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Montag, 13. Dezember 2010

Filmkritik: Kevin allein in New York


Regie: Chris Columbus
Darsteller: Macaulay Culkin, Joe Pesci, Daniel Stern
Drehbuch: Johh Hughes
Musik: John Williams
Laufzeit: 120 Minuten
freigegeben ab: 06 Jahren
Trailer: hier

Fortsetzungen zu Komödien haben ja oftmals das Problem, dass sie sich sehr am Konzept des Vorgängerfilms orientieren müssen und somit wenig neues bieten können. Ein Paradebeispiel bietet dabei "Kevin allein in New York", der größtenteils wie eine Kopie des Vorgängers anmutet. Umso überraschender ist es da, dass auch dieser Film wieder wunderbare Weinachtsunterhaltung versprühtl.
Wie schon im Vorgänger fängt der Film damit an, dass es sich Kevin kräftig mit seiner Familie verscherzt und diese beim anschließenden Weihnachtsurlaub aus den Augen verliert. Während er im ersten Teil jedoch noch alleine Zuhause zurückgelassen wird, sitzt er diesesmal im falschen Flieger und so geht die Reise diesesmal nach New York, wo sich zufällig auch die aus dem Gefängnis ausgebrochenen Harry und Marv befinden. Da ist es natürlich logisch, dass sich deren Wege bald auch wieder kreuzen und sich Kevin erneut gegen die beiden Gangster verteidigen muss.
Wer wirklich viele Innovationen in dem Streifen erwartet, wird zweifellos enttäuscht werden. Das Herzstück des Films sind auch diesesmal die 20 Minuten, in denen sich Kevin mit den beiden Gangstern anlegt.Selbst viele andere Erzählungsstränge wie der Streit von Kevin mit seiner Familie oder die Geschichte rund um die Taubenfrau scheinen 1:1 aus dem Vorgängerfilm übernommen worden zu sein.
Nach Neuerungen gegenüber dem Vorgänger muss hingegen mit der Lupe gesucht werden. Es sind sicherlich einige Gags neu, aber das sollte man bei einer Komödie ja auch erwarten können. Der größte Unterschied ist vielleicht, dass Kevin diesesmal nicht sein eigenes Haus verteidigt, sondern einen Spielzeugladen verteidigt, der ausgeraubt werden soll. Allerdings verlegt man die Haupthandlung dann wieder in ein Haus, welches seinen Verwandten gehört.
Trotz der fehlenden Neuerungen kann man allerdings nicht leugnen, dass auch dieser Film hier Weihnachtsmagie pur versprüht. Dies liegt wie schon im Vorgänger an dem gelungenen Schauspiel seiner Darsteller. Wer Joe Pesci und Daniel Stern schon im Vorgänger witzig fand, der wird auch hier laut loslachen können, wenn die beiden Gangster von Kevin wieder kräftig aufs Korn genommen werden. Aber auch Macaulay Culkin selbst bleibt ähnlich frech wie schon im Vorgänger. Was in dem Film sogar etwas besser gelungen ist, ist die Geschichte rund um die Familie von Kevin, die diesesmal in Paris festgehalten werden. Dadurch gibt es keine eher nervigen Nebenhandlungen wie die mit der Jazzband. Aber auch die Tatsache, dass man den Aufenthaltsort von Kevin erstmal suchen muss, ist etwas besser ausgereift als die Tatsache, dass er die ganze Zeit bei sich zuhause festsitzt. Geteilter Meinung kann man hingegen bei der Hotelbesetzung des Films sein. Wirklich nervig sind Tim Curry und Rob Schneider zwar nicht, aber witzig sieht dann doch etwas anders aus.
Nichts zu meckern gibt es hingegen bei der Musik von John Williams. Neue Themen bleiben diesesmal zwar aus, aber das passt ja auch gut zum eigentlichen Film, der sich doch recht nah am Vorgänger orientiert hat. Dafür gibt es einige neue Weihnachtsklassiker zu hören, die abermals die Stimmung des Films untermauern.
Insgesamt kann man also festhalten, dass "Kevin allein in New York" an wirklichen Neuerungen krankt, dafür aber genau das bietet, was auch den Vorgänger so besonders hat werden lassen. Der Film ist über die gesamte Laufzeit hinweg unterhaltsam und sorgt somit für schöne Weihnachtsstimmung.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Filmkritik: Kevin allein zu Haus


