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Sonntag, 4. Oktober 2009

Filmkritik: Superman Returns


Regie: Bryan Singer
Darsteller: Brandon Routh, Kate Bosworth, Kevin Spacey, James Marsden
Drehbuch: Michael Dougherty, Dan Harris
Musik: John Ottman
Laufzeit: 154 Minuten
freigegeben ab: 12 Jahren
Trailer: hier

2000 begann mit X-Men das Revival der Comicverfilmungen, welches 1978 mit Superman seinen Anfang nahm und mit den Batman von Tim Burton erfolgreich weitergeführt wurde, ehe sie nach den beiden Schumacher-Batmans erstmal in der Versenkung verschwanden. Bereits vor X-Men wurde aber auch an einem neuen Superman gebastelt. Regie sollte dabei Tim Burton übernehmen, der wie bereits erwähnt zweimal Batman auf die Leinwand gebracht hatte und mit Nicolas Cage stand auch schon der Nachfolger für Christopher Reeve fest. Aufgrund von Problemen bei der Finanzierung des Films kam es jedoch nie zur Realisierung des Projektes. Danach wanderte das Projekt zu verschiedenen Regisseuren wie Brett Ratner oder McG, die aber ebenfalls wegen dem Budget absprangen. Kurzfristig hieß es sogar mal, dass Michael Bay das Ruder übernehmen würde. Jedenfalls fand sich mit Bryan Singer dann endlich ein Regisseur, der sich an das Mammutprojekt herantraute. Singer war zu dieser Zeit auch schon ein sehr gefragter Name innerhalb der Comicszene, immerhin hat er für Fox die zwei hochgelobten X-Men-Fime gedreht und auch für den Thriller "Die üblichen Verdächtigen" konnte er schon einiges an Lob einstecken. Nun galt es also den größten aller Superhelden auf die Leinwand zurückzubringen.
Dabei stellte sich zuallererst die Frage, ob man ein Remake drehen solle oder mittendrin anfangen solle. Singer selbst plante zunächst ein Remake des Ganzen, war dann jedoch der Meinung, dass der Orginalfilm zu gut war um ihn wirklich neu drehen zu können. Also beschloss er, lieber nach diesem Film anzusetzen. Dabei ist nun aber nicht abschließend geklärt, ob der Film als Sequel dienen soll oder nicht und wenn doch, ob er nur die ersten zwei Filme oder alle vier berücksichtigt. Einige Dinge innerhalb des Films kommen einem dabei durchaus bekannt vor, doch eine wirkliche Fortsetzung kann der Film aufgrund inhaltlicher Widersprüche zu Teil 2, egal ob Kinoversion oder Donnerscut, nicht darstellen. Dies ist aber auch nicht nötig, da der Film auch so als Einzelfilm fantastisch funktioniert. Man benötigt somit also keine Vorkenntnisse bezüglich des Films, denn man erahnt auch während des Films selbst, dass Lois früher mal ein Verhältnis mit Superman hatte, egal ob man dies nun extra gesehen hat oder nicht. Es ist halt nicht so ganz einfach, einen komplett neuen Superman zu drehen, da Donner dem idealen Superman schon recht nah kam und somit auch Singer viele dieser Elemente wieder einbauen musste. Ein Christopher Nolan hingegen konnte ja von dem recht fantasielastigen Batmanversionen durchaus abweichen, da Batman selbst nur ein Mensch war. Superman hingegen besitzt all jene Kräfte und deshalb waren hier große Änderungen nicht möglich. Allgemein spürt man aber, welch großen Respekt Singer dem Original zollt. An entsprechenden Stellen zitiert er die alten Filme und trotzdem gelingt es ihm etwas Eigenes und Neues zu entwickeln. Solch eine liebevolle Behandlung des Originals ist wohl vergleichbar mit der von Peter Jackson zu King Kong und führt dazu, dass Superman die wohl beste Superheldenverfilmung der letzten Jahre wurde, denn selten gab es eine so emotionale Achterbahnfahrt wie hier.
Dies fängt schon bei den sehr stimmungsvollen Opening Credits an, für die Singer extra die Credits von Richard Donner aus dem Jahr 1978 verwendete. Aber selbst wenn man dieses Detail nicht kennt wird man von diesen einfach weggeblasen. Ein großer Verdienst trägt dabei auch die Musik von John Williams, die auch 30 Jahre später nichts von ihrer Power verloren hat. Kurz danach geht es dann aber auch schon mit der eigentlichen Geschichte los, wo man erstmal eine Szene mit Lex Luthor erlebt. Allgemein taucht Luthor hier recht früh schon recht oft auf. Dies liegt wohl daran, dass Superman selbst erst zur Erde zurückgekehrt ist und sich bei seiner Tante erholen muss. Außerdem will Singer hier für alle Neueinsteiger ein paar Szenen aus Supermans Kindheit präsentieren. Somit wird gleichzeitig aber trotzdem der Spannungsbogen hochgehalten und man merkt recht schnell, dass man hier keine Albernheit wie Superman 3 erwarten braucht, wo auf den epischen Ansatz komplett verzichtet wurde. In der "Festung der Einsamkeit" kommt es dann auch gleich zu einem weiteren Höhepunkt, denn man sieht tatsächlich Marlon Brando als Vater von Superman wieder. Auch wenn Returns keine reine Fortsetzung ist, so passt Brando hier sehr gut rein. Man überlege sich mal, jemand anders hätte diese Rolle übernommen. Da die Rolle für die Geschichte nicht weiter von Bedeutung ist, wäre es ja geradu fahrlässig gewesen, hier jemand neues zu nehmen. So ist es halt nochmal eine schöne Erinnerung an die alten Filme.
