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Samstag, 31. Dezember 2011

Star Wars - Originaltrilogie vs. Neue Trilogie


Nachdem ich in den letzten Tagen meine Meinung zu den einzelnen "Star Wars"-Filmen preisgegeben hatte, möchte ich nun die Chance nutzen und nochmal allgemein etwas über die zwei Trilogien zu schreiben und wie sie im direkten Vergleich miteinander ausfallen.
Dabei möchte ich es vermeiden, den typischen Die-Originaltrilogie-ist-besser-Artikel zu schreiben, denn allein schon von filmhistorischen Gesichtspunkten aus gesehen sollte klar sein, dass die neue Trilogie damit nicht mithalten kann. Leute, die sich glücklich schätzen konnten, den ersten Film im Kino zu sehen, haben etwas zu Gesicht bekommen, was man in dieser Hinsicht noch nie zuvor gesehen hatte. Insbesondere effektmäßig stellte die Originaltrilogie einen deutlich größeren Meilenstein dar als was man in der neuen Trilogie zu Gesicht bekommen hat. Das kann man der neuen Trilogie natürlich ankreiden, doch wenn man fair ist, erkennt man auch an, dass dies kaum möglich war.
Ich persönlich kann mich über die neue Trilogie auch nicht wirklich beschweren, immerhin war Episode II der erste Film der Reihe, den ich je gesehen habe und letztendlich dafür gesorgt hat, dass ich Interesse an der Reihe fand. Episode III war dann sogar eines der aufregensten Kinoerlebnisse, die ich je erlebt hatte. Ich habe bis zum Schluss mitgefiebert obwohl eigentlich klar war wie die ganze Sache ausgehen würde.
Deshalb will ich jetzt auch gar nicht schreiben, was die alte Trilogie alles richtig gemacht hatte und was die neue Trilogie falsch machte, sondern einfach meine allgemeinen Gedanken zur Ur-Trilogie aufschreiben und in Ansätzen die Faszination dieser alten Filme zu erklären, sowie das Gleiche über die neue Trilogie zu schreiben und vielleicht auf ein paar Dinge eingehen, die man besser hätte machen können.
Zunächst möchte ich mich aber der Originaltrilogie widmen. Ich kann natürlich nur in Ansätzen nachvollziehen wie es gewesen sein muss, den ersten "Star Wars"-Film auf der großen Leinwand gesehen zu haben oder die Offenbarung Darth Vaders in Episode V mitzuerleben. Hätte ich eine Zeitmaschine, so wäre dies einer der Zeitpunkte, die ich gern besuchen würde. Dies sind große Momente in der Geschichte des Films und machen irgendwo auch die Faszination aus. Man bekommt etwas zu sehen, was es in dieser Form noch nie gab und gleichzeitig wird dies auch noch in einer soliden bis guten Story verpackt. Die Story ist es letztendlich auch, dass die Filme auch über 30 Jahre nach ihrer Entstehung nichts von der Faszination eingebüßt haben. Die Effekte sind mittlerweile natürlich etwas veraltet und einige später mittels CGI eingefügte kosmetische Korrekturen sind eher störend, aber es ist immer noch die faszinierende Geschichte eines Jungen auf einem kleinen, unbedeutenen Planeten, der plötzlich zu einem großen Jedi-Meister heranwächst, der die Zuschauer begeistert. Die Original-Trilogie bietet für mich all das, was ich mir von einem guten Fantasy-Film erhoffe. Hinzu kommt, dass Lucas den Film immer als Dreiteiler geplant hatte und die Trilogie eine zusammenhängende Geschichte über drei Filme hinweg erzählt, die immer wieder neue Dinge offenbaren konnten und somit nie langweilig erschienen. Natürlich enthält jede einzelne Episode für mich etwas zu viel Füllmaterial, so dass keiner der Filme in meiner persönlichen Top 10 auftauchen würde, aber es ist schon toll mal eine Filmreihe erleben zu dürfen, die sich nicht immer komplett neue Geschichten aus den Fingern saugt, sondern wirklich zusammenhängend wirkt und dadurch auch eine gewisse epische Breite besitzt, die für Filme dieser Art unabdingbar ist.
Aber nicht nur die Story ist letztendlich das, was die originaltrilogie so besonders macht. Sie war gleichzeitig auch der Startschuss für mehrere Weltkarrieren. Wo würden Leute wie Ben Burtt, Dennis Murren oder auch John Williams (wobei dieser vorher schon "Der weiße Hai" vertonte) heute stehen, wenn sie nicht alle an den "Star Wars"-Filmen mitgearbeitet hätten, zumal sie kurze Zeit später diese Zusammenarbeit in der nicht minder kultigen "Indiana Jones"-Trilogie fortgesetzt haben. Allgemein ist der Einfluss der "Indiana Jones"-Trilogie nicht zu unterschätzen, denn es ist eine Sache, eine erfolgreiche Trilogie ins Leben zu rufen, aber erst mit einer zweiten erfolgreichen Reihe macht man sich unsterblich. Lucas hat hiermit etwas geschaffen, was ihm kein anderer nachmachen konnte und somit ist er für mich neben Steven Spielberg die wohl schillernste Figur der 80-er.