Regie: Chris Columbus
Darsteller: Macaulay Culkin, Joe Pesci, Daniel Stern
Drehbuch: John Hughes
Musik: John Williams
Laufzeit: 103 Minuten
freigegeben ab: 12 Jahre
Trailer: hier

Als "Kevin allein zu Haus" 1990 in die Kinos kam, hätte wohl kaum einer damit gerechnet, dass der Film auch 20 Jahre später noch zu den großen Weihnachtsklassikern zählt. Der Film hatte mit Joe Pesci zwar einen Oscarpreisträger an Bord, aber trotzdem handelte es sich hierbei um eine Komödie mit einem eher bescheidenem Budget. Bei den Kritikern ist der Film deshalb auch ordentlich durchgefallen. Trotzdem traf der Film das Herz des Publikums und so wurde der Film mit einem weltweiten Einsielergebnis von 477 Millionen Dollar der große Überraschungshit 1990.
Dabei beschränkt sich der Film auf eine kleine, aber durchaus clever durchdachte Geschichte. Ein 9-jähriger verscherzt es sich kräftig mit seiner Familie und wird zum Dank vergessen, als man in aller Hektik in den Urlaub fahren will. Nun muss Kevin allein das Haus hüten und das ist auch bitter nötig, denn in der Nachbarschaft treibt sich ein Gangsterduo rum, das sich insbesondere für das Haus von Kevin interessieren. Doch da haben sie die Rechnung ohne Kevin gemacht.
Natürlich steht bei solch einem Film der Humor im Mittelpunkt. Die Idee, die sich hinter der Geschichte verbirgt, bietet komödiantisch natürlich viele Möglichkeiten, aber handlungsmäßig gibt es hier natürlich die ein oder andere Handlungslücke zu finden. Das ein 9-jähriger sein Haus verteidigen möchte, ist natürlich schön und gut, aber so trottelig wie die beiden Gangster Harry und Marv stellt sich wohl kaum jemand an. Auch die Tatsache, dass sich die Polizei kaum um den kleinen Kevin kümmert, wirkt etwas zu gewollt. Man würde dort doch deutlich mehr unternehmen als nur einmal an der Haustür zu klingeln.
Aber deshalb nennt es sich ja auch Komödie. Hier soll der Spaß im Mittelpunkt stehen und das tut er auch. Die Scherze rund um das Gangsterduo sind auch bei der x-ten Sichtung des Streifens noch witzig und haben nichts von ihrer Intensität eingebüßt. Dies liegt natürlich in erster Linie an den beiden Darstellern. Das Joe Pesci ein extrem guter Schauspieler ist, wusste man ja bereits durch seine jahrelange Zusammenarbeit mit Martin Scoresese, doch hier konnte er sich endlich auch mal im komödiantischen Genre austoben, was man vorher von ihm nicht wirklich gewohnt war. Er trägt den Film wie kein anderer und ist sich für keinen Scherz zu schade, so dass man wirklich einiges über ihn zu lachen hat. Aber auch sein Partner Daniel Stern sorgt für viele witzige Momente. Schauspielerisch ist er Pesci natürlich etwas unterlegen, aber trotzdem sind seine Blicke einfach zu köstlich, wenn er gerade wieder vom kleinen Kevin aufs Korn genommen wird.
Aber auch die Familie von Kevin ist mit reichlich verrückten Charakteren gespickt. Manche davon sind zwar auch etwas nervig geraten, aber viele schließt man auch schnell in sein Herz. Die berühmteste Darstellerin ist dabei sicherlich Catherine O'Hara, die als Mutter von Kevin einen tollen Job abliefert. Aber auch bei der Wahl von Kevin ist den Produzenten mit Macaulay Culkin ein Glücksfall gelungen. Natürlich hat dieser auch seine nervigen Momente, aber er trägt den Film voll und ganz, was nicht jedem Jungdarsteller so überzeugend gelingt.
Bei einer Komödie ist es allerdings auch immer wieder wichtig, dass sie neben all dem Spaß auch ihre ruhigen Momente besitzt und das ist insbesondere bei Kevin sehr gut ausgeprägt. In erster Linie trägt natürlich die weihnachtliche Stimmung des Films dazu bei, aber auch Dialoge von Kevin mit seinem unheimlichen Nachbarn sorgen immer wieder für schöne Momente und auch das Ende sorgt dann für einen rundum gelungenen Abschluss, selbst wenn dies natürlich etwas kitschig geraten ist.
Aber auch die Musik von John Williams trägt entscheidend zum Gelingen des Filmes bei. Dieser entwarf ein wundervolles Hauptthema, welches heute absoluten Kultstatus genießt und schmückte dies mit wunderschöner weihnachtlicher Musik aus. Auch einige amerikanische Weihnachtsklassiker haben es dann in den Film geschafft und runden die weihnachtliche Stimmung des Films wunderbar ab.
"Kevin allein zu Haus" ist jedenfalls einer der ganz großen Weihnachtsklassiker überhaupt. Der Film ist witzig, hat einen wundervollen Cast und traumhafte Musik, die einen 105 Minuten lang in schöne vorweihnachtliche Stimmung versetzen. Das da storymäßig nicht alles hinhaut, ist deshalb auch leicht zu verschmerzen.