Danach geht es dann endlich nach Metropolis und es wird endlich die Rückkehr Supermans eingeleitet. Da es in diesem Film keine lange Kryptonpassage gibt und auch der Rest etwas schneller abgehandelt wurde, muss man nichtmal eine halbe Stunde warten ehe man Superman endlich in Aktion erlebt als er ein Flugzeug retten muss in dem "zufällig" auch Lois Lane drin sitzt. Dies ist zugleich auch die größte Actionsequenz des ganzen Films und sieht sehr stark aus. Das Besondere an dieser Szene ist aber sicherlich die Sequenz in der Superman an einem Flugzeugfenster vorbeifliegt und Lois erkennt, dass er endlich zurückgekehrt ist. Denn genau diese Momente machen Returns zu so einem Highlight. Auch das Finale bietet kein großes Actionfeuerwerk, ist dafür aber eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Es gab in den letzten Jahren wohl kaum einen Film, der emotional so aufwühlend war wie hier. Denn Singer besticht auch hier durch eine einzigartige Bildsprache. Es gibt weder viel Dialog noch explodiert laufend was. Stattdessen ist es oftmals sehr ruhig und man sieht nur Superman und dazu spielt Musik von John Ottman. Besonders die Tatsache, dass Singer Superman in diesen Momenten als gottesgleich ansieht, gibt den Film sehr viel und es ist einfach nur ein wahres Meisterwerk was Singer hier erschaffen hat. Dem zugute kommt noch, dass Singer keine großen Reden über die Superkräfte Supermans schwingt, sondern diese stattdessen sehr subtil einsetzt. Wenn er seinen Laserblick benötigt, dann setzt er ihn halt ein und wenn er durch Häuser gucken muss, dann macht er dies halt einfach. Somit kommt ein Gefühl der Glaubhaftigkeit gegenüber der Figur auf.
Da fällt es auch gar nicht weiter auf, dass einmal mehr Lex Luthor den Gegenpart zu Superman darstellt. Wie schon in der Kritik zum ersten Supermanfilm geschrieben, benötige ich hier einfach keinen Supergegner. Viel wichtiger als das ist die Figur von Superman selbst und der zollt Singer genug Respekt. Hinzu kommt, dass mit Kevin Spacey als Luthor ein Weltklasseschauspieler verpflichtet wurde, der für einen der besten Bösewichter der letzten Jahre sorgte und problemlos auf eine Stufe mit Alfred Molina aus Spiderman 2 gestellt werden kann. Die großen Fußstapfen von Gene Hackman hat er damit jedenfalls locker ausgefüllt.
Neben dem ganzen Part mit dem Bösewicht widmet Singer aber auch der Beziehung zwischen Superman und Lois viel Zeit und endlich wird diese auch mal angemessen fortgeführt. Lester schickte Lois damals ja einfach in den Urlaub und Teil 4 war in dieser Beziehung ja auch nicht wirklich besser. Hier hat man nun jedoch die Situation, dass Superman ewig nicht da war und Lois mittlerweile eine Familie gegründet hat. Dies führt nun zu einer Dreiecksbeziehung wie man sie in ähnlicher Art und Weise auch in den X-Men-Filmen erlebt hat. Dies könnte man nun durchaus als Ideenarmut deuten, doch bringt genau das die Beziehung auf eine neue Ebene, die diese Beziehung bitter nötig hatte. Das Lois und Superman nie zusammen sein können, wissen wir ja schon aus Teil 2. Etwas fragwürdig bleibt in dieser Beziehung die Rolle des Kindes, welches einem den ganzen Film über etwas fremd bleibt. Er hat zum Ende hin aber seine Funktion und es gibt nochmal eine richtig tolle Szene von ihm zusammen mit Superman. Deshalb ist seine Rolle jetzt auch keine Fehlbesetzung, aber man hätte durchaus auf ihn verzichten können.
Bei den Schauspielern stand man nun natürlich vor der Herausforderung, den mittlerweile verstorbenen Christopher Reeve zu ersetzen. Dabei setzte Singer auf den noch völlig unbekannten Brandon Routh, dem man eine Ähnlichkeit zu Christopher Reeve nicht abstreiten kann. Dies ist möglicherweise auch der Grund, warum man ihm die Rolle des Supermans so schnell abkauft. Aber auch für seine heimliche Liebe Lois Lane hat man mit Kate Bosworth guten Ersatz gefunden. Die Chemie zwischen den beiden stimmt und deshalb ist es auch egal, dass die Beiden keine Kopie von Reeve und Kidder darstellen. Beide haben halt durchaus neue Facetten erhalten, zumal Returns ja doch etwas ernster ist als noch der Donnerfilm. Als Richard verpflichtete Singer einmal mehr James Marsden, der mit Singer bereits in den X-Men-Filmen zusammengearbeitet hatte und auch hier gute Arbeit leistete. Ein Geniestreich ist aber auch die Verpflichtung von Kevin Spacey als Lex Luthor, der diese Rolle ja auch deshalb angenommen hatte, weil er gerne wieder mit Bryan Singer zusammenarbeiten wollte. Dieser schafft es problemlos, aus dem Schatten Gene Hackmans zu treten wie bereits oben erwähnt. Aber auch die Nebenfiguren wurden mit Darstellern wie Frank Langella oder Oscarpreisträgerin Eva Marie Saint exellent besetzt.
Ein großes Lob verdient auch die Effektabteilung, die hier für eindrucksvolle Kulissen sorgten, was insbesondere zum Ende hin deutlich wird. Es gibt zwar nicht die ganz großen Actionszenen, aber dafür wird hier visuell eine Menge geboten und man merkt Returns sein Budget jederzeit an, welches wohl über 200 Millionen Dollar betrug. So genau ist das Budget wegen all der Altlasten aus der Produktionszeit vor Singers Zeit ja nicht geklärt. Jedenfalls macht die Optik des Films eine Menge her.
Ein ganz großes Lob verdient auch die Musik von John Ottman, der es wie kein anderer verstand, die Musik von John Williams in den richtigen Momenten anzuwenden. Während man bei den anderen Supermanfilmen diese wahrlos in sämtlichen Szenen verwendete, schafft es Ottman diese an den richtigen Stellen zu verwenden, gegebenfalls etwas abzuwandeln und auch wirklich gute neue Themen niederzuschreiben ohne das sich diese wie Fremdkörper anhören. Dies macht den Soundtrack von Superman Returns jedenfalls zu einer der stärksten Scores der letzten Jahre und zeigt einmal mehr wie gut themenbezogene Musik einen Film nach vorne bringen kann.
Ansonsten kann ich nur sagen, dass Singer mit diesem Film nicht nur eine liebevolle Hommage an die alten Filme gelungen ist, sondern nebenbei auch die beste Comicverfilmung der letzten Jahre. Damit schlägt er sogar seine eigenen X-Men-Filme sowie Filme der Konkurrenz wie Batman Begins oder Spiderman 2. Deshalb ist es schade, dass ausgerechnet dieser Film an den Kinokassen enttäuschend lief, denn es wäre interessant gewesen, wie Singer diese Figur weiterentwickelt hätte. Andererseits benötigt dieser Film nicht zwangsläufig ein Sequel und es wäre eh schwer geworden nochmal einen so guten Superman abzuliefern. Da helfen auch keine übergroßen Bösewichter.