Es ist wohl kein Geheimnis, dass er dies im neuen Jahrtausend nicht fortsetzen konnte. Mittlerweile gilt er in den Augen vieler Fans als Hassfigur, der mit den drei neuen Episoden und dem vierten "Indiana Jones" nicht nur schlechte neue Filme seiner 80-er-Jahre-Hits auflegte, sondern darüber hinaus mit digitalen Überarbeitungen auch immer mehr die Original-Star-Wars-Trilogie zur Unkendlichkeit zerstückelt. Während ich den Unmut über die andauernden Veränderungen vergangener Filme durchaus nachvollziehen kann, finde ich den Hass in anderen Belangen etwas überzogen. Ich bin zwar auch der Meinung, dass Lucas Filme im neuen Jahrtausend nicht ganz das sind, was sie in den 70-ern und 80-ern waren, doch finde ich den andauernden Vorwurf, dass Lucas nur noch grüne Dollarscheine in den Augen hat, etwas überzogen. Auch der Vorwurf, dass er sich zu sehr auf CGI spezialisiert hat, finde ich etwas überzogen. Natürlich kann man sich über die letztendliche Qualität dieser Effekte beschweren, doch ich finde es nicht wirklich schlimm, dass sich Lucas nun vermehrt dieser Technik widmete. Immerhin wollte er uns mit den neuen Filmen auf Welten führen, die in den alten Filmen aus mehreren Gründen nicht möglich waren. Außerdem sind gute CGI-Effekte nicht weniger leicht zu bewerkstelligen als es praktische Effekte sind. Allerdings muss auch ich erkennen, dass die Effekte zuweilen etwas schwankend waren. Dies mag teilweise daran liegen, dass sich CGI damals noch im Anfangsstudium befand, doch andere Filme wie die "Herr der Ringe"-Trilogie konnten diese Technik schon deutlich besser für sich nutzen. So ist es auch durchaus nachvollziehbar, dass keiner der drei neuen "Star Wars"-Episoden je einen Technik-Oscar gewinnen konnten.
Aber auch inhaltlich muss man anerkennen, dass die neue Trilogie nicht mit der der ersten Trilogie konkurieren kann. Dabei hat die neue Trilogie natürlich unter den üblichen Prequel-Problemen zu leiden, andererseits aber auch unter Lucas Drang, viele Storyelemente der alten Trilogie in die neue Trilogie zu übernehmen um verschiedene Parallelen zwischen Luke und Anakin herzustellen. Dies passiert oftmals zu primitiv und sorgt dafür, dass man sich inhaltlich oftmals etwas langweilt.
Am schlimmsten fällt dies in Episode 1 auf, in der fast exakt die gleichen Geschehnisse passieren wie damals in Episode 4. Allerdings wird hier alles kindlicher dargestellt und bietet mit Jar Jar Binks eine der nervigsten Nebenfiguren aller Zeiten auf. Es sind letztendlich die Geschehnisse in Episode 1, die später auch Episode 2 und 3 negativ beeinflussen sollten. Insbesondere in Episode 2 sind diese Probleme noch deutlich zu erkennen, da insbesondere die Liebesgeschichte trotz der epischen Musik von John Williams nur halbwegs berührt.
Das bedeutet aber nicht, dass ich die neuen Episoden hasse. Episode 1 finde ich trotz des tollen Pod-Race-Rennens nicht wirklich gut, doch schon Episode 2 bot viele Momente, die mir wirklich positiv in Erinnerung blieben und insbesondere Episode 3 gehört trotz einiger eher nervigen Szenen in der ersten Hälfte zu meinen absoluten Lieblingen der ganzen Reihe. Episode 2 und 3 zeigen für mich insbesondere auch, dass Lucas die Meinung der Fans nicht gänzlich egal war und immer wieder bemüht darum war, Dinge innerhalb der Trilogie zu verbessern.
Dies hat sich meiner Meinung nach auch deutlich bemerkbar gemacht und so bin ich um die neue Trilogie nicht wirklich traurig. Sie macht die alte Trilogie nicht wirklich schlechter und sorgt sogar dazu, dass ich die Geschichte um Darth Vader tragischer sehe als wenn ich nur die alte Trilogie kennen würde. Dies sorgt zwar nicht dafür, dass die drei Episoden zu den besten Blockbustern der letzten Jahre gehört (wobei Episode nah dran ist), aber doch zu den ulterhaltsameren gehören und sie bei jedem "Star Wars"-Maraton für mich dazugehören.
So bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen. In welcher Reihenfolge sollte man sich die "Star Wars"-Filme angucken? Lucas Wunschvorstellung ist jene, dass man diese einfach gemäß der Episodenreihenfolge macht, d.h. man beginnt mit Episode 1 und endet mit Teil 6. Ich würde da jedoch etwas anders vorgehen. Denn zumindest beim ersten Kontakt mit "Star Wars" sollte man darauf achten, mit den alten Episoden zu beginnen, immerhin war es Episode IV, wo man das erste Mal mit Jedis und der Macht in Kontakt trat, erstmalig die zwei Sonnen von Tatooine sah und man Darth Vader noch als unbekanntes Böses ansah. Episode 1-3 setzen hingegen verschiedene Dinge voraus und funktionieren deshalb als Einstiegsfilme nur bedingt. Hinzu kommt, dass es für Neuankömmlinge sicherlich beeindruckender ist, die große Offenbarung in Episode 5 ohne Vorkenntnisse mitzuerleben als wenn man diese in Episode 1-3 bereits vorweggenommen hätte. Ich finde es persönlich sehr schade, dass ich dies leider nie miterleben konnte, sondern immer wusste, wie sich alles in den alten Filmen zusammensetzen würde. Letztendlich bin ich aber auch so froh, dass die "Star Wars"-Reihe mittlerweile ein fester Bestandteil meiner Filmsammlung ist und ich immer wieder Spaß daran habe, diese aus dem Regal zu holen und in den Blu-Ray-Player zu werfen. Deshalb sage ich trotz einiger Kritikpunkte Danke George Lucas.