Dienstag, 16. Februar 2010

Filmkritik: Percy Jackson - Diebe im Olymp


Regie: Chris Columbus
Darsteller: Logan Lerman, Alexandra Daddario, Brandon T. Jackson
Drehbuch: Craig Titley
Musik: Christophe Beck
Laufzeit: 118 Minuten
freigegeben ab: 12 Jahren
Trailer: hier

Viele Fantasyfilme haben sich in den letzten Jahren ja angeschickt, das Erbe von "Der Herr der Ringe" oder auch "Harry Potter" anzutreten. Wirklich viel übriggeblieben ist von diesen Franchises jedoch nicht. Die Fantasyspektakel "Eragon" und "Der goldene Kompass" stampfte man gleich nach dem ersten Film wieder ein und auch "Die Chroniken von Narnia" dümpeln mittlerweile nur noch vor sich hin. Einzig von James Camerons Avatar (wobei da auch viel Sci-Fi enthalten ist) wird man wohl auch in Zukunft noch einiges hören. Was nun aus "Percy Jackson - Diebe im Olymp" werden wird, kann man im Moment aber wohl noch nicht sagen, selbst wenn der "Harry Potter"-erprobte Regisseur Chris Columbus dafür verantwortlich ist.
Dieser kehrt nämlich nach dem kaum beachteten Musical Rent und dem von der Kritik heftig zerrissenen "I love you, Beth Cooper" in den Fantasybereich zurück. An den Erfolg der ersten beiden Potter-Streifen wird er mit diesem Film zwar sicherlich nicht anknüpfen können, denn dafür ist die Fanbase etwas zu klein, aber man erhoffte sich sicherlich den Startschuss für ein solide laufendes Franchise und genau das erfüllt "Percy Jackson - Diebe im Olymp" auch.
Erzählt wird dabei die Geschichte des jungen Percy Jackson, der bei seiner Mutter und seinem ständig pöbelnden Stiefvater aufwächst. Als er jedoch eines Tages von einer unbekannten Kreatur angegriffen wird, erfährt er, dass er der Sohn von Poseidon ist und über das Wasser herrschen kann. Damit er diese nun trainieren kann, wird er in ein Schulcamp gebracht, wo er gleichzeitig auch neue Freunde kennen lernt. Als jedoch Haydes ihn auffordert, in die Unterwelt zu gelangen um ihn den Herrscherblitz von Zeus zu bringen, macht sich Percy auf den Weg durch ganz Amerika begleitet von zwei Freunden, die von nun an immer an seiner Seite stehen.
Dies klingt natürlich ziemlich deutlich nach Harry Potter und so ganz abwerfen kann es der Film auch nicht, zumal das Haupttrio recht deutlich an das berühmte Vorbild aus Hogwarts erinnert. Trotzdem hat der Film aber auch so seine Eigenheiten, so dass man ihn nicht als reine Potterkopie abstempeln sollte. Immerhin geht es hier um Götter und deren Mythologie und nicht um Zauberer mit ihren Zauberstäben. Fans der Götter-Mythologie werden dabei aber nicht nur einmal mit den Augen rollen, denn die Mythologie wird schon recht locker intepretiert und größtenteils nach Amerika ausgelagert, was für viele Leute wohl nicht leicht zu akzeptieren ist.
