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Sonntag, 24. April 2011

Filmkritik: Der Pate - Teil 3


Regie: Francis Ford Coppola
Darsteller: Al Pacino, Diane Katon, Talia Shire, Andy Garcia, Sofia Coppola
Drehbuch: Mario Puzo, Francis Ford Coppola
Musik: Carmine Coppola
Laufzeit: 170 Minuten
freigegeben ab: 16 Jahren
Trailer: hier

In den seltensten Fällen gelingt es einem Sequel, seinen Vorgänger qualitativ noch zu übertrumpfen. Einer der seltenen Fälle in denen dies gelang, ist zweifellos "Der Pate 2". Umso verständlicher war es da, dass Francis Ford Coppola im Anschluss ankündigte, nie wieder einen weiteren "Pate" zu drehen, da es ihm schwer fallen würde, diesen noch zu übertrumpfen. Einige Jahre lang hielt er diesem Versprechen auch stand. Als jedoch einer seiner Filme fürchterlich an den Kinokassen floppte, revidierte er seine Meinung und drehte doch noch einen dritten Film.
In diesem geht es nun um die späten Jahre von Michael Corleone, der im zweiten Teil menschlich alles verloren hatte und nun im dritten Teil wieder alles auf die Reihe bringen wollte. Gleichzeitig strebt sein Neffe Vincent danach, die Geschäfte seines Onkels zu übernehmen und verliebt sich darüber hinaus in die Tochter von Michael.
Während der zweite Film in zwei verschiedenen Zeitebenen ablief, kehrte man in diesem Film wieder in eine lineare Erzählung zurück. Dies macht auch durchaus Sinn, da Coppola den Film eher als eine Art Epilog ansah und der Film ursprünglich auch "Der Tod von Michael Corleone" heißen sollte, was er gegen Paramount aber nicht durchsetzen konnte.
Der Film macht jedenfalls nicht viel anders als die ersten beiden Filme. Einmal mehr beginnt der Film mit einer Familienfeier und einmal mehr gibt es auch eine Episode, die nicht in Amerika spielt. Außerdem rückt Michael immer mehr in die Rolle seines Vaters, da auch er nun mit erwachsenen Kindern leben muss und er längst nicht mehr stürmich vorgeht wie noch in seinen früheren Jahren.
Inszenatorisch unterscheidet sich der Film auch nicht großartig von seinen beiden Vorgängern und könnte locker im Anschluss der ersten beiden Filme gedreht worden sein, obwohl 16 Jahren zwischen Teil 2 und 3 vergangen sind. Einzig die Actionszenen sind etwas imposanter umgesetzt worden als noch in den beiden Vorgängern.
Diese enge Verbindung zu den beiden Vorgängern führt allerdings auch dazu, dass der Film nicht die ganz große Klasse wie die beiden Vorgänger ausstrahlt. Während der erste Film noch neu war und der zweite Teil durch seine Parallelhandlung faszinierte, fehlt dem dritten Teil etwas die Neuerungen. Es werden zwar einige neue Figuren eingeführt, doch wirklich berühren können diese dann doch nicht. Vincent ist halt der typische jugendliche Draufgänger, doch an den Michael aus Teil 1 kommt dieser dann doch nicht heran und auch die mittlerweile erwachsenen Kinder von Michael sind zwar nett, aber nichts, was wirklich in Erinnerung bleibt. Stattdessen interessiert man sich einmal mehr für die aus den Vorgängern bekannten Charaktere, wo mit Michael, Kay und Connie aber nur noch wenige übriggeblieben sind. Traurig ist in diesem Fall auch, dass man sich mit Robert Duvall nicht einigen konnte und somit auf den von ihm gespielten Tom Hagen verzichten musste.
Ein wirkliches Highlight ist dann aber das Finale des Films, welches wunderschön inszeniert wurde und sicherlich zu den stärksten Szenen der ganzen Trilogie zählen dürfte und einen guten Abschluss der Trilogie bietet.
Schauspielerisch bleiben abermals die alten Hasen wie Al Pacino, Diane Keaton und Talia Shire in Erinnerung. Andy Garcia macht als Vincent ebenfalls eine gute Figur, wenngleich sein Charakter nicht wirklich interessant ist. An der Rolle von Sofia Coppola schneiden sich hingegen immer wieder die Geister. Sie spielt ihre Rolle nicht schlecht, doch eine wirklich großartige Schauspielerin ist sie dann auch nicht. Oftmals guckt sie etwas zu angestrengt in die Kamera und kann dadurch nicht die Emotionalität zu einer Tochter aufbauen, die man sich eigentlich erhofft hätte. Winona Ryder, die durch eine Krankheit passen musste, hätte hier sicherlich besser gepasst.
"Der Pate 3" ist jedenfalls ein guter Mafiafilm, der durch ein ganz starkes Finale punkten kann, dem aber wirkliche Neuerungen fehlen um sich wirklich mit den ersten beiden Filme der Trilogie messen zu können. Trotzdem ist es ein gelungener Abschluss der Trilogie.