Freitag, 30. Dezember 2011

Filmkrtik: Star Wars: Episode VI - Die Rückkehr der Jedi-Ritter


Regie: Richard Marquand
Darsteller: Mark Hamill, Harrison Ford, Carrie Fisher, Billy Dee Williams, Ian McDiarmid
Drehbuch: Lawrence Kasdan, George Lucas
Musik: John Williams
Laufzeit: 135 Minuten
freigegeben ab: 12 Jahren
Trailer: hier

Nachdem es Lucas mit "Das Imperium schlägt zurück" gelungen ist, den eigenen Vorgänger nochmal deutlich zu schlagen, war es fast unmöglich, dies noch ein drittes Mal zu bewerkstelligen. "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" hat heutzutage vermutlich nicht den hohen Stellenwert wie die ersten beiden Film, doch trotzdem ist Lucas mit dem Abschluss der ursprünglichen "Star Wars"-Trilogie ein toller Film gelungen, der in manchen Szenen sogar richtig groß erscheint.
Was dem dritten Teil wohl am meisten anhängt, ist die Tatsache, dass er all die Handlungsstränge zusammenführen muss, die in dem Vorgänger aufgeworfen wurde. So muss man sich beispielsweise der Befreiungsaktion Han Solos widmen, der am Ende von "Das Imperium schlägt zurück" gefangen genommen wurde und dann wird auch die Story von Anakin Skywalker genauer unter die Lupe genommen. So fehlt es "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" dann auch an wirklich neuen Themen, die den Zuschauer interessieren könnten. Es wird zwar noch ein Geheimnis zwischen Luke und Leila offenbart, doch konnte man dies auch schon im Vorgänger erahnen. So ist dann auch das Zusammentreffen von Luke und Darth Vader bzw. dem Imperator das ganz große Highlight des Films, da dies dem Finale eine epische Breite gibt.
Doch bis es soweit ist, muss man sich auch durch einiges an Füllmaterial schlagen. Dies trifft insbesondere auf die Befreiungsaktion von Han Solo zu, die fast 40 Minuten andauert und fast komplett losgelöst vom restlichen Film wirkt. Hier hätte man die Handlung etwas straffen können um schneller auf den eigentlichen Hauptfilm zuzusteuern, denn dieser hat durchaus einiges zu bieten. Die Szenen mit Yoda und Obi-Wan sind abermals sehr sehenswert, wobei sie diesesmal etwas kürzer gehalten wurden um sich mehr auf die Geschichte mit Vader zu konzentrieren. Insbesondere die Szenen, welche sich mit der Macht und deren dunklen Seiten auseinandersetzen gehören zum besten, was die alte Trilogie zu bieten hatte und man spürt die Größe des Finales.
Dies trifft allerdings nicht auf die Geschichte von Leia und Han zu, die diesesmal etwas zur Seite geschoben werden und sich mit niedlichen Ewoks herumschlagen können. Diese ist zwar nicht umbedingt schlecht, steht aber im kompletten Gegensatz zu Luke's Geschichte und soll das Ganze wohl einfach etwas aufheitern.
Effektmäßig ist der Film natürlich wieder erstklassig, wenngleich er sich nicht so revolutionär anfühlt wie noch Teil 2, der eine gewaltige Steigerung gegenüber dem Erstling darstellte. "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" ist diesbezüglich hingegen nur eine qualitativ hochwertige Fortsetzung, die aber auf wirklich Neues verzichtet.
Dafür kann der Film schauspielerisch wieder aus dem Vollen schöpfen. Carrie Fisher und Han Solo bleiben in ihren Rollen zwar etwas eindimensional, aber Mark Hamill wird in diesem Film deutlich mehr abverlangt und er erfüllt dies mit Bravour. Profitieren kann er dabei natürlich auch von einem starken Gegenspieler wie Ian McDiarmind, der hier bereits in jungen Jahren die Rolle des Imperators übernahm und dank des Make-Up's deutlich älter wirkt.
John Williams liefert dann auch wieder einen gewohnt guten Score ab, der vielleicht nicht mehr ganz so revolutionär wie Teil 1 und 2 wirkt, aber doch einige Highlights zu bieten hat.
"Die Rückkehr der Jedi-Ritter" hatte die schwierige Bürde zu tragen, dass zu vollenden, was die ersten beiden Filme aufgebaut haben. Dies gelingt zwar nicht überall, ist insgesamt aber doch sehr zufriedenstellend und insbesondere die finale Auseinandersetzung zwischen Jedi und Sith eine der großen Filmmomente überhaupt.

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Filmkritik: Star Wars: Episode V - Das Imperium schlägt zurück


Regie: Irvin Kershner
Darsteller: Mark Hamill, Harrison Ford, Carrie Fisher, Billy Dee Williams
Drehbuch: Leigh Brackett, Lawrence Kasdan
Musik: John Williams
Laufzeit: 127 Minuten
freigegeben ab: 12 Jahren
Trailer: hier

