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Mittwoch, 7. Dezember 2011

Filmkritik: Der gestiefelte Kater


Regie: Chris Miller
Drehbuch: Tom Wheeler
Musik: Henry Jackman
Laufzeit: 90 Minuten
freigegeben ab: 0 Jahren
Trailer: hier

Der gestiefelte Kater ist zweifellos einer der beliebtesten Charaktere aus dem Shrek-Franchise. So war es auch kein Wunder, dass bald schon Gerüchte um einen eigenen Filme der beliebten Katze aufkommen würde. Viele fragten sich aber auch, ob das wirklich eine so gute Idee sei, immerhin hatten auch die letzten beiden Shrek-Abenteuer schon an Ideenlosigkeit gelitten und so wirkte "Der gestiefelte Kater" wie ein Versuch auch noch den letzten Dollar aus dem Franchise herauszupressen, zumal auch noch Chris Miller, Regisseur des unbeliebten dritten Shrek-Films für den Film verantwortlich war.
Doch schon während der Produktion mehrten sich die Stimmen, dass der Film mehr sei als nur eine reine Gelddruckmaschine und tatsächlich ist Miller mit "Der gestiefelte Kater" ein wunderbar amüsantes Actionabenteuer gelungen.
Wer bereits die Shrek-Abenteuer gesehen hat, wird wohl kaum erwarten, dass man sich bei Dreamworks auf eine vorlagentreue Umsetzung des gleichnamigen Märchens konzentriert habe. Denn bis auf die Tatsache, dass Puss gerne mit Stiefeln umher läuft, hat der Film nichts mehr mit diesem gemein. Wer darauf jedoch wenig Wert liegt, kann hier durchaus seinen Spaß haben. Miller konzentriert sich stattdessen lieber darauf, eine westernartige Geschichte zu erzählen, was auch besser zu dessen Charakter aus den Shrek-Filmen passt. Jedenfalls machen all die westernmäßigen Sequenzen eine Menge Spaß und sind sehr actionreich inszeniert.
Hinzu kommt, dass es Miller mit Kitty Softball und Humpty Alexander Dumpty gelungen ist, zwei hervorragende neue Charaktere in den Film einzubauen, die der Zuschauer sofort in sein Herz schließen kann.
Dies tröstet dann auch darüber hinweg, dass die Story an sich etwas hoprig ist. Es gibt ein paar Wendungen zu viel innerhalb des Filmes und manchmal hätte man in den Film ruhig noch etwas mehr Herz hereinbringen können. Insbesondere die Beziehung zwischen Puss und Humpty Dumpty wirkt manchmal etwas unausgereift und folgt zu sehr den Hollywood-Klischees. Auch bei der eigentlichen Geschichte rund um die goldenen Eier hätte man noch etwas mehr Ernst reinbringen können, so dass sich die Geschichte größer anfühlt. So ist das Finale effektmäßig zwar sehr nett, aber gefühlsmäßig auch leicht unterkühlt.
Dank der durchaus guten Dialoge und starken Onelinern der drei Hauptfiguren kann man darüber aber großzügig hinwegsehen und insbesondere Puss und Kitty würde man gerne noch viel öfter auf der großen Leinwand gemeinsam agieren sehen. Hinzu kommt, dass Miller diesesmal nicht so sehr auf popkulturelle Elemente setzt wie noch bei Shrek 3, sondern wirklich versucht einen richtigen Western aufzuziehen. Umso deplazierter wirkt da eine kurze Referenz an "Avatar" und auch eine Szene in der zweiten Hälfte des Films, die direkt aus "Aladdin" stammen könnte.
Ein wirklich großartiger Coup gelang Miller auch bei der Wahl des Komponisten. Statt auf den "Shrek"-Stammkomponisten Harry Gregson-Williams zurückzugreifen, verpflichtete man Henry Jackman um etwas frischen Wind in den Film hineinzubringen. Jackman schafft es jedenfalls perfekt, das Westernfeeling des Streifens einzufangen und einen nicht wirklich innovativen, dafür aber überaus passenden Western-Score für den Film zu schreiben. Die Musik passt immer hervorragend und lässt den Film überaus flott erscheinen.
Einen großen Beitrag leisten aber auch die Sprecher der Figuren, zumal man bei Dreamworks diesesmal auf die ganz großen Namen verzichtete und wirklich nach passenden Sprechern suchte. Antonio Banderas als Puss hatte sich schon bei den "Shrek"-Filmen als wunderbar passende Stimme erwiesen, doch auch die Verpflichtung von Salma Hayek für den weiblichen Part ist wunderbar gelungen, insbesondere wenn man die gemeinsame berufliche Vergangenheit von Hayek und Banderas in Erinnerung hat. Ganz großes Kino liefert aber Zach Galifianakis als Humpty Dumpty ab, der wunderbar seine Stimme verstellen kann und dadurch die verschiedenen Seiten von Humpty wunderbar wiedergibt.
"Der gestiefelte Kater" ist alles in allem ein rasantes Animationsabenteuer, welches storymäßig noch etwas Potential nach oben gehabt hätte, dafür aber mit großartigen Figuren aufwartet, die für viele Lacher und großartige Actionsequenzen sorgen, so dass man hofft, dass dies nicht das letzte Abenteuer der beliebten Katze bleiben wird.