Samstag, 3. Oktober 2009

Filmkritik: Supergirl


Regie: Jeannot Szwarc
Darsteller: Faye Dunaway, Helen Slater, Peter O' Toole, Mia Farrow
Drehbuch: David Odell
Musik: Jerry Goldsmith
Laufzeit: 120 Minuten
freigegeben ab: 12 Jahren
Trailer: hier

Nach Superman III wussten die Salskinds bekanntermaßen nicht, was sie weiter mit der Rolle von Superman anfangen sollen. Also entschlossen sie sich, die Rechte an Superman selbst aufzugeben und stattdessen mal einen Film über seine Cousine Kara Zor-El alias Supergirl zu realisieren. Dabei näherte man sich auch wieder ein bisschen mehr den klassischen Elementen einer Superman-Verfilmung an. Mit Peter O' Toole und Oscarpreisträgerin Faye Dunaway konnten sogar zwei sehr bekannte Schauspieler verpflichtet werden. Ein besonderes Schmankerl stellt auch die Verpflichtung von Jerry Goldsmith als Komponist dar, da dieser wirklich Potential hatte, etwas neues und eigenständiges zu komponieren, welches sich mit der Musik von John Williams messen könne. Auch der Regisseur wurde nun gewechselt. Richard Lester bekam keine Chance mehr, seine Fehler aus Superman III auszubaden und es wurde stattdessen "Der weiße Hai 2"-Regisseur Jeannot Szwarc verpflichtet. Eine Frage dabei blieb aber unbeantwortet. Hätte man mit so einer Besetzung nicht auch einen tollen weiteren Superman-Film machen. Einen Film über die Cousine zu machen, klingt da doch ziemlich bescheuert und das ist der Film dann auch.
Der Anfang ist dabei sogar noch ganz in Ordnung. Die Opening Credits sind nun wieder etwas traditionieller, diesesmal aber halt mit der Musik von Jerry Goldsmith unterlegt. Da Goldsmith aber etwas von seinem Fach vesrsteht, klingt diese neue Eröffnungsmusik durchaus stimmig und macht durchaus Lust auf die folgenden 120 Minuten. Auch die Szenen auf Krypton sind dabei noch recht atmosphärisch und Helen Slater macht einen durchaus netten Eindruck. Wirklich Sinn machen die Szenen auf Krypton dann aber auch nicht. Immerhin wissen wir ja seit dem ersten Superman, dass Krypton zerstört wurde und da im weiteren Verlauf des Films klar wird, dass Superman sich bereits auf der Erde befindet, kann dies zeitlich einfach nicht mehr hinhauen. Es ist eh schade, dass Supergirl während des gesamten Films nie auf Superman trifft, immerhin sind sie doch eine Familie und eigentlich sollte beiderseits Interesse bestehen, sich wiederzutreffen, immerhin sind ja beide recht einsam auf der Erde. Ursprünglich war ja sogar mal ein Auftritt von Christopher Reeve geplant, doch leider zerschlug sich dies kurz vor Drehbeginn und man musste ohne ihn auskommen. Aber da muss man jetzt auch nicht zu kritisch sein. Was spricht denn gegen eine Supergirl-Verfilmung, wenn das Drehbuch vernünftig ist. Man kann sich ja einfach Superman als Frau vorstellen. Dann sollte dies doch eigentlich klappen, immerhin sieht ihr Kostüm auch nicht ganz so albern aus wie das von Superman. Das Problem jedoch ist, dass das Drehbuch einfach nicht funktioniert. Die Story ist halt einfach Trash wie man ihn vielleicht in Fernsehserien wie Xena oder Hercules erwarten darf, aber doch nicht in einem Kinofilm solcher Größe. Auch die Einbindung einiger Elemente der alten Supermanfilme wie beispielsweise die Phantomzone passt hier einfach nicht rein. Gewisse Dinge sollte man einfach nicht überstrapazieren, denn besonders bei Superman ist der Grad zwischen clever und albern besonders schmal. Was bei den Kryptonianern in Superman noch gut funktioniert hat, wirkt hier halt einfach wie ein Lückenfüller um soetwas wie Spannung aufzubauen. Danach gibt es halt die normalen Predigten und Aufmunterungen ehe man sich dann dem Endkampf stellt, welcher dann auch nur bedingt Spaß macht. Die Superman bzw -girl Filme zeichnen sich halt einfach nicht durch irgendwelche Kämpfe gegen Bösewichter aus. Vielmehr sollten diese als Helfer der Menschheit dargestellt werden. Dafür benötigt man halt nicht immer Bösewichter, zumal dieser hier einfach langweilig ist und keine doppelte Ebene wie beispielsweise Lex Luthor aufweist, welcher auch immer mal wieder lustig war und nicht einfach nur böse in die Kamera blickt. Das geht Selena (Faye Dunaway) halt komplett ab und macht sie somit eindimensional.
Natürlich gibt es neben den Szenen als Supergirl auch normale Szenen mit ihr als Schulmädchen Linda Lee. Leider sind diese aber ebenfalls etwas monoton geraten und insgesamt zu brav. Helena Slater lacht mit ihren braunen Haaren zwar immer recht nett, doch der Funke in diesen Szenen springt nicht so wirklich über. Da hilft es auch nicht, dass sie dabei auf Lucy Lane, die Schwester von Lois Lane aus den Superman-Filmen, trifft und Jimmy Olsen hier wieder mit von der Partie ist, der als einzigstes ein Bindeglied zwischen den Supermanfilmen und halt Supergirl darstellt. Diese Verbindung ist ganz nett, bringt den Film aber nicht wirklich voran. Dafür ist der ganze Liebesgedönst einfach nicht interessant genug.
Aber auch die Darsteller selbst zeigen hier keine wirklichen Glanzleistungen. Peter O'Toole ist eh nicht wirklich lange zu sehen, aber seine Rolle bleibt einem auch nicht wirklich lange im Gedächtnis. Für Faye Dunaway waren die 80-er Jahre eh nicht gerade berauschend und so vermag sie auch hier dem Bösewicht Selena keine gewisse Eigenständigkeit zu verpassen. Blieb also noch die Frage nach der Hautrolle übrig. Für diese verpflichtete man Helen Slater, die mit diesem Film ihr Schauspieldebut gab. Sie sieht ganz nett aus und ihr Kostüm sieht auch deutlich besser aus als das von Superman obwohl es ja an dessen angelehnt wurde. Der Rock macht halt einiges her. Groß schauspielern musste sie allerdings nicht und ihr fehlt auch eine starke männliche Figur, so dass etwas ähnliches wie bei Superman und Lois hätte entstehen können. Daran ist aber sicherlich das Drehbuch schuld, da Ethan (Hart Bochner) halt einfach langweilig wirkt. Lois war frech und ständig tolpatschig. Bei ihm hingegen kann man nichts wirklich interessantes finden.
Positiv hingegen sind hier die Effekte, da diese durchaus hochwertig sind, zumindest im Vergleich zu Superman IV. Wirklich nachvornebringen können sie den Film dann zwar auch nicht, da die Actionszenen an sich zu bieder geraten sind, aber was für ein großes Ärgernis schlechte Effekte sein können, hat man ja bereits bei Superman IV gesehen. Auch die Musik von Jerry Goldsmith ist eines der Highlights des Films, da es endlich mal kein einfaches Recyclen der Musik von John Williams aus Teil 1 ist, sondern etwas komplett eigenes ist. Goldsmith soll wohl kurz mal die Musik Williams erklingen lassen und eine bestimmte Ähnlichkeit hört man schon heraus, aber an sich ist dies mal ein wirklich eigenständiges Werk.
Allerdings hilft dies nicht viel, da Supergirl auch nicht wirklich besser funktioniert als die letzten beiden Supermans. Dies liegt zwar nicht an Supergirl selbst, sondern an dem viel zu langweiligen Drehbuch, dass sich wenig traut und dessen Geschichte ähnliches Trashpotential besitzt wie schon Superman 3 und 4. Tolle Ideen und Blödsinn liegen bei einer Filmreihe wie Superman halt oftmals eng beieinander.

Freitag, 2. Oktober 2009

Superman IV - Die Welt am Abgrund


Regie: Sidney J. Furie
Darsteller: Christopher Reeve, Margot Kidder, Gene Hackman
Drehbuch: Lawrence Konner, Mark Rosenthal
Musik: Alexander Courage
Laufzeit: 86 Minuten
freigegeben ab: 6 Jahren
Trailer: hier