Aber auch so ist "Pery Jackson" etwas moderner und auch amerikanischer ausgefallen als noch die Potterreihe. So wird es in diesem Film unter anderem Tanzszenen zu Lady Gaga geben oder man sieht auch mal, wie ein Halbgott Computer spielt. Ob dies nun besser oder schlechter ist, muss aber wohl jeder selbst entscheiden.
Ansonsten gibt es in dem Film halt 3 Stationen, die die Hauptcharaktere nacheinander absuchen um dann endlich zum Finale zu gelangen. Dies ist durchaus abwechslungsreich, aber nicht so pompös in Szene gesetzt wie vielleicht erhofft. Am erinnerungswürdigsten bleibt da wohl Uma Thurman als wunderbar durchgeknallte Medusa. Die anderen beiden Stationen sind dann zwar auch recht nett geworden, sind vom Spannungsaufbau jedoch nicht ideal umgesetzt worden und die Auflösung des Ganzen ist dann ebenso unspektakulär. Das Finale sieht dann aber wieder recht schick aus und macht sogar Spaß.
Die drei Hauptdarsteller des Films sind dann auch ganz solide. Wirklich groß schauspielern müssen sie nicht, aber sie wirken auch nicht nervig, selbst wenn Brandon T. Jackson mal wieder den typischen Sprücheklopfer abgibt. Einzig Logan Lerman hätte noch etwas mehr aus sich herausgehen können, denn insbesondere in sehr emotionalen Szenen bleibt er ungewöhnlich ruhig. Ein paar mehr Regungen wären da schon recht nett gewesen.
Dafür werden die drei Darsteller aber von deutlich erfahreneren Schauspielern umgeben, die sich sehr gut ins Geschehen einfügen. So sieht man unter anderem Uma Thurman, Sean Bean und Pierce Brosnan in kleinen Nebenrollen, so dass ähnlich wie bei den Potter-Filmen die schauspielerischen Glanzpunkte von den Nebendarstellern gesetzt werden.
Musikalisch kann Percy Jackson jedoch nicht nachziehen. Während bei Potter nämlich Musiklegende John Williams am Werk war, muss sich Columbus bei Percy Jackson mit dem eher Comedy-erprobten Christophe Beck zufriedengeben, dessen Score zwar oftmals sehr laut ist, aber keine wirklichen Themen entwickeln kann, so dass man ihn nach dem Kinobesuch auch sofort wieder vergessen hat.
Trotzdem ist Percy Jackson ein durchaus angenehmer Film, der einige tolle Szenen zu bieten hat. Zwischendurch hat der Film zwar auch immer mal wieder Leerlauf und neu erfindet der Film das Genre auch nicht, aber die 118 Minuten vergehen doch recht schnell. Ein neuer Harry Potter ist aber nicht entstanden.

Dienstag, 14. Juli 2009

Filmkritik: Harry Potter und die Kammer des Schreckens


Regie: Chris Columbus
Darsteller: Daniel Radclife, Rupert Grint, Emma Watson
Drehbuch: Steve Kloves
Musik: John Williams
Laufzeit: 155 Minuten
freigegeben ab: 12 Jahren
Trailer: hier