Wird ein Film zu einem Kulturphänomen, dann sind Sequels nicht weit entfernt. Doch wie die Vergangenheit immer wieder zeigte, können diese mit der Klasse des Erstlings nur selten mithalten. Einem Film, dem dies ohne Zweifel gelang, "Das Imperium schlägt zurück", der drei Jahre nach "Eine neue Hoffnung" in den Kinos anlief.
In diesem wird erzählt, wie Luke seine Ausbildung als Jedi fortsetzt und dabei von einem alten Jedimeister namens Yoda unterrichtet wird. Bedroht wird diese Ausbildung jedoch von Darth Vader, dem dunklen Lord, der Luke umbedingt an seiner Seite wissen möchte.
Was "Das Imperium schlägt zurück" zu einem deutlich besseren Sequel macht als viele andere Filme ist die Tatsache, dass Lucas hier nicht einfach eine neue Geschichte mit den bekannten Figuren entwarf, sondern das Sequel als zweiten Teil einer größeren Geschichte anlegte. So widmet er sich hier insbesondere der weiteren Ausbildung von Luke zum Jedi-Ritter und versucht dies nicht durch besonders große Actionsequenzen kaputt zu machen. So legt er die große Schlacht auf einem Eisplanet ganz an den Anfang des Films und widmet sich danach lieber den persönlicheren Geschichten. Sei es die aufkommende Liebe zwischen Prinzessin Leia und Han Solo, die Jediausbildung durch Yoda oder auch die Geschichte zwischen Darth Vader und Luke Skywalker, die mit einer riesigen Überraschung am Ende aufwartet.
Neben all den altbekannten Charakteren schafft es Lucas gleichzeitig aber auch neue Charaktere in die Geschichte zu integrieren, die ebenfalls ihren ganz eigenen Charakter haben, sei es der Jedimeister Yoda oder auch Solos alter Freund Lando Calrissian.
Daneben gibt es aber auch wieder einige unvergessliche Actionsequenzen. Insbesondere der Kampf am Anfang sieht auch heutzutage grandios aus. Allgemein sind diesesmal die Actionsequenzen etwas größer ausgefallen und sehen dadurch auch heutzutage etwas hochwertiger aus als es bei "Eine neue Hoffnung" der Fall war.
Ebenfalls tolle Arbeit liefert auch erneut John Williams ab. Die Grundzüge des Scores wurden natürlich schon durch den Vorgänger definiert, doch wer es schafft, in einem Sequel neue Themen wie die zu Darth Vader oder Yoda zu entwickeln, die zu den wohl größten Filmmelodien aller Zeiten gehört, zeigt anderen einmal mehr seine Ausnahmestellung unter den Komponisten.
George Lucas schaffte mit seiner Fortsetzung das, was nur wenigen Sequels vorbehalten ist. Er kann damit das Original nochmal deutlich übertrumpfen und erschuf mit "Das Imperium schlägt zurück" einen der genialsten Science-Fiction-Filme überhaupt, da dieser nicht nur der Formel "Alles größer" folgt, sondern es schafft, die Geschichte als konsequente Fortführung der Geschichte aus dem ersten Film darzustellen und diese auf ein neues Level zu heben.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Filmkritik: Star Wars - Episode IV: Eine neue Hoffnung


Regie: George Lucas
Darsteller: Mark Hamill, Harrison Ford, Carrie Fisher, Alec Guinness
Drehbuch: George Lucas
Musik: John Williams
Laufzeit: 125 Minuten
freigegeben ab: 12 Jahren
Trailer: hier