Da Superman III für viele Leute hinter den Erwartungen zurückblieb, erlosch auch das Interesse an weiteren Supermanverfilmungen. Deshalb entschloss sich Warner dazu die Rechte an die Cannon Group zu verkaufen. Diese wollten den Film nun wieder richtig groß aufziehen. 36 Millionen Dollar sollten zur Realisierung bereitstehen und auch Christopher Reeve konnte wieder verpflichtet werden, welcher diesesmal auch mehr Einfluss auf das Drehbuch haben sollte. Ein weiterer Leckerbissen war auch die Verpflichtung von Gene Hackman, der sich nun doch dazu bereit erklärt hatte, nochmal die Rolle von Lex Luthor zu spielen. Immerhin durfte er sich dafür die Hauptrolle in einem anderen Film seiner Wahl aussuchen. Es gab sogar Bemühungen den Regisseur des ersten Teils Richard Donner erneut zu verpflichten, was allerdings scheiterte. Glücklicherweise scheiterte danach aber auch die Verpflichtung von Richard Lester, der die Reihe erst in diese missliche Lage brachte. Somit wurde der Kanadier Sidney J. Furie verpflichtet, der vorher durch den Film "Der stählerne Adler" berühmt wurde. Dies war aber anfangs nicht das große Problem, immerhin wollte man sich wieder mehr an dem orientieren, was Teil 2 und insbesondere den ersten Teil auszeichneten. Man wollte sich wieder mehr mit Superman selbst beschäftigen und ihn nicht von anderen Figuren in den Hintergrund drängen lassen. Das Resultat ist jedoch auch nicht besser geworden als das von Teil 3.
Sicherlich ist es positiv, dass man sich wieder mehr den Hauptmerkmalen Supermans widmet, doch ist dies hier storymäßig überhaupt nicht gelungen. Vieles wirkt einfach nur dahingeschludert und auch wenn es an Teil 1 erinnert, so ist dies doch nur eine billige Kopie dessen. Viele Themen, die nach Teil 2 offen geblieben sind, versuchte man nun hier zu beantworten, doch fehlte es an wirklich guten Ideen. Die Liebesgeschichte von Lois und Superman wird dabei nur kurz mal wieder aufgewärmt, da sich Lois plötzlich erinnert, wer Superman wirklich war und dann kurz darauf mit ihm wie schon in Teil 1 um die Welt zu fliegen. Kurz danach ist aber alles auch schon wieder vergessen und man geht dem normalen Tagesgeschäft nach. Im Endeffekt wurde das Thema kurz mal angeschnitten und dann für den Rest des Films ignoriert. Stattdessen gibt es mit Lacy Warfield (Mariel Hemingway) mal wieder eine neue Frau, die sich tatsächlich für Clark und nicht für Superman interessiert. Dies führt dann auch zu einem Dinner zusammen mit Lois, indem Superman ständig seine Identität ändern muss. Sicherlich gab es auch in Teil 1 und 2 Szenen in denen mit dem Identitätswechsel etwas herumgespielt wurde, doch war es nie so albern wie hier. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass beide Frauen nur noch rosarote Träume von Superman bzw. Clark haben, aber auch an der Tatsache, dass Superman hier nur noch dauergrinsend durch die Gegend läuft und Clark wie immer den Trottel spielt. Jedenfalls merkt man auch hier, dass das alles nicht so wirklich zusammenpasst und man eigentlich auch darauf verzichten hätte können. Das Konfliktpotential innerhalb des Daily Planet ist dann auch reinstes Füllmaterial und bringt den Film nicht weiter voran ebenso wie die Thematik der Rüstungspolitik, die wohl mal wieder die damalige Zeit wiederspiegelt, aber mittlerweile doch arg veraltet ist.
Den eigentlichen Hauptpart soll ja auch der Gegner Supermans einnehmen. Dies ist diesesmal wieder Lex Luthor, der einmal mehr nichts anderes im Sinn hat als Superman zu vernichten. Da der Kryptonittrick damals schon oft genug benutzt wurde, erschuf man also einen neuen Gegner, den Nuklearman, der durch die Sonne gestärkt wird und Superman wie schon die drei Kryptonianer ebenbürtig ist. Dieser hört im Gegensatz zu den Bösewichtern aus Teil 2 sogar auf Luthor und so besteht dessen Aufgabe allein darin, Superman zu töten. Dies klingt zwar trashig, aber geht von der Grundidee her noch halbwegs in Ordnung. Der wirkliche Trash beginnt dann erst bei den Spezialeffekten, denn auch wenn das Budget ursprünglich mal 36 Millionen Dollar betrug, so wurde dies während der Produktion auf 17 Millionen heruntergekürzt und dies merkt man dem Film auch an. Die Effekte sind jedenfalls drei Klassen schlechter als die der anderen Filme und auch so sind die Ideen bei der Inszenierung der Action oftmals derart blödsinnig, dass dies selbst für eine so mächtige Figur wie die von Superman nicht mehr plausibel erscheint. Da kann man beispielsweise kurz mal den Mond verschieben. Das sieht einfach albern aus und sorgt dafür, dass der Film ähnlich bescheiden ist wie schon Teil 3.
Dabei hilft auch nicht der ansonsten sehr gut besetzte Cast. Sicherlich sind sowohl Christopher Reeve als auch Margot Kidder nicht die ganz großen Charakterdarsteller, aber sie sind nunmal unmittelbar mit ihren Figuren verbunden und in diesen gehen sie auch voll auf, wobei man bei Lois in diesem Film auch ein paar Abstriche machen kann. Das Gleiche gilt auch für Gene Hackman als Lex Luthor. Sicherlich spielt er diese Rolle immer noch ziemlich gut, aber er ist längst nicht mehr so angsteinflößend wie noch in Teil 1 und 2. Dies liegt aber auch an seiner sehr bescheidenden Crew, die diesesmal aus seinem ewig nervenden Neffen und halt dem Nuklear-Man (Mark Pillow) besteht. Besonders negativ fällt es dann bei Mark Pillow auf, für den es der einzigste Ausflug ins Schauspielgeschäft blieb und dies zurecht. Sein Schauspiel und auch die Rolle erinnerte irgendwie an Chuck Norris, nur halt ohne jeglichen Kultcharakter.
Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass der Film ursprünglich mal deutlich länger als 86 Minuten gehen sollte und sogar ein zweiter Nuklearman im Film vorkommen sollte. Während der Postproduction entschied man sich jedoch dazu, einiges des gedrehten Materials für einen eventuellen fünften Teil zu behalten, der aber nie realisiert wurde. Möglicherweise wäre dadurch die Geschichte etwas runder gestaltet worden, allerdings hätte man sich auf noch deutlich mehr Trash gefasst machen können, denn die Action war ja hier schon eine Zumutung. Die Musik des Films ist dann auch nicht weiter erwähnenswert. Man hört halt einmal mehr ständig die Themen, die schon John Williams niedergeschrieben hat. Diese wurden hier halt wahrlos eingesetzt und wirklich neue Dinge hört man dann auch nicht heraus. Der Effekt der Musik hat sich hier aber auch dank der armseeligen Actionsequenzen recht schnell abgenutzt.
Somit lässt sich über Superman IV eigentlich nur sagen, dass er zwar Superman nicht ganz so mit den Füßen treten wollte wie noch Richard Lester mit Teil 3, doch der Absturz war nicht mehr aufzuhalten. Denn wenn ein Drehbuch so sehr an Ideenarmut leidet, dann hilft auch der gute Wille nichts. Dass das Budget während des Drehs noch drastisch geküzt wurde und somit auch viele Szenen unbrauchbar wurden, haben den Film aber sicherlich auch nicht gutgetan. Schade um die gute Idee, aber das hier ist genauso großer Murks wie schon Superman III.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Filmkritik: Superman III - Der stählerne Blitz


Regie: Richard Lester
Darsteller: Richard Pryor
Drehbuch: David Newman, Leslie Newman
Musik: Ken Thorne
Laufzeit: 120 Minuten
freigegeben ab: 12 Jahren
Trailer: hier