Nachdem Teil 1 mit einem Einspiel von über 900 Millionen zu einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten wurde und man aufgrund der Beliebtheit der Filmreihe eh mit einem Erfolg gerechnet hatte, kam bereits ein Jahr nach Teil 1 das zweite Abenteuer von Harry Potter in die Kinos.
In diesem geht es um eine geheime Kammer des Schreckens, in der ein Monster haust, welches durch den Erben Slytherins angeregt wird, Muggelgeborene zu töten. Schon nach kurzer Zeit häufen sich Angriffe auf Muggelgeborene und schon bald wird Harry zu einem der Verdächtigen, denn immerhin hat er einige Gemeinsamkeiten mit Salathar Slytherin. Auch Harry selbst kommt ins Grübeln, ob er nicht doch ein Slytherin ist, wie seinerseits Lord Voldemort.
Ähnlich wie Teil 1 hält man sich auch hier streng an die Buchvorlage von J.K. Rowling. Das führt natürlich wieder dazu, dass auch vieles unwichtige gezeigt wird, was in Buchform sehr gut funktioniert, als Film aber eher überflüssig ist. Wieso musste Harry beispielsweise am Anfang in der Knockturngasse landen, Lucius Malfoy trifft er dort doch eh nicht. Die Szene mit Lucius wurde zwar gedreht, dann aber verworfen, da dessen Auftritt im Buchladen eh deutlich eindrucksvoller erscheint.
In Hogwarts selbst profitiert der Film aber davon, dass diesmal eine echte Hauptgeschichte existiert und an dieser hangelt sich der Film mehr oder weniger entlang. Fragwürdig bleibt jedoch, ob man dafür so weit ausholen musste und man nicht das ein oder andere hätte wegkürzen können. Der Film bleibt insgesamt auch hinter den Möglichkeiten einer Verfilmung der Geschichte zurück, aber insgesamt macht man doch einen deutlich besseren Job als Teil 1.
Auch die Actionsequenzen sehen in diesem Teil deutlich besser aus in Teil 1. Egal ob magische Geschöpfe wie Riesenspinnen oder das Quidditchspiel, man hat sich in fast allen Belangen gebessert. Auch die Sets sehen dementsprechend deutlich besser aus. Der einzige große Kritikpunkt ist dort die Platzierung der peitschenden Weide. Diese mitten auf den Schulhof zwischen Hagrids Hütte und der Schule zu stellen, ist nicht gerade die cleverste Idee. Aber wie schon in Teil 1 gesagt, die Landschaft Hogwarts wurde längst nicht so beeindruckend eingefangen wie dann in Teil 3 und den darauffolgenden Filmen.
Schauspielerisches Highlight des neuen Potters ist sicherlich Kenneth Branagh, der den selbstverliebten Professor für "Verteidigung gegen die dunklen Künste" Gilderoy Lockhart spielt. Er sieht nicht nur optisch ziemlich passend aus, sondern es gelingt ihm auch der Wandel zwischen humorvollen und ernsten Szenen, ohne dass es deplatziert wirkt. Aber auch die Verpflichtung von Dracos Vater Lucius ist sehr gelungen, denn wenn man es nicht besser wüsste, so würde man sagen, dass Jason Isaacs und Tom Felton auch im wahren Leben Vater und Sohn wären. Ein weiterer darstellerischer Neuzugang entspringt dann aber dem Computer und die Rede ist natürlich von dem Hauselfen Dobby, der Harry den ganzen Film über mit ganz verrückten Dingen versucht von der Zaubererschule fernzuhalten. Denn auch wenn seine Aktionen schon ziemlich grenzwertig sind, so schließt man ihn mit seinen Tennisaugen recht schnell ins Herz und trotz seiner schäbigen Kleidung sieht er den ganzen Film über ziemlich knuddelig aus. Schade, dass man danach bis Teil 7 oder 8 warten muss, um Dobby endlich wieder zu sehen, immerhin taucht er bei den Büchern schon im 4. Band wieder auf. Ansonsten kehrten natürlich auch alle wichtigen Figuren des ersten Teils zurück, wenn ihre Rolle auch in dieser Geschichte eine Rolle spielt. Über die erwachsenen Schauspieler muss man wahrscheinlich nicht so viel reden, aber insbesondere die Jungdarsteller machen in diesem zweiten Teil einen deutlichen Sprung nach vorne. Insbesondere Emma Watson als Hermine ist in diesem Streifen umwerfend und es ist auch positiv, dass man ihren Haarschnitt etwas verändert hat, denn so wirkt sie um einiges attraktiver, auch wenn es im Buch etwas anders beschrieben ist. Aber solche Änderungen sind doch echt normal.
Für die Musik des Streifens zeichnete sich erneut John Williams verantwortlich und man bekommt in etwa das, was man erwartet. Wirklich große Unterschiede lassen sich zwischen Teil 1 und 2 nicht wirklich erkennen, aber die Musik ist gut genug, dass es auch in Teil 2 sehr gut zum Gezeigten passt, was bei anderen Filmreihen von anderen Komponisten nicht der Fall ist. Die ganz große Zeit von Williams ist mittlerweile wohl vorbei, aber trotdem sind seine Kompositionen immer noch deutlich besser als die der jüngeren Generation.
Insgesamt ist "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" aber eine sehr gute Fortsetung, die einige Dinge besser macht als der Vorgänger, was bei derBuchvorlage aber auch nicht so schwer war. Aber ich will nicht zu viel meckern, denn trotz seiner langen Laufzeit ist "Die Kammer des Schreckens" fast die ganze Zeit über unterhaltsam und Kenneth Branagh ein wahres Highlight.

