht schlecht, allerdings gibt es von den Beiden in der Folgezeit deutlich einprägsamere Musik als diese hier.
So gesehen ist "Die Hexe und der Zauberer" kein wirklich schlechter Film, geht im Zusammenhang mit den anderen Disneyfilmen dieser Zeit aber deutlich unter. Dafür ist die Geschichte nicht spannend genug und die Animation und Musik nicht magisch genug.

Dienstag, 10. November 2009

Filmkritik: 101 Dalmatiner


Regisseur: Clyde Geronimi, Hamilton Luske, Wolfgang Reitherman
Drehbuch: Bill Peet
Musik: George Bruns
Laufzeit: 77 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren
Trailer: hier

Mit "101 Dalmatiner" begann in den Disneystudios ein neues Zeitalter. Auch wenn Dornröschen an den Kinokassen durchaus gut lief, so war der Film doch viel zu teuer um tatsächlich Gewinn zu machen. Das bedeutete also, dass man das Budget deutlich kürzen musste und man somit eine neue deutlich billigere Technologie entwickeln musste. Dies gelang mit dem Xerox Prozess durchaus, allerdings hat dies zur Folge, dass der Film längst nicht grandios aussieht wie noch Dornröschen. Da die Geschichte hier aber ziemlich gut funktioniert und mit Cruella De Vil mal wieder ein erstklassiger Bösewicht entwickelt wurde, kann man darüber auch hinwegsehen.
Als animationsmäßigen Höhepunkt werde ich die Dalmatiner aber sicherlich nicht bezeichnen. Sicherlich sind die Dalmatiner durchaus niedlich und auch an deren Herrchen Roger und Anita ist nicht wirklich was auszusetzen, aber ein so traumhaftes Gefühl wie bei den Meisterwerken der 50-er kommt halt einfach nicht auf. Dafür ist das alles einfach nicht farbenfroh genug und irgendwie doch etwas zu trist. Da hilft dann auch das an sich nette Wintersetting nicht so viel.
Dafür entschädigt aber die Story, die hier deutlich interessanter erscheint als bei Dornröschen, denn hier spielen wirklich die Dalmatiner die Hauptrolle und glücklicherweise unterscheidet sich der Film dabei gleichzeitig auch recht deutlich von "Susi und Strolch". Während "Susi und Strolch" eine große Liebesgeschichte war, geht es hier um eine Rettungsjagd der Kinder und auf die Liebe zwischen Pongo und Perdi wird nur am Anfang eingegangen. Das bedeutet aber nicht, dass dort überhaupt keine Harmonie herrscht. Die beiden geben trotzdem ein sehr schönes Pärrchen ab. Einige Charaktere aus "Susi und Strolch" haben sogar kleine Gastauftritte. Dazu zählt sogar Susi selbst, auch wenn man sie nicht ganz so gut erkennt.
Ein echtes Highlight sind aber auch mal wieder die Bösewichter. Cruella de Vil dürfte natürlich jedem ein Begriff sein und sie ist in diesem Film auch ziemlich schräg drauf. Aber auch ihre beiden Handlanger sollte man nicht vernachlässigen. Denn auch wenn sie etwas tolpatschig erscheinen mögen, so lassen sie diesen Film doch erst rund erscheinen und mit den Beiden gibt es sogar die ein oder andere lustige Szene. Ohne die Beiden gäbe es ja auch niemanden, den Cruella anschreien könnte und dann wäre sie selbst ja auch ziemlich langweilig.
Von den typischen Disneysongs sollte man in diesem Film aber nicht zu viel erwarten. Das Lied "Cruella de Vil" hat ja mittlerweile durchaus Kultstatus, aber ist dies praktisch auch das einzige wirkliche Lied, welches sich einem einprägt. Mehr wird dann ja auch nicht gespielt. Es gibt da nur noch einen Werbesong im Fernsehen und hinzu kommt noch ein etwas freundlicheres Lied am Ende des Films. Das war es dann aber auch schon. Dafür ist aber zumindest die normale Hintergrundmusik wieder klassisch Disney und hier sollte man deutlich auf seine Kosten kommen.
So gesehen ist "101 Dalmatiner" ein durchaus unterhaltsamer Film und ein guter Start in eine neue Disneyepoche, die stilistisch aber einen Weg ging, die mir nur bedingt gefiel. Disney selbst war damals auch nicht wirklich davon überzeugt und war eher dem Stil der 50-er Jahre verbunden. Aber was soll man schon groß machen, wenn die Kosten das Einspiel bei weitem überschreiten und storymäßig waren die Filme in der kommenden Zeit ja durchaus ansprechend, was insbesondere auch auf die Dalmatiner zutrifft. Deshalb ist der Film auch definitiv eine Empfehlung wert, denn die Hauptdarsteller und der Bösewicht sind einsame Spitze.