Freitag, 29. Januar 2010

Filmkritik: Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen


Regie: Phil Lord, Chris Miller
Drehbuch: Phil Lord, Chris Miller
Musik: Mark Mothersbaugh
Laufzeit: 90 Minuten
freigegeben ab: 6 Jahren
Trailer: hier

Wenn man an die erfolgreichsten Animationsfilmstudios unserer Zeit denkt, werden die meisten Leute wohl am ehesten Dreamworks oder Pixar und mit ein paar Abstrichen Disney sagen. Doch auch hinter diesen drei Studios mit den großen Namen haben sich bereits einige Animationsstudios etabliert. Zum einen haben wir da dank der Ice Age - Filme Blu Sky und zum anderen Sony Pictures Animation, die auch schon den tollen "Könige der Wellen" hervorgezaubert haben. Von eben jenem Studio stammt nun auch der neueste Animationskracher "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen", dessen Trailer eine der lustigsten Filmideen der letzten Jahre versprach und es schien auch so, als wenn der Film das hielt, was er versprach. Der Film wurde in Amerika nicht nur zum erfolgreichsten Film des Studios (wenn auch etwas hinter den Zahlen eines Dreamworks oder Pixarfilm zurück), sondern auch noch von der Kritik positiv aufgenommen.
Tatsächlich ist aus "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" ein sehr unterhaltsamer Animationsfilm geworden, der sich vor den Filmen des Konkurrenz nicht zu verstecken braucht. Die Geschichte rund um den Hauptprotagonisten Flint Lockwood ist zwar recht klassisch ausgefallen und mündet in einem ebenso offensichtlichen Ende, doch ist die Präsentation dieser Geschichte durchaus originell, denn in welchem Film regnet es bitte permanent Essen vom Himmel. Da kann man wohl lange suchen. Das Wichtigste ist nun aber auch, diese Idee interessant zu verkaufen und das schafft der Film ohne größere Probleme. Es gibt zwar auch die ein oder andere eher dusselige Idee, wie die Bräuler in der zweiten Hälfte des Films, aber es gibt halt auch eine Menge toller Ideen wie das Unwetter mit Spaghetti. Ansonsten kann der Film aber auch auf der emotionalen Ebene überzeugen. Auch wenn die Charaktere sehr cartoonhaft angelegt sind, so haben sie durchaus Herz. Die Geschichte der weiblichen Hauptdarstellerin Sam Sparks ist nett und auch Flints Vater kommt den ganzen Film über sympatisch herüber. Andere Figuren wie der kleine Franzose oder der immer rundlicher werdende Bürgermeister runden die sehr gelungene Figurenmischung sehr gut ab.
Bei so einem Film erwartet man dann natürlich auch eine Menge an Schauwerten. Der Film ist sicherlich nicht so toll animiert wie es beispielsweise bei einem Pixarfilm der Fall ist, aber er sieht trotzdem verdammt lecker aus, was bei so einer Idee natürlich Voraussetzung ist. Man kann sich größtenteils gar nicht satten sehen an diesem Film und ein Wackelpuddingschloß oder ein Ort voll mit Eiscreme sind natürlich tolle Ideen. Im Abspann gibt es dann übrigens auch nochmal eine etwas längere Zeichentricksequenz, wie man sie in vielen anderen Animationsfilmen der letzten Zeit zu Gesicht bekommen hat. Selten wurde diese aber so spaßig gestaltet wie hier und sitzenbleiben lohnt sich wirklich, immerhin wird auch die Geschichte noch etwas weitergeführt. Im Film ist nach dem Finale ja recht schnell Schuss.
Aber auch die Musik von Mark Mothersbaugh leistet durchaus ihren Dienst für den Film. Sie ist zwar nicht hochgradig toll und vieles hat man in ähnlicher Weise schon woanders gehört, aber sie passt gut zum Film.
Diesen sollte man sich jedenfalls nicht entgehen lassen. Die Frage nach 2-D oder 3-D ist dabei aber irrelevant. Der 3-D-Effekt war sicherlich auch hier ganz nett, aber es gibt für einen Film doch deutlich wichtigeres als diesen Effekt, der hier eh nicht so stark auffällt. Es geht viel mehr um eine tolle Idee, sympatische Figuren und eien hohen Unterhaltungswert. Dies alles bieten die Fleischbällchen und somit ist dieser Film eines der ersten Highlights des neuen Jahres.