Montag, 13. Juli 2009

Filmkritik: Harry Potter und der Stein der Weisen


Regie: Chris Columbus
Darsteller: Daniel Radclife, Rupert Grint, Emma Watson
Drehbuch: Steve Kloves
Musik: John Williams
Laufzeit: 147 Minuten
freigegeben ab: 6 Jahren
Trailer: hier

Harry Potter ist die mit Abstand beliebteste Buchreihe der letzten Jahre. Da war es kein Wunder, dass man dies auch filmisch umsetzen wollte und so brachte Warner Brothers 2001 den ersten Teil "Harry Potter und der Stein der Weisen" in die Kinos, in dem Harry Potter erkennt, dass er mehr als ein gewöhnlicher Junge ist, welcher bei seiner fiesen Tante und Onkel aufgewachsen ist. Schon bald erfährt er, dass er dafür verantwortlich ist, dass der böse "Lord Voldemort" besiegt wurde, welcher unter anderem seine Eltern getötet hat. Harry Potter (Daniel Radcliffe) ist also auf dem Weg in seine neue Heimat, der Zaubererschule Hogwarts, wo er Bekannschaft mit Ron Weasley (Rupert Grint) und Hermine Granger (Emma Watson) macht. Gemeinsam bekommen sie mit, dass ein geheimnisvoller Stein gestohlen werden sollte. Natürlich vermuten sie, das der mysteriöse Professor Severus Snape (Alan Rickman) hinter der ganzen Sache steckt.
Nun blieb natürlich die Frage nach der Umsetzung des Streifens. Für die Regie verpflichtete man dort Chris Columbus, der eher dem Comedy-Genre entstammt, dafür aber auch schon oft mit Kindern zusammengearbeitet hat, wie z.B. den beiden "Keving allein zu Haus" - Filmen. Tatsächlich hat er es aber geschafft, eine wirklich magische Atmosphäre aufkommen zu lassen, die dazugehörigen Sets schwanken aber zwischen toll und ein bisschen simpel aufgebaut. Auch ist der Film eher eine genaue Bebilderung des Buches statt einer wirklichen Verfilmung, was dazu führt, dass der Film im Laufe der Zeit manchmal über seine eigene Füße stolpert.
Man hat versucht, möglichst viele der Geschichten auf die Leinwand zu bringen und dabei leider vergessen, dass weniger manchmal mehr ist. So werden zwar viele Szenen des Buchs übernommen, diese wirken manchmal aber auch extrem zusammengeschnitten und einige Szenen wurden dann aus dem Film wieder entfernt, wurden im Verlaufe des Films aber durchaus angesprochen, wie z.B. die Fahrt von Harry und Hagrid in der U-Bahn, wo Hagrid ihm von seiner Vorliebe von Drachen berichtet. Durch diese blinde Buchbebilderung geht dem Film auch etwas das Erzähtempo abhanden. Viel zu sehr plätschert der Film vor sich her und er erreicht eher spannungsarm seinen Höhepunkt. Hier sei aber auch erwähnt, dass ich nun auch nicht der größte Fan des ersten Harry Potter-Buchs bin und somit er es im Vergleich zu den anderen Filmen der Reihe etwas schwerer hat. Trotzdem hätte man bei einer etwas mehr vom Buch losgelösten Verfilmung einen deutlich besseren Film drehen können.