In Hollywood wird oftmals nach der ultimativen Erfolgsformel gesucht. Dabei sind es meist die ungewöhnlichen Filme, die zu Kulturphänomenen werden. So auch 1977 geschehen, als der damals noch junge Regisseur George Lucas auf die Idee kam, eine Seifenoper im Weltraum mit einem Bösewicht hinter einer schwarzen Maske zu inszenieren. Eine wahrhaft dämliche Idee, die aber genau deshalb auch über 30 Jahre nach ihrer Entstehung für Begeisterungsstürme sorgt.
Dabei fängt der Film erstmal mit gelben Lauftext an und kurz danach sieht man sprechende Droiden, kostümierte Menschen und man wird mitten in einen Krieg zwischen Imperium und Rebellen gestürzt. So dauert es dann auch gut 20 Minuten bis uns die eigentliche Hauptfigur des Films Luke Skywalker, ein junger Mann aus Tatooine vorgestellt wird, der Bekannschaft mit einem ehemaligen Jedi-Ritter macht und nun selbst die Ausbildung genießen möchte. Dabei trifft er auch auf den Piloten Han Solo und Prinzessin Leia und gemeinsam treten sie gegen das Imperium an.
In den falschen Händen könnte solch eine Geschichte reichlich albern wirken, doch Lucas schafft es, den Film Charme zu verleihen und dabei eine menschliche Geschichte zu erzählen, die mit ein paar Änderungen auch in der realen Welt funktionieren könnte. Der Film nimmt sich nicht zu ernst, hat viele eher lockere Sprüche auf Lager und ein bisschen Trash-Charme ist auch dabei, doch genau dies macht den Film so weltvoll. Man wird in fremde Welten entführt, die Figuren haben einen unglaublichen Kultfaktor und man wird einfach zwei Stunden unterhalten.
Dabei profitiert er auch von einem wunderbar aufspielenden Cast, die ihre Figuren wunderbar intepretieren und auch keine Angst davor haben, mal die ein oder andere alberne Szene zu spielen. Dabei ist es auch egal ob es sich um alte Schauspielveteranen wie Alec Guiness und Peter Cushing handelt oder um Newcomer wie Mark Hamill, Carrie Fisher oder Harrison Ford, die hier erstmalig zusammen auf der großen Leinwand zu bewundern sind.
Zu all den inhaltlich positiven Dingen kommt aber auch noch, dass Episode IV damals tricktechnisch eine Revolution darstellte und auch heute noch begeistern kann, wenngleich man mittlerweile mit einer digitalen Überarbeitung etwas nachgeholfen hat. Dies funktioniert teilweise wirklich gut, in manch anderen Szenen ist es aber auch überflüssig oder sogar eine Verschlechterung.
Eine nicht zu unterschätzende Komponente des Films ist aber auch die Musik von John Williams. Williams hat zwar einige unvergessliche Filmmusiken geschrieben, doch unsterblich hat er sich zweifelsohne durch die "Star Wars"-Musik gemacht, die auch heute noch auf sämtlichen "Best Score"-Listen ganz oben wiederzufinden ist.
"Star Wars - Episode IV" hat auch heute noch nichts von seinem Charme verloren. Der Film ist actionmäßig zwar der am meisten veralteste Film der Reihe (auch wenn diese immer noch gut aussieht), doch insbesondere inhaltlich hat zwan zwei Stunden Spaß an einer Geschichte, die uns in eine weit entfernte Galaxie entführt, trotzdem aber so sehr berührt, als würde sie auf unserem Planeten spielen.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Filmkritik: Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith


Regie: George Lucas
Darsteller: Ewan McGregor, Natalie Portman, Hayden Christensen, Ian McDiarmid, Samuel L. Jackson
Drehbuch: George Lucas
Musik: John Williams
Laufzeit: 140 Minuten
freigegeben ab: 12 Jahren
Trailer: hier

2005 fand mit "Die Rache der Sith" eine der größten Filmreihen aller Zeiten ihren Abschluss. Nachdem die letzten beiden Filme jedoch eher gemischte Gefühle hervorriefen, glaubten wohl die wenigsten an einen wirklich großen Abschluss der Saga. Doch George Lucas sollte allen Zweiflern Lügen strafen.
Episode III erzählt die Geschichte von Anakin Skywalker und wie dieser immer mehr an der Vorgehensweise der Jedi zweifelt und somit langsam, aber sicher seinen Weg zur dunklen Seite der Macht findet.
Wer die alte Trilogie kennt, wird natürlich bereits wissen, wie die ganze Sache in Episode III ausgehen wird. Trotzdem ist Episode III aber zu einem der emotional ausgereiftesten Filmen der Reihe und einer der düstersten Blockbuster der letzten Jahre geworden. Natürlich waren Lucas in dem Film storymäßig irgendwo die Hände gebunden, doch merkt man ihm an, dass er den Film nicht nur lustlos abfilmen wollte, sondern nochmal sein ganzes Herzblut in den Film gelegt hat und somit einen mehr als würdigen Abschluss seines Lebenswerkes schuf.
Dabei fängt der Film auch gleich spektakulär an. Man bekommt eine der beeindruckensten Raumschiffschlachten aller Zeiten geliefert und auch wenn hier einmal mehr die dämliche Druidenarmee nervt, so bekommt man schon hier einen Vorgeschmack auf das, was einem in den kommenden zwei Stunden erwartet. Denn so beeindruckend Episode III visuell aussehen mag, ist der Fokus stets auf Anakin fokusiert und wie dieser sich langsam von den Jedi abwendet. Auch schafft es Lucas sämtlichen Actionszenen des Films eine traurige Note zu geben, in dem er immer wieder die menschliche Tragödie in den Mittelpunkt rückt. Insbesondere ein Zusammenschnitt der Kämpfe auf verschiedenen Planeten im Mittelteil des Films zählt ohne Zweifel zu den großen Highlights der Reihe. Lucas geht hier konsequent mit dem Thema Tod um und hat keine Probleme damit, ein paar Hauptfiguren des Films sterben zu lassen und auch vor jüngeren Personen macht er nicht halt.
Dabei kann Lucas abermals auch auf einen hervorragenden Cast zurückgreifen, der von Hayden Christensen, Ian McDiarmid und Ewan McGregor angeführt wird. Über McGregor braucht man dabei nicht viele Worte verlieren, da dieser in eigentlich jeder Rolle großartig ist, doch auch Hayden Christensen zeigt hier eindrucksvoll die verschiedenen Facetten seines Charakters und auch Ian McDiarmid kann hier endlich mal all seine Schauspielkunst zeigen, die er aufgrund der begrenzten Zeit in den ersten beiden Episoden nur andeuten konnte. Etwas abfallen tut einzig Natalie Portman, die diesesmal nicht wirklich im Mittelpunkt steht und dadurch etwas untergeht. Zumindest hat sie am Ende des Films aber nochmal eine wirklich tolle Szene.
Perfekt zum Abschluss wird der Film dann durch den Score von John Williams gebracht, der hier ein wunderbares neues Thema einführte, welches all die Tragik perfekt zum Ausdruck bringt und wirklich in jeder Szene passend wirkt.
Somit ist aus Episode III doch noch ein mehr als versöhnlicher Abschluss der neuen Trilogie geworden. Diese wird filmhistorisch zwar nie die Tragweite der alten Trilogie erreichen, doch wenn man dies mal außen vorlässt, so sind es doch drei durchaus unterhaltsame Filme geworden und mit Episode III hat man sogar einen Film hervorgebracht, der sich vor keinem Film der alten Reihe verstecken braucht.