Nach dem Megaerfolg des ersten Supermans konnte man diesen mit dem zweiten Teil nicht ganz wiederholen. Zumindest die Produzenten haben sich damit herausgeredet, dass der Megaerfolg von "Jäger des verlorenen Schatzes" daran Schuld sei. Das kann man ruhig so hinnehmen. Für Teil 3 gibt es diese Ausreden aber definitiv nicht, denn mit einem Einspiel von knapp 60 Millionen hat zwar auch dieser Film seine Kosten wieder eingespielt, aber so wirklich zufrieden war wohl keiner mit dem Film, denn Superman 3 bedeutete den Absturz für den Größten aller Superhelden. Dies hat aber sicherlich schon mit den Ereignissen während der Dreharbeiten von Teil 2 zu tun. Richard Donner wurde durch Richard Lester ersetzt und während Donner schon in Teil 1 zeigte, dass er diesem Film gewachsen ist, musste Lester dies erst noch zeigen, denn in Teil 2 profitierte er enorm von der Vorarbeit von Donner. Es gab ja nicht wenige, die behaupteten, dass Lester dem Film mehr geschadet als nach vorne gebracht hat. Nachdem der Donnerscut zum zweiten Teil erschienen war, hat sich das auch größtenteils bestätigt. Allerdings ist es ja auch keine allzu leichte Aufgabe, die Regie eines anderen Regisseurs zu übernehmen und dann diesen noch ordentlich zu vollenden, wo doch bereits die Hälfte des Materials fertiggedreht wurde und sich Schauspieler weigerten, nochmal vor die Kamera zu treten. Hinzu kam dann noch der Verzicht auf die Dienste Marlon Brandos, der den Kultstatus Supermans mitdefinierte. Nach Teil 3 muss man wohl sagen, dass ein kompletter Superman 2 von Lester wohl ein noch größerer Fehler gewesen wäre wie schon ein halber Superman 2, denn Teil 3 verzichtet noch auf deutlich mehr als schon Teil 2.
Der Anfang ist dabei noch ganz ok. Sicherlich hat man sich an die recht einfach gestalteten Opening Credits mit der klassischen Musik von John Williams gewöhnt, doch ist dieser neue Anfang noch recht stümmungsvoll. Mit Superman hat dies zwar kaum etwas zu tun, aber man kann ganz gut damit leben. Es ist sogar recht lustig, was Lester in Teil 2 nie wirklich gelungen war und die amüsanten Luthor-Szenen stammten ja von Richard Donner. Nach dem Vorpsann ist der Spaß dann aber auch recht schnell vorbei und mit jeder Minute mehr schüttelt man nur noch mehr den Kopf.
Das größte Problem des Films stellt dabei Richard Pryor da. Einen Comedian in einem Superman-Film so sehr in den Vordergrund zu stellen, konnte einfach nicht funktionieren. Neben diesem Film ist mir das Schaffen Pryors zwar gänzlich unbekannt, aber hier ist er auch ein richtig grauenhafter Comedian, dem man anmerkt, dass er über keinerlei schauspielerisches Potential verfügt. Seine Szenen nerven und genauso gut hätte auch jemand Normales die Rolle übernehmen können, der für mehr Ernsthaftigkeit innerhalb des Filmes gesorgt hätte.
Ein weiteres Problem stellt dabei auch die Verpflichtung des Bösewichts da. Dass Gene Hackman als Lex Luthor unter Richard Lester nicht mehr zurückkehren würde war klar, immerhin wollte er auch keine zusätzlichen Szenen für Teil 2 mehr drehen als man Donner gekickt hatte. Deshalb musste natürlich ein neuer Bösewicht her. Ob es nun einfallslos ist einen anderen Menschen als Bösewicht zu nehmen, damit dieser Superman ebenso wie Luthor bekämpfen könne, muss jeder selbst entscheiden. Bereits zur Kritik zu Teil 1 hatte ich erwähnt, dass Superman nicht umbedingt einen starken Gegner benötigt, solange man der Figur treu bleibt. Dass dies unter Lester der Fall sein würde, war natürlich nicht zu erwarten. Das Problem ist nun aber, dass Ross Webster (Robert Vaughn) nur eine schwache Kopie Luthors darstellt. Hätte man Hackman bekommen können, so wäre wohl wieder Luthor der Hauptbösewicht gewesen. Webster vermisst jedenfalls jegliche Eigenständigkeit und Vaughn ist dem Schauspiel Hackmans keinesfalls gewachsen.
Eine wichtige Frage ist auch, wie man Superman diesesmal besiegen wolle. In Teil 1 bediente man sich dem klassischen Kryptonittrick, doch in Teil 2 gab es dann gleich drei böse Kryptonianer, die genauso stark wie Superman waren. Für Teil 3 jedenfalls schienen ihnen die Ideen ausgegangen zu sein bzw. man setzte eher auf Themen die damals hochaktuell waren wie beispielsweise die Entwicklung der Computer. Dies hat man nun versucht in Superman einzubauen und ließ ihn dann auch gegen einen Computer antreten. Aus heutiger Sicht ist dies jedoch absoluter Trash und auch wenn er den damaligen Zeitgeist ein klein wenig wiederspiegeln mag, so funktionieren Teil 1 und 2 trotz ihres Alters auch heute. Teil 3 gibt sich mit diesem Ende heutzutage jedoch der Lächerlichkeit preis. Da ein Supercomputer aber nicht genug für Superman ist, hat man auch wieder das Kryptonit ausgegraben, welches diesesmal jedoch künstlich hergestellt wird, weshalb Superman auch nicht stirbt, sondern sich selbst in einen Bösewicht verwandelt. Dies ist nicht ganz so grausam wie der Rest des Films, allerdings immer noch alles andere als toll und der Kampf von Clark gegen Superman ist auch höchst albern. Aber naja, man wird nicht ganz so sehr gequält wie in manch anderen Szenen.
Eine weitere Frage war auch, wie sich die Liebesgeschichte zwischen Lois und Superman entwickeln wird, wo diese in Teil 2 doch praktisch beendet wurde und kaum Zukunftschancen hatte. Jedenfalls scheint es in Teil 3 nun so, als wenn Lester sie einfach nur wegschicken wollte, da er sich mit diesem wichtigen Kernthema eines jeden Supermanfilms nicht beschäftigen wollte. Dies führt nun dazu, dass man Lois nur am Anfang und am Ende zu sehen bekommt. Sicherlich hat Margot Kidder mit ihren damaligen Aussagen in der Öffentlichkeit nicht gerade Pluspunkte bei den Produzenten gesammelt, jedoch bereiterklärt für Teil 3 ihre Rolle wieder aufzunehmen. Wieso gibt man ihr dann keine größere Rolle. Den Fans dürfte es doch egal sein, wie nun das Verhältnis zwischen Kidder und den Produzenten steht. Stattdessen wurde mit Lana Lang (Annette O' Toole) eine neue weibliche Hauptfigur integriert, welche eine ehemalige Schulkameradin Clarks darstellt. Leider führt diese zu überhaupt nichts. Die Szenen in Smallville bewegen sich auf dem Level völlig überflüssig und danach gerät die Beziehung komplett in den Hintergrund und Supermans Beziehung mit Lanas Jungen funktioniert auch nicht so wirklich. Sicherlich wäre eine ähnlich große Liebe wie schon bei Lois überflüssig, da diese wie in Teil 1 und 2 gelernt zu nichts führt. Trotzdem bleibt die Frage, wieso man dies überhaupt einbaute, wenn man dieses Ziel doch eh nur halbherzig verfolgt. Nach dem Film ist es praktisch egal, ob diese Szenen nun enthalten sind oder nicht.
Positive Momente des Films sind jedenfalls rar gesäht und am ehesten muss man sich wohl glücklich schätzen, dass Christopher Reeve wieder als Superman mit dabei ist. Es bleibt somit auch unverständlich, wieso Produzenten einem Helden wie Superman einen mittelmäßigen Comedian zur Seite stellen, der dann auch noch den ganzen Film dominiert. Deshalb ist man zwar froh, dass man Superman öfter mal zu Gesicht bekommt, aber die alleinige Hauptfigur stellt er in diesem Film sicherlich nicht dar. Die Actionszenen mit Superman hinterlassen dabei auch nicht immer den besten Eindruck. Sie sind komplett ideenarm und wenn man mal eine Idee wie zum Finale hin hatte, dann war diese jenseits von Gut und Böse und einfach nur komplett daneben. Da hilft es dann auch nicht, dass Ken Thorne immer wieder die bekannte Superman-Melodie von John Williams anspielte. Diese Melodie zeigte zwar, dass es sich um einen Supermanfilm handelt, aber das war es dann auch. Thorne selbst trifft aber nicht die Schuld. Sein Score ist nämlich durchaus solide. An die Musik von John Williams reicht diese sicherlich nicht heran, aber wenn man bedenkt, was in diesem Film alles schief läuft, so ist dies doch durchaus ein kleiner Lichtblick.
Ansonsten ist dieser Film nun das Resultat der Fehlentscheidung, Richard Lester jemals die Aufgabe zu übertragen, einen Superman-Film zu drehen. Dieser Film hier ist eher eine Richard Pryor-Komödie als das, was es eigentlich sein wollte und die Anbiederung an die damalige Technologie führt auch dazu, dass man in diesem Film heute nur noch reinsten Trash erkennen kann.