Samstag, 23. April 2011

Filmkritik: Der Pate - Teil 2


Regie: Francis Ford Coppola
Darsteller: Al Pacino, Robert Duvall, Diane Keaton, Robert De Niro
Drehbuch: Francis Ford Coppola, Mario Puzo
Musik: Nino Rota
Laufzeit: 200 Minuten
freigegeben ab: 16 Jahren
Trailer: hier

Es gibt nur wenige Fortsetzungen, die es wirklich schaffen, die Qualität des Vorgängers zu halten oder sogar noch zu übertreffen. Einer der Filme, der in dieser kleinen Auswahl immer wieder genannt wird, ist der Pate 2, die Fortsetzung eines Films, der bereits für den Oscar als bester Film ausgezeichnet wurde. Dies konnte dann auch der zweite Film wiederholen und diesesmal gab es den Goldjungen auch für Regisseur Francis Ford Coppola.
Wie nicht anders zu erwarten, erzählt der Film die Geschichte von Michael Corleone als Don und Pate weiter. Nachdem dieser einem Mordanschlag entgangen ist, flüchtet er nach Kuba, wo er die Verantwortlichen des Anschlags zur Rechenschaft ziehen will. Als er dann jedoch nach Amerika zurückkehrt, muss er sich auch einem Gerichtsverfahren unterziehen, wo er sich für Verbrechen vergangener Tage verantworten muss.
Gleichzeitig folgt der Film aber auch noch einem anderen Handlungsstrang, nämlich dem von Michael's im ersten Teil verstorbenen Vater's Vito und wie er vom kleinen Kind, dem seine ganze Familie genommen wurde, zum gefürchteten Mafiaboss aufstieg.
Wer schon in "Der Pate" von der eher dialoglastigen Inszenierung genervt war, der wird wohl noch schwerer an Teil 2 seinen Gefallen finden. Nicht nur bleibt der Film gewohnt spannungsarm, sondern auch die ganzen Rückblenden zu Michael's Vater ziehen den Film noch mehr in die Länge. Dabei sind diese Szenen für die Handlung in der Gegenwart nichtmal umbedingt wichtig, doch zeigen sie halt deutlich, wie alles anfing und wie sehr Michael's Leben jenem von seinem Vater gleicht.
Besonders interessant ist auch die Tatsache, dass der Film immer wieder zwischen den beiden Zeitebenen hinundherwechselt. Dadurch wird man immer wieder aus der einen Handlung herausgerissen und die andere eingeführt. Das ist durchaus gewöhnungsbedürftig, funktioniert im Endeffekt aber hervorragend und gibt dem Film das besondere etwas, zumal man Vito immer etwas mehr in sein Herz geschlossen hat als Michael, der deutlich kaltblütiger wirkt. Dies wird im zweiten Teil vom Paten nämlich noch deutlich mehr verschärft, denn während er mit seinen Geschäften immer erfolgreicher wird, so geht sein Privatleben immer weiter in die Brüche, welches in einem enorm starken Finale endet.
Bei den Schauspielern kehrten natürlich alle wichtigen Figuren des ersten Teils zurück und einzig Vito Corleone wurde diesesmal von Robert De Niro statt Marlon Brando gespielt, was aber der Tatsache geschuldet war, dass man diesesmal einen deutlich jüngeren Vito brauchte. Umso bemerkenswerter ist es da, wie sehr De Niro die Rolle zu seiner eigenen machte und dafür verdient einen Oscar als besten Nebendarsteller mit nach Hause nehmen durfte. Al Pacino ging als Hauptdarsteller hingegen wieder leer aus, obwohl auch er einen verdammt guten Job erledigte. In dieser Hinsicht sind natürlich auch noch Diane Keaton und Robert Duvall zu loben.
Inszenatorisch ist dem Film auch wieder nichts vorzuwerfen. Die Bilder kombiniert mit der fantastischen Musik von Nino Rota sind einfach fantastisch und sorgen für ein unglaublich dichte Atmosphäre, die permanent für Gänsehaut sorgt.
Auch der zweite "Pate"-Film gehört zurecht zu den ganz großen Filmen Hollywoods. Der Film erzählt einerseits die Geschichte des Vorgängers eindrucksvoll weiter und geht andererseits mit der Kombination verschiedener Zeitebenen neue Wege, die den Film frisch erscheinen lassen und einen emotional noch mehr packt als der erste Film. Ob der Film wirklich besser ist, muss natürlich jeder selbst entscheiden, doch letztendlich sind es einfach zwei Filme, die perfekt miteinander harmonieren und jeder seine Vorteile hat.