Montag, 26. Dezember 2011

Filmkritik: Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger


Regie: George Lucas
Darsteller: Ewan McGregor, Natalie Portman, Hayden Christensen, Samuel L. Jackson, Ian McDiarmid
Drehbuch: George Lucas, Jonathan Hales
Musik: John Williams
Laufzeit: 142 Minuten
freigegeben ab: 12 Jahren
Trailer: hier

Die Kritiken zu "Episode I" waren teilweise vernichtend und so war es auch wenig überraschend, dass "Episode II" längst nicht mehr so heiß erwartet wurde wie noch der Vorgänger. Dabei hat sich George Lucas einige der Kritikpunkte der ersten Episode durchaus zu Herzen genommen.
Diesesmal steht die Entwicklung von Anakin im Mittelpunkt, der einerseits seinen Jedi-Pflichten nachgeht, gleichzeitig aber immer noch Gefühle für die Senatorin von Naboo Padmé hegt, was einem Jedi eigentlich verboten ist. Außerdem wird er immer wieder von Albträumen bezüglich seiner Mutter geplagt. Gleichzeitig befindet sich aber auch die Republik in der Krise und ist auf die Gründung einer Armee angewiesen.
Die Geschichte steht diesesmal deutlich mehr auf seriösen Beinen und es macht größtenteils wirklich Spaß dieser zu folgen. Insbesondere der Komplott rund um die Klon-Armee hat einige wirklich gute Momente. Auch wurden die lustigen Momente der Side-Kicks etwas zurückgedreht. Jar-Jar Binks hat zwar auch hier seine nervigen Momente und insbesondere eine Szene in der Mitte des Films ist ärgerlich, doch zum Glück ist er diesesmal kein Teil der Haupthandlung. Die Sache an der "Episode II" vielleicht am meisten krankt, ist die Liebesgeschichte zwischen Anakin und Padmé. Anakins Zuneigung zu Padmé war zwar schon in Episode I recht gut nachvollziehbar, doch umgekehrt war dies nicht umbedingt der Fall. So wirkt Padmé's Zuneigung im zweiten Film auch etwas konstruiert und man hat vielleicht auch etwas damit zu kämpfen, dass Anakin durch den Schauspielwechsel zu Hayden Christensen wirklich um 10 Jahre gealtert ist, während Padmé immer noch von Natalie Portman gespielt wird, die den Part auch schon im ersten Film verkörperte. Dadurch wirkt insbesondere der "vor 10 Jahren"-Part nicht wirklich glaubhaft. Aber zum Glück gibt es in diesem Fall noch die hervorragende Musik von John Williams, der hier ein großartiges Liebes-Theme schuf, welches der Liebe doch noch eine epische Note geben kann.
Ein anderer positiver Part ist aber auch die wundervolle Kameraarbeit und auch das Set-Design der einzelnen Welten. Naboo sieht einfach nur wunderschön aus und auch Tatooine sieht einmal mehr großartig aus, zumal man nun erstmalig auch das spätere Zuhause von Luke in den alten Episoden sieht. Lucas zeigt damit auch wunderbar, was mit digitalen Welten alles möglich ist. Leider ließ er sich dann aber im Finale dazu hinreißen, dies zu sehr mit einzubinden. Dadurch wirkt das Finale eher wie ein Computerspiel und leidet somit etwas an Spannung.
Schauspielerisch gibt es hingegen wenig zu meckern. Hayden Christensen macht einen guten Job, Natalie Portman ist bezaubernd wie immer und auch Ewan McGregor ist einmal mehr großartig. Außerdem kann man sich darüber freuen, dass diesesmal die Parts von Samuel L. Jackson und Ian McDiarmid ausgebaut wurden. Außerdem gibt es ein schönes Wiedersehen mit Christopher Lee.
Allgemein braucht sich "Episode II" nicht vor den alten Filmen zu verstecken. Er erreicht zwar nie dessen große Klasse, sorgt aber für tolle Popcorn-Unterhaltung und enthält visuell und musikalisch einige wirklich grandiose Momente, die einem in Erinnerung bleiben.

Sonntag, 25. Dezember 2011

Filmkritik: Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung


Regie: George Lucas
Darsteller: Liam Neeson, Ewan McGregor, Natalie Portman, Jake Lloyd, Ian McDiarmid
Drehbuch: George Lucas
Musik: John Williams
Laufzeit: 136 Minuten
freigegeben ab: 6 Jahren
Trailer: hier

Es gab wohl nie einen Film, der so sehr herbeigesehnt wurde wie der erste "Star Wars"-Film nach 16 Jahren. Da war es fast nicht zu vermeiden, dass viele Leute von dem Film enttäuscht wurden. Immerhin versuchte Lucas die Vorgeschichte einer der größten Bösewichter der Filmgeschichte zu erzählen. Viele Fans hatten sich da schon ihre ganz eigenen Vorstellungen geschaffen wie diese aussehen könnte und wie Darth Vader den Pfad zur dunklen Seite der Macht fand. Regisseur George Lucas entschied sich jedoch dazu, einen ganzen Film lang nur Anakin's Kindheit zu widmen. Anakin wird als kleiner Junge dargestellt, der kaum einer Fliege etwas zuleide tun kann. So ist der Film dann auch wenig überraschend der wohl kinderfreundlichste "Star Wars"-Film der gesamten Reihe geworden.
Lucas stellt Anakin nämlich nicht nur als kleinen Jungen dar, sondern umgibt ihn auch mit vielen lustigen Side-Kicks. Der wohl zwiespältigste Sidekick ist dabei ganz klar Jar-Jar-Binks, ein Gungan von Naboo. Dieser übernimmt mehr oder weniger den Part von Chewbacca aus der Original-Trilogie, nur bekommt Jar-Jar zusätzlich noch eine Stimme verliehen, die ihn sprechen lässt. Dadurch wirkt er deutlich nerviger und witzig ist er eigentlich in kaum einer Szene.
Aber auch die neue Druiden-Armee, welche Vorgänger der Klonkrieger ist, muss immer wieder dämliche Sätze heraushauen, die den Film eher albern und wenig episch macht. Dies sorgt möglicherweise auch dazu, dass sich der Film nicht so episch anfühlt wie er es eigentlich sollte. Das ist schade, denn eigentlich merkt man dem Film diese Größe wirklich an und mit einer etwas seriöseren Herangehensweise wäre hier deutlich mehr möglich gewesen, wenngleich man darüber streiten kann, ob man der Kindheit Anakins wirklich einen ganzen Film widmen musste. Hinzu kommt, dass man sich von der Geschichte manchmal etwas zu sehr an die alte Trilogie erinnert fühlt. Das Finale von Episode I ist praktisch eine Kopie des Finales von Episode IV. Da ist dann schon die Frage nach Ideen-Mangel durchaus berechtigt, zumal auch hier die Geschichte Anakins ähnlich wie bei Luke auf Tatooine beginnt. Da hätte man inhaltlich mehr Neues in den Film einbringen können.
Aber es gibt auch viele gute Dinge an dem Film. Der Cast ist mit Liam Neeson, Natalie Portman und Ewan McGregor sehr gut besetzt und auch Jake Lloyd macht in seiner ersten Filmrolle eine solide Figur. Auch die Action ist durchaus sehenswert und effektmäßig sieht das oftmals richtig gut aus. Das Pod-Rennen ist sogar eine der herausragensten Action-Sequenzen der ganzen Trilogie. Wunderbar ergänzt wird dies auch von einem epischen Score von John Williams, der hier mal wieder sein ganzes Können ausspielen kann.
So ist der größte Kritikpunkt an "Episode I" wohl der, dass er zu wenig neues wagt und inhaltlich durch einige nervige Elemente nicht die epische Größe erreicht wie er eigentlich sollte. Dadurch war fast unvermeidbar, dass er einige Fans enttäuschen wird. Deshalb kann man "Episode I" zwar als Teil der Saga akzeptieren, doch letztendlich hätte man sich einen besseren Anfang für eine der großartigsten Sagen aller Zeiten gewünscht.