Mittwoch, 30. September 2009

Filmkritik: Superman II - Allein gegen Alle


Regie: Richard Donner, Richard Lester
Darsteller: Christopher Reeve, Margot Kidder, Gene Hackman, Marlon Brando
Drehbuch: Mario Puzo, David Newman, Leslie Newman
Musik: John Williams
Laufzeit: 116 Minuten
freigegeben ab: 12 Jahren
Trailer: hier

Superman wurde damals als eines der ehrgeizigsten Filmprojekte überhaupt angegangen. Obwohl man sich nicht sicher sein konnte, ob der erste Film überhaupt ein Erfolg sein würde, entschied man sich aus diesem Franchise gleich einen Zweiteiler zu machen. Immerhin war Superman einer der beliebtesten Comichelden überhaupt. Jedoch war die Realisierung eines solchen Filmes in der damaligen Zeit kein leichtes Unterfangen und so geriet das Budget immer mehr aus den Fugen, was auch zu Spannungen zwischen Regisseur Richard Donner und den Produzenten führte. Jedenfalls entschied man sich dann dafür, erstmal nur den ersten Film in die Kinos zu bringen und Teil 2 vorerst unvollendet zu lassen. Bei einem Erfolg könne man diesen ja immer noch vollenden und tatsächlich wurde Superman ein Riesenerfolg und somit machte man sich auch schleunigst an die Vollendung des zweiten Teils. Die Spannungen zwischen Regisseur und den Produzenten waren jedoch unüberbrückbar und somit entschloss man sich, die Fortsetzung ohne Regisseur Richard Donner zu realisieren. Hier sei gleich gesagt, dass man jetzt nicht die Alleinschuld in den Produzenten suchen sollte, denn als Außenstehender ist es schwer wirklich nachzuvollziehen, was während der Dreharbeiten zu Teil 1 alles vorgefallen ist und es ist nunmal problematisch, wenn das Budget plötzlich explodiert. Ein Richard Lester hat in der Folgezeit dann halt gezeigt, dass man mit dem Budget auch gut umgehen kann ohne das zusätzliche Kosten entstehen. Allerdings wurde damit auch auf vieles verzichtet was den ersten Teil so großartig erscheinen ließ. So kehrte beispielsweise John Williams nicht mehr für die Musik zurück und das, obwohl seine Musik den ersten Teil so einzigartig gemacht hat. Genauso unverständlich ist die Tatsache, dass man in Teil 2 plötzlich nicht mehr Marlon Brando dabeihaben wollte und das, obwohl seine Szenen schon in Teil 1 abgedreht wurden. Sicherlich war seine Gage für den ersten Teil jenseits von Gut und Böse, doch wieso konnte man diese bei Teil 1 bezahlen und bei Teil 2 plötzlich nicht mehr und das, obwohl Teil 1 ein solch großer Erfolg wurde. Brando hat zwar so viel genommen, dass er das in seinen Szenen wohl kaum zurückzahlen konnte, aber trotzdem war diese Beziehung so bedeutsam, dass man darauf einfach nicht hätte verzichten können. Ein weiteres Problem war auch, dass Gene Hackman ebenfalls keine Lust mehr hatte, nochmal unter Lester seine Rolle als Lex Luthor aufzunehmen und somit musste man sich bei ihm halt mit dem Material zufriedengeben, welches schon unter Richard Donner gedreht wurde und sich gegebenfalls tricktechnisch irgendwas einfallen zu lassen. Viel schlimmer als diese ganzen Verfehlungen war es jedoch, dass Lester nichtmal ansatzweise den Zugang zu der Figur des Superman fand wie es Richard Donner getan hatte, was insbesondere das Schicksal von Teil 3 besiegelte.
Bei dieser Review wird nun aber die Version von Superman 2 betrachtet, die Richard Donner 2005 zusammenschnitt und dabei weiteres Material seines eigenen Films einfügte und anderes von Richard Lester entfernte. Dies hatte zur Folge, dass man nun endlich auch die bereits abgedrehten Szenen mit Marlon Brando integrieren konnte, da sich Bryan Singer die Rechte an diesen Aufnahmen für "Superman Returns" sicherte. Natürlich ist auch diese Fassung nicht die Fassung, die Richard Donner hätte drehen wollen, doch kommt diese seiner Vision schon deutlich näher als die von Lester.
Das es nicht genau seine Vision ist wird auch schon am Anfang ziemlich deutlich, wo er erstmal ein paar Bilder aus dem ersten Teil zusammenschneidet um nochmal einen Überblick über die vorangegangen Ereignisse zu geben, ehe dann wieder die klassischen "Opening Credits" erscheinen. Ich denke mal, dass der Anfang schon etwas anders gelaufen wäre, wenn man genug Material zur Verfügung gehabt hätte. Aber das kann man halt nicht mehr ändern.
Danach geht es aber sofort los und auch wenn die Story sicherlich nicht mehr komplett umgeschrieben werden konnte, so gibt es schon am Anfang recht viele Änderungen gegenüber der Lestervariante. So gibt es beispielsweise keinen Ausflug nach Paris und auch so laufen die Dinge immer mal wieder anders ab als noch bei Lester, was insbesondere in den Szenen deutlich wird in denen Lois Superman enttarnen möchte. Statt sich ins Wasser zu stürzen springt sie diesesmal lieber aus dem Fenster und stattdessen Clark bzw. Superman über irgendeinen doofen Teppich stolpert bedroht Lois ihn diesesmal lieber mit einer Pistole. Dies ist zwar nur eine Testaufnahme, doch macht sie deutlich mehr Sinn als bei Lester, wo die Enthüllung einfach nur platt und auf Humor getrimmt wurde.
Auch die Romantikszenen danach sind nicht ganz so kitschig geraten wie noch bei Lester. Allerdings sollte man sich fragen, ob es wirklich gut ist, dass Superman mit Lois direkt schläft oder sich erst in einen Menschen verwandelt. Da gibt es sicherlich unterschiedliche Ansichten.
Besonders hervorzuheben sind einmal mehr auch die Szenen in der Festung in der Einsamkeit. Dank des Donnercuts gibt es dort endlich auch wieder Marlon Brando zu sehen, was einfach deutlich besser zum ersten Teil passt. Natürlich war Lester gezwungen, mehrere Szenen doppelt zu drehen, da mindestens 50 % des gedrehten Materials im Film von ihm stammen müssen, damit er als Regisseur aufgeführt wird. Wieso man da Brando allerdings rasiert hat, bleibt wohl auf ewig ein Rätsel. Die Szenen mit ihm waren ja schon gedreht und er sorgt auch so für viel mehr Präsenz als noch Kal-El's Mutter. Dank Brando wird nun auch endlich geklärt, wie Superman in der zweiten Hälfte seine Kräfte wiedererlangen konnte. Dadurch wird die Prophezeihung aus dem ersten Teil "Der Sohn wird der Vater, der Vater wird der Sohn" endlich vollendet.
Aber auch die Bösewichte des Films profitieren von dieser Umstellung. Während Lester diese immer mal wieder komödiantisch zeigen wollte, wirken die drei Kryptonianer, die man am Anfang von Teil 1 schon gesehen hatte, bei Donner endlich wie eine echte Bedrohung und am wichtigsten dabei dürfte auch sein, dass auch der Endkampf nicht so grauenhaft albern inszeniert wurde wie noch bei Lester. Da hatte Superman ja plötzlich Kräfte, die absolut keinen Sinn ergeben haben. Aber auch Lex Luthor kehrte für die Fortsetzung erneut zurück. Während er in Teil 1 erst recht spät in Erscheinung tritt, ist es diesesmal so, dass er in der Mitte des Films plötzlich verschwindet und erst zum Finale hin wieder auftaucht. Er hätte im Mittelteil aber auch keine wirklich große Funktion gehabt. Hackman selbst überzeugt dabei aber einmal mehr und zeigt ordentlich Witz, wenn er sich wundert, dass General Zod ihn, das größte Verbrechergenie aller Zeiten, immer wieder umbringen möchte. Dabei sei hier angemerkt, dass alle Szenen von Hackman noch mit Richard Donner gedreht wurden, da Hackman sich geweigert hat, nochmal für Lester vor die Kamera zu treten. Seine Szenen waren ja eh schon abgedreht und wenn man nicht wüsste, dass es hinter den Kulissen einen solchen Streit gegeben hätte, dann akzeptiert man problemlos die Rolle, die Luthor in diesem Film einnimmt.
Jetzt blieb natürlich noch die Frage nach dem Ende des Films übrig, da man damals das Ende von Teil 2 schon für das von Teil 1 benutzte, da es damals dort besser hingepasst hat. Ein wirklich neues Ende wollte man sich dann bei der Planung von Teil 2 ausdenken. Nur leider wurde diese Aufgabe ja nun Richard Lester zugeteilt und wie schon beim Endkampf hatte Superman aufeinmal Kräfte, die absolut keinen Sinn ergeben. Deshalb ist das Ende auch recht unbefriedigend gewesen. Donner selbst konnte jetzt natürlich kein wirklich neues Ende entwerfen und hat sich dann halt doch wieder dem Ende von Teil 1 gewidmet und dies in ähnlicher Form auch für Teil 2 umgesetzt. Dies ist zwar jetzt nicht wirklich spektakulär, aber was soll man da auch noch großartig machen. Die Fehler sind woanders begangen worden.
Dies betrifft natürlich auch die Musik, denn obwohl John Williams für den ersten Teil eine Oscarnominierung erhielt, ersetzte man ihn in Teil 2 durch Ken Thorne. Donner hat dann allerdings lieber den Weg gewählt und einfach die Musik von Williams aus Teil 1 übernommen. Dadurch fehlen natürlich große neue Themen, aber so viel gibt es musikalisch dann auch nicht zu beklagen und der Film lebt von dieser schon ziemlich gut.
Auch wenn nun leider nicht der Film entstehen konnte, den Donner geplant hatte, so ist dieser doch erstaunlich gut geworden und man will sich gar nicht ausmalen was passiert wäre, wenn Donner seinen Wunschfilm auf die Leinwand gebracht hätte. Denn dann hätte der Film ähnlichen Kultstatus erreichen können wie Teil 1.