Freitag, 22. April 2011

Filmkritik: Der Pate


Regie: Francis Ford Coppola
Darsteller: Marlon Brando, Al Pacino, James Caan, Robert DuVall
Drehbuch: Mario Puzo, Francis Ford Coppola
Musik: Nino Rota
Laufzeit: 177 Minuten
freigegeben ab: 16 Jahren
Trailer: hier

Redet man über die größten Filme aller Zeiten, so kommt man zwangsläufig auf Filme wie "Citizen Kane", "Vom Winde verweht" oder "Casablanca" zurück. Ein Film, der ebenfalls in diese Kategorie gehört, ist natürlich auch Francis Ford Coppolas Adaption von Mario Puzo's Roman "Der Pate", welcher als größter Gangsterfilm aller Zeiten bezeichnet wird.
In dem Film geht es um die Familie Coleone, deren Familienoberhaupt Don Vito (Marlon Brando) gleichzeitig auch ein Mafiaoberhaupt in New York ist. Als dieser jedoch auf offener Straße erschossen wird und sich nur schwer von seinen Verletzungen erholt, übernimmt der jüngste Sohn Michael (Al Pacino) die Geschäfte, muss jedoch nach einem Mord außer Land fliehen.
Während in vielen Filmen über die Mafia der Gewaltaspekt im Mittelpunkt steht, steht in "Der Pate" eher der Familiengedanke im Mittelpunkt. Dies bedeutet auch, dass der Film mit viel Dialog gefüllt ist und Actionszenen in dem Film kaum anzufinden sind. Selbst Szenen, in denen Gewalt von Bedeutung ist, lässt man diese Szenen nicht ausschweifen, sondern hält diese so einfach wie möglich. Es gibt also keine wilden Schießereien zwischen zwei rivalisierenden Mafiafamilien. Stattdessen werden die Wendungen im Film meist mit Dialog gelöst. Dafür setzt der Film oftmals auf Spannung und lässt die Mafia intelligent agieren, indem immer wieder geschickt Hinterhalte geplant werden oder gezeigt wird, wie man sich aus diesen befreit. Die Ausführung des Ganzen ist hingegen nicht mehr wirklich wichtig.
Auch vermeidet es der Film, die Gangster als totale Bastarde darstehen zu lassen, sondern zeigt auch deren menschliche Seite. So zeigt der Film, wie wichtig für diese Leute die Familie ist und was Ehre bedeutet. Außerdem versucht der Film auch Verbindung mit der Gesellschaft herzustellen und auch dort Missstände zu offenbaren, was man auch als Kritik am System verstehen darf. Folgerichtig werden in diesem Film dann auch nicht alle Personen zur Rechenschaft gezogen. Gleichzeitig schafft man es aber auch, die Welt nicht allzu rosig erscheinen zu lassen, da jede Figur im Film Verluste einstecken muss und es nicht schaffen aus dieser Welt auszubrechen.
Einen großen Anteil an dem Gelingen des Films haben natürlich auch die Schauspieler, denn für Leute wie Al Pacino, Robert DuVall, James Caan oder Diane Keaton bedeutete der Film den Beginn von Weltkarrieren, während andere Leute wie Marlon Brando in diesem Film ihren Karrierehöhepunkt erreichten. Dieser zeigt in dieser Rolle eine Brillianz, wie man sie in der Folgezeit kaum noch miterleben konnte. Einerseits ist er der eiskalte Mafiaboss, doch zum anderen auch ein familienfreundlicher Mensch, dem diese sehr ans Herz geht. In dessen Schatten war es natürlich schwer sich zu behaupten, doch auch die anderen Schauspieler lieferten tolle Leistungen ab, wobei insbesondere Al Pacino einige starke Szenen aufzuweisen hat, da er in die meisten kritischen Wendungen des Films involviert ist.
Die Regie des Films ist auch über alle Zweifel erhaben und lässt uns in die Welt der Mafia eintauchen, wie es kaum ein Film später mehr geschafft hat. Dabei sind es nicht umbedingt die Sets, die den Film so großartig erscheinen lassen, sondern viel mehr die Tatsache, dass ein Film durch interessante Storywendungen auch in Krankenhäusern oder Restaurants spielen kann. Auch der Ausflug nach Italien ist hier erwähnenswert, da auch dies dem Film eine epische Breite gibt. Dazu trägt auch die Musik von Nino Rota bei, die sicherlich zu den besten Arbeiten aller Zeiten gehört.
Alles in allem ist "Der Pate" ein Film, der seinem Ruf als einer der größten Klassiker der Filmgeschichte mehr als gerecht wird und auch heute noch genauso faszinieren kann wie in der damaligen Zeit.