Aber es ist auch nicht alles schlecht an dieser Verfilmung, denn er dient als Erstling ja auch als Einführung in die Welt des Harry Potter und wie würden wohl die folgenden Verfilmungen aussehen, wenn es diesen Streifen nicht gegeben hätte. Der Anfang mit den Dursleys ist zwar etwas anstrengend, aber besonders die magischen Sachen aus dem Buch wie der Zug, Hogwarts, der Gemeinschaftsraum und der verbotene Wald machen richtig Lust auf den Film. Insgesamt wäre bei diesen Sachen aber immer noch Potential nach oben, was insbesondere Cuaron in Teil 3 erkannte und manchmal wünschen lässt, dass auch Teil 1 und 2 schon so ausgesehen hätte. Ohne die Berücksichtigung von Teil 3 geht es aber komplett in Ordnung und man muss Columbus besonders dafür Tribut zollen, wie er mit den Charaktern umgegangen ist, denn hier ist eine Besetzung besser als die Andere. Radcliffe als Harry hat mich als Schauspieler bislang noch nicht so ganz überzeugt und ich bin immer froh, wenn er relativ emotionslos seinen Text aufsagt, aber er ist mittlerweile durch und durch Harry Potter und mit einer Neubesetzung hätte man es wohl sehr schwer. Außerdem ist er insbesondere im Zusammenspiel mit den deutlich besseren Rupert Grint und Emma Watson eine der sympatischsten Kindercliquen der Filmgeschichte, wo es auch deutlich nerviger geht, wenn man beispielsweise an Narnia denkt. Auch die anderen Schüler von Hogwarts fallen da sehr angenehm auf.
Bei den erwachsenen Schauspielern ließ man sich ebenfalls nicht lumpen und verpflichtete dabei so ziemlich alles, was in England Rang und Namen hat. Eine besonders geniale Verpflichtung ist dabei Alan Rickman als Professor Snape, denn dieser ist echt der geborene Snape und für solch mysteriösen Filmfiguren eh sehr gut geeignet. Aber auch Leute wie Oscarpreisträgerin Maggie Smith, Richard Harris, Julie Walters oder John Hurt machen ihre Sache sehr gut. Insgesamt ist also Harry Potter nicht nur optisch sehr gut, sondern auch schauspielerisch sehr gut besetzt.
Natürlich gibt es bei einer solch großen Produktion auch einige Actionsequenzen und allgemein viele Effekte. Jedenfalls lassen sie zumindest in diesem Film ein bisschen zu Wünschen übrig. Das Ende ist eh nicht spektakulär, aber besonders die Szenen davor sehen nur bedingt gut aus und allgemein gilt dort, dass es im Buch um einiges besser wirkte als im Film selbst.
Musikalisch hingegen hat man den absoluten Hauptgewinn gezogen, denn immerhin konnte man den 5-fachen Oscarpreisträger John Williams verpflichten, der mit Regisseur Chris Columbus auch schon an den "Kevin allein zu Haus" Filmen gearbeitet hatte. Besonders hervorzuheben bei seinem Score ist wieder einmal das Hauptthema, welches in diesem Fall Hedwig's Theme heißt. Williams ist ja dank Star Wars, Indy und Superman eh für sehr thematische Musik bekannt und auch hier enttäuscht er nicht. Es ist insgesamt nicht der stärkste Williamsscore, aber die magische Atmosphäre fängt der Score schon ziemlich gut ein.
Insgesamt ist "Harry Potter und der Stein der Weisen" ein recht solider Einstiegsfilm, der alle wichtigen Personen sehr solide einführt, aber manchmal etwas sprunghaft wirkt und auch wegen der nicht gerade linear verlaufenden Story etwas anstrengend wirkt. Das macht ihn sicherlich nicht zu einem schlechten Film, aber von der Potterserie her für mich uninteressanteste.