Dienstag, 29. September 2009

Filmkritik: Superman - Der Film


Regie: Richard Donner
Darsteller: Christopher Reeve, Margot Kidder, Gene Hackman, Marlon Brando
Drehbuch: Mario Puzo, David Newman, Leslie Newman, Robert Benton
Musik: John Williams
Laufzeit: 145 Minuten
freigegeben ab: 12 Jahren
Trailer: hier

Die Geschichte von Superman ist allen bekannt. Von seinem Heimatplaneten Krypton, der dem Untergang gewiss war, reist Kal-El, Sohn von Jor-El, noch als Baby auf den Planeten Erde, wo er bei einer Farmerfamilie groß wird und später als Superman gegen das Böse der Welt kämpft. 1978 wurde diese Geschichte von Richard Donner für die große Leinwand adaptiert, was aufgrund der damaligen tricktechnischen Möglichkeiten kein leichtes Unterfangen war. Trotzdem war man sich der Sache so gewiss, dass man den Film gleich als Zweiteiler auslegen wollte. Aufgrund finanzieller Probleme entschied man sich während der Produktion aber dazu, erstmal den ersten Film in die Kinos zu bringen um dann später auch Teil 2 fertigdrehen zu können. Wie einige sicherlich wissen, war der Film an den Kinokassen ein großer Erfolg. Für Richard Donner bedeutete es aber, dass er nach Vollendung von Teil 1 nicht mehr für den Rest von Teil 2 zurückkehren durfte. Dies ist jetzt aber nicht weiter von Bedeutung, da es hier noch um den ersten Film geht, der auch heute noch absoluten Kultcharakter genießt. Die Gründe dafür sind vielfältig.
In erster Linie liegt es natürlich an den Beteiligten des Films. Die Namen Marlon Brando und Gene Hackman strahlen natürlich einiges an Starpower aus. Aber auch für das Drehbuch konnte der Drehbuchautor von "Der Pate" gewonnen werden, der ja für diesen und dessen Fortsetzung zwei Oscars erhalten hatte. Ein absoluter Geniestreich war natürlich auch die Besetzung von John Williams als Komponist, dessen Musik ähnlich legendär wurde wie die zum weißen Hai, Star Wars, Indiana Jones oder E.T.
Von der Musik profitiert man auch gleich im Vorspann, denn die Opening Credits funktionieren auch 30 Jahre später immer noch ganz hervorragend, wie man dann auch bei Superman Returns eindrucksvoll feststellen konnte. Aber auch so ist Superman ein absolutes Kunstwerk. Sicherlich ist die Story nicht allzu berauschend und bietet genau das, was viele seit Jahren an der Figur des Supermans auszusetzen haben. Er sei zu perfekt, hat nur eine Schwachstelle, die man extra erfunden hat und er ist als Alien nicht wirklich menschlich. Dies führt natürlich auch dazu, dass ihm wirklich große Gegner fehlen. Die Kunst eines guten Supermanfilms liegt für mich deshalb darin, dies größtenteils vergessen zu machen und eher den Weg einzuschlagen, Superman nicht permanent gegen Superschurken antreten zu lassen, sondern ihn eher als Helfer des einfachen Volkes darzustellen. So ist der Part mit Lex Luthor doch recht klein geraten und in der ersten Stunde bekommt man ihn gar nicht zu Gesicht.
Stattdessen erlebt man erstmal die Geburtsstunde Supermans auf seinem Heimatplaneten Krypton und wie er dann auf die Erde geschickt wird. Dabei leben diese Szenen natürlich von der Präsenz Marlon Brandos, der trotz seiner wenigen Szenen einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Er hat sich zwar trotz Rekordgage nichtmal die Mühe gemacht, den Text zu lernen, aber wären diese Szenen denn so viel besser gewesen und wäre Brando ein so großer Schauspieler geworden, wenn er alles brav nach Anweisung getan hätte. Ich glaube nicht und allein diese Tatsache verleiht diesen Szenen so viel Kraft, dass sie auch Jahrzehnte später noch nichts von dieser verloren haben.
Nach der Landung Supermans auf der Erde sieht man auch noch ewig lange wie er bei seinen Adoptiveltern aufwächst und miterleben muss, wie jemand ihm sehr Nahestehendes stirbt. Auch diese Szenen machen durchaus Spaß und lassen gleichzeitig vergessen, dass Kal-El ein fast unbesiegbares Alien ist. Danach geht es jedenfalls endlich nach Metrolpolis, wo man dann auch ein wenig zu sehen bekommt, wie sich Superman als Clark Kent verkleidet unter die Menschen mischt und dabei ebenfalls Bekannschaft mit Lois Lane macht, die ihm auch prompt den Kopf verdreht, was Superman zugleich auch menschlicher erscheinen lässt.
Kurz danach ist es dann aber auch soweit und man sieht Superman erstmals in Aktion. Zu diesem Zeitpunkt ist bereits eine Stunde vergangen. Doch dies macht überhaupt nichts aus, da man von der Figur des Supermans alias Clark Kent so sehr begeistert ist. Möglicherweise sorgt genau diese Sache dafür, dass der Film auch heute noch so gut funktioniert. Effekte lassen sich im Laufe der Zeit verbessern und wirken später nicht mehr ganz so spektakulär, doch die Geschichte rund um Superman und sein Leben auf der Erde ist zeitlos und das spürt man hier deutlich.
Die Action selbst ist natürlich nicht mehr so spektakulär und die Flugsequenzen Supermans sehen auch nicht mehr ganz so toll aus wie früher. Solche Dinge bekommt man heute halt deutlich besser hin. Das bedeutet aber nicht, dass die Actionszenen schlecht gemacht sind, denn spannend sind sie ja immer noch, nur halt etwas einfacher gehalten. Die Hubschrauberszene am Anfang macht immer noch Spaß und auch das Finale sieht nicht schlecht aus, nur bei Superman selbst sieht man halt, dass er schön vor Blue-Screen agierte und an Drähten festgehalten wurde. Die schönste Szene von Superman selbst ist deshalb auch die, wo er mit Lois in die Lüfte entschwebt. Dies ist einfach nur wunderschön mit anzusehen und zeigt überdeutlich, was für ein Genie John Williams eigentlich ist. Denn noch zeitloser als dieser Film ist wohl seine Musik, die im Comicgenre seither nichtmal ansatzweise erreicht wurde. Das Hauptthema ist absoluter Kult, aber auch das Liebesthema mit Lois und insgesamt der ganze Film ist einfach nur meisterhaft komponiert worden. Hätte Williams damals nicht schon für "Der weiße Hai" und "Star Wars" den Oscar erhalten, so wäre dieser hier sicherlich fällig gewesen.
Aufgrund der Tatsache, dass der Film sich mehr mit der Figur von Kal-El und dessen Verbindung zur Menschheit beschäftigt, fällt es auch gar nicht auf, dass es keinen allzu großen Bösewicht gibt. Der Trick mit dem Kryptonit ist kalter Kaffee und das Superman so einfach drauf reinfällt ist auch nicht umbedingt meisterlich geschrieben. Aber ist dies egal und allgemein kommt Lex Luthor recht selten vor. Es dauert ja schon eine Stunde bis man ihn erstmals in Aktion erlebt. Aber auch danach besteht seine Aufgabe nur darin, dass Finale etwas spannender zu machen und Superman vor die Wahl zu stellen. Da bleibt die Frage natürlich offen, ob Superman nicht gegen einen absoluten Superschurken hätte kämpfen sollen. Doch will man wirklich sehen, wie sich zwei fast unbesiegbare Wesen ständig bekämpfen ohne das ihnen dabei wirklich etwas passiert und man dann irgendeinen blöden Twist einbaut. Zumindest ich will das nicht und es ist doch viel interessanter zu sehen, wie ein einfacher Mensch jemanden wie Superman, dem gottesgleichen Helfer der Menschheit, zu Fall bringen möchte. Für mich zählt Lex Luthor jedenfalls immer noch zu den imposantesten Filmbösewichtern der Filmgeschichte. Dies hat man natürlich auch Gene Hackman zu verdanken, der hier offensichtlich Spaß an seiner Rolle hatte. Auch seine beiden Helfer Otis und die teilweise recht sympatische Miss Teschmacher sorgen hier für ordentlich Unterhaltung und komplettieren das Bösewichtteam perfekt.
Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass man für Nebenrollen wie Luthor und Supermans Vater Jor-El schauspielerische Schwergewichte wie Marlon Brando und Gene Hackman verpflichtete und für die eigentliche Hauptrolle jemand so unbekannten wie Christopher Reeve. Doch geht diese Rechnung perfekt auf und auch drei Jahrzehnte später ist Reeve unmittelbar mit der Rolle des Supermans verbunden. Er ist zwar schauspielerisch nicht der ganz große Darsteller gewesen, doch als Superman hat er seine Rolle perfekt ausgefüllt. Das gleiche gilt natürlich auch für seine weibliche Begleitung Margot Kidder, die ihrer Rolle als Lois Lane mehr als gerecht wird. Sie ist einerseits lustig, etwas selbstverliebt und verleiht ihrer Rolle trotzdem sowas wie Liebe. Jedenfalls gelten Reeve und Kidder für mich auch heute noch als eines der besten Liebespaare in der Geschichte Hollywoods, selbst wenn die Liebe ja nie wirklich verzogen werden konnte.
Auch bei der Regie setzte man damals mit Richard Donner auf einen damals recht jungen Regisseur, der bis auf "Das Omen" noch nicht so viel vorzuweisen hatte. Hinzu kommt, dass man also Regisseur von Horrorfilmen nicht umbedingt für Comicverfilmungen geeignet ist und wenn man bedenkt, dass Donner in der Folgezeit eigentlich nur noch Actionfilme drehte, dann ist schon erstaunlich, wie gut er die Figur des Superman verinnerlicht hat. Das soll jetzt nichts gegen Actionregisseure sein, aber man hat ja bei "Der unglaubliche Hulk" gesehen wie sehr das daneben gehen kann. Außerdem haben Leute wie Bryan Singer, Ang Lee oder Christopher Nolan gezeigt, wie sehr Filmemacher, die eher im ernsten Bereich tätig sind, einen Comicfilm nach vorn bringen können. Donner selbst zeigt hier aber eindrucksvoll, dass er für diesen Job der absolut richtige war. Nur leider hat es ihm nicht viel geholfen. Denn auch wenn Superman ein großer Erfolg war und drei Oscarnominierungen erhielt, wurde Donner durch den völlig talentfreien Richard Lester ersetzt. Aber dies ist natürlich Sache von Teil 2 und insbesondere Teil 3.
Der erste Superman ist jedenfalls auch heute noch ein absoluter Klassiker des Comicgenres und lässt viele der heutigen Comicverfilmungn immer noch alt